Mehr als nur Mord und Totschlag
Giancarlo De Cataldo: Romanzo Criminale

Vorsicht: Verbrennungsgefahr – Teil 2.  Litaffin hat Titel aus der Hotlist herausgepickt, um vorzukosten, ob da wirklich alles so “hot” gegessen wird, wie es gekocht wird.

Cover Romanzo CriminaleEindeutige Bildsprache, doch es steckt mehr dahinter …

Wer wird sie je vergessen können, die Szene mit dem blutverschmierten Pferdekopf unter der Bettdecke aus Mario Puzos Der Pate? Das Epos aus dem Jahre 1969 war ein großer Bestseller, der auch dank Verfilmungen und Fortsetzungen die Wahrnehmung Italiens im Ausland wesentlich prägte. Paternalistische Strukturen, blutrünstige Schießereien und abgedunkelte Hinterzimmer – was sonst, von Terracotta-Romantik einmal abgesehen, sollte den deutschen Durchschnittsleser an Italien interessieren?

Die hohe Präsenz italienischer Krimis auf dem deutschen Buchmarkt lässt vermuten, dass das Etikett „Mafia“ fast immer zieht, zuletzt eindrücklich bewiesen durch das als Enthüllungsbuch gefeierte Gomorrha von Roberto Saviano.

Auch die Aufmachung von Romanzo Criminale lässt sofort an die genretypischen Kategorien denken. Doch der „Kriminalroman“, verfasst noch in der Prä-Saviano-Zeit (2002) von dem Richter Giancarlo De Cataldo, ist mehr als ein einfacher Thriller und mehr als ein Lamento über die italienischen Zustände. Mehr lesen

„Ich habe die Nase voll“: Angeekelt vom Literaturbetrieb

„Ich habe die Nase voll“: Angeekelt vom Literaturbetrieb
Altmodische Optik, brisanter Inhalt.

In Italien bloggt ein gefrusteter Lektor aus dem Nähkästchen.

Es ist bewunderns- und auch ein bisschen beneidenswert. Der Blick ins Ausland zeigt: Literatur kann auch im Internet ein polarisierendes Thema sein. Der Freitag berichtete kürzlich über den französischen Literatur-Blogger Pierre Assouline, dessen Beiträge auf dem Blog „La république des livres“ oft mehrere hundert Kommentare hervorrufen. Ein großer Provokateur sei er, und es ist diese Art des Schreibens, die sich auch in Italien als Erfolgsrezept herausgestellt hat.

Es begann alles Ende April auf dem Blog mit dem besagenden Titel „La vera editoria“ („das wahre Verlagswesen“): Unter dem Schutzmantel der Anonymität schreibt dort ein angeblicher Insider, laut Selbstbeschreibung Lektor fortgeschrittenen Alters mit langjähriger Erfahrung in bekannten Verlagshäusern. Als selbstständiger Talentscout hat er dem Literaturbetrieb zwar noch nicht den Rücken gekehrt, doch die Mechanismen hat er gehörig satt – weshalb er nun virtuell „Dampf ablassen” muss. Mehr lesen

„Von der Kommerzialisierung zurück zum Buch“

„Von der Kommerzialisierung zurück zum Buch“

Das Buch: Nur noch Konsumartikel?
Quelle: Leipziger Messe GmbH/N. Rembarz

Weiterer Seitenhieb auf Hegemann: Offener Brief des Bundesverbandes junger Autoren und Autorinnen (BvjA) am Welttag des Buches.

„Mit Sorge betrachtet der Bundesverband junger Autoren und Autorinnen (BVjA) seit geraumer Zeit den in der Verlagsbranche allgemein zu beobachten- den Trend, dass eine Sensation mehr wiegt, als ein sorgsam gearbeitetes Buch“, heißt es im Offenen Brief, der im Wortlaut auf der Webseite des Börsenblatts nachzulesen ist. Mehr lesen

Das Ende des Buches, wie wir es kennen?!

Das Ende des Buches, wie wir es kennen?!
Buch
Es knisterte so schön…
Quelle: jugendfotos.de/nopey.

„Es gibt keine Bücher mehr. Es gibt Datensätze mit unendlichen Möglichkeiten. Wir haben trotzdem immer weiter gemacht. Haben Messe gemacht. Jedes Jahr.“
Vergangenen Samstag prophezeite Elmar Krekeler, Leiter der „Literarischen Welt“ und Alfred-Kerr-Preisträger, in seinem Editorial „Willkommen zur Buchmesse 2040“ den Untergang des gedruckten Buches, und damit auch das Ende der Verleger, wie wir sie kennen. Nennen wir es nicht Prophezeihung, nennen wir es Warnung – noch sind wir nicht so weit. Mehr lesen

Italienische Verhältnisse im Berliner Ensemble

Italienische Verhältnisse im Berliner Ensemble

Angekündigt hatte das Berliner Ensemble für den Freitag-Abend eine „einmalige Veranstaltung“ mit dem italienischen Literaturnobelpreisträger Dario Fo und seiner Ehefrau, der Theaterautorin und Politikerin Franca Rame. Die soeben im Rotbuch-Verlag erschienene Autobiographie Rames „Ein Leben aus dem Stegreif“ sowie die bereits 2008 erschienene Biographie Dario Fos („Die Welt, wie ich sie sehe“) sollten Anlass geben zum Gespräch mit Claus Peymann. So weit, so vielversprechend. Doch es kam alles anders.

Dario Fo in Aktion

Quelle: flickr/Ghirigori

Mehr lesen