Feminismus ganz ohne Hashtag?

Feminismus ganz ohne Hashtag?

Dass Gleichberechtigung im Literaturbetrieb längst noch ein Fremdwort ist, möchte der Roman Hippocampus von Gertraud Klemm aufzeigen. Die österreichische Autorin entwirft das Bild einer sensationslüsternen, patriarchalen und korrupten Literaturbranche – und legt, wie es der Klappentext verspricht, ihren Finger dahin, wo es wehtut. Doch Klemms Finger kratzt nur an der Oberfläche.

von Thekla Noschka

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Die Gespenster von Demmin

Die Gespenster von Demmin

Wie aufwachsen am Ort des größten Massensuizids der deutschen Geschichte? Larry hat einen Berufswunsch: sie will Kriegsreporterin werden. Das hat sie zwar noch nicht allen erzählt, ihrem Vater zum Beispiel nicht, aber das hat auch seine Gründe: Ihre beste Freundin Sarina kann mit Larrys Plänen so gar nichts anfangen. Als Gegenfigur zu dem Mädchen zeichnet Autorin Verena Keßler Larrys Nachbarin, eine Zeitzeugin, die 1945 dabei war. Ihre Mutter ertränkte sich damals im Fluss Peene und nahm die kleine Schwester mit in den Tod. Der Autorin gelingt es, in ihrem Debüt anhand des ungewöhnlichen Mädchens und der alten Frau eine Coming-of-Age-Geschichte mit den Ereignissen von 1945 zu verknüpfen und sie beweist, dass Erinnerungen unerlässlich sind, um auf die Gegenwart zu blicken.

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WUB 2020: Die Woche der unabhängigen Buchhandlungen

WUB 2020: Die Woche der unabhängigen Buchhandlungen

Ohne ihre vielfältigen Beiträge wäre unser kulturelles und gesellschaftliches Leben um ein großes Stück ärmer. Das soll gefeiert werden! Die Woche vom 31. Oktober bis zum 07. November drehte sich im Rahmen der diesjährigen WUB wieder rund um die Indie-Buchläden in ganz Deutschland. Dieses Jahr sogar im Rekordaufgebot: über 700 Buchhandlungen waren dabei und verzauberten die Welt der deutschen Buchlandschaft einmal mehr mit unendlich viel Kreativität und Herzlichkeit. Die LITAFFIN-Autorinnen Victoria und Julia haben die WUB dieses Jahr in Berlin aus unterschiedlichen Perspektiven erlebt: live vor Ort und übers Smartphone.

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Streulicht

Streulicht

Jetzt ist sie zurück: Die Protagonistin in Deniz Ohdes Debüt Streulicht besucht ihren Vater in der Industriestadt, in der sie aufwuchs. Sie ist angereist, um die Hochzeit ihrer Sandkastenfreund*innen zu feiern: Sophia und Pikka. Sie selbst, die der Stadt den Rücken kehrte, blickt zurück und erzählt den Leser*innen von ihrer Kindheit zwischen Arbeiter*innenmilieu, Klassismus und Rassismus – auch wenn die Autorin diese Worte nicht explizit nennt. Ein ruhiges, lesenswertes und wahnsinnig eindringliches Debüt.

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