Johanna Grießmann
Unbezahlte Praktika und schlecht vergütete Volontariate sind in kulturellen und sozialen Bereichen üblich. Leider auch in der Buchbranche.
Was konnten wir da in der letzten Woche auf der Webseite des Börsenblatts lesen? Da beschwerte sich jemand erstmals öffentlich über wenig bis nicht bezahlte Praktika und Volontariate in der deutschen Verlagslandschaft. Wir sind natürlich froh, dass es endlich einmal jemand angesprochen hat. Und dann gleich auf der Internetseite des Sprachrohrs der Branche und der Institution, die auch die Interessen von uns Berufsanfängern vertreten sollte, bisher aber anscheinend nicht getan hat. Auch auf dem Karrieretag der Leipziger Buchmesse vor zwei Jahren schwieg der Börsenverein-Moderator, als es Fragen zum Thema Gehalt gab, und versuchte darüber hinweg zu lächeln. Auch sonst waren unbezahlte Praktika und niedrige Volontariatsgehälter nie ein öffentliches Thema in der Verlagsbranche. Dass es Gesprächsbedarf gibt, jedenfalls von Seiten der Berufseinsteiger, zeigen die vielen Kommentare und Fragen, die es bereits nach wenigen Tagen zur Marginalglosse gab. Ist man nun selbst schuld daran, wenn man sich für die Verlagsbranche interessiert und darf kein höheres Gehalt verlangen? Machen sich die Verlage die eigene Branche kaputt? Ein Problem von Angebot und Nachfrage?
Keine einfachen Fragen, keine einfachen Antworten. (weiterlesen …)


