Suhrkamp in Berlin

Suhrkamp in Berlin

Litaffin im Gespräch mit Dr. Petra Hardt, Leiterin für Rechte und Lizenzen

(c) Katrin RitteDer Suhrkamp Verlag ist Anfang dieses Jahres von Frankfurt nach Berlin gezogen. Dieser Schritt wurde von Journalisten kritisch und argwöhnisch beäugt und in den Medien viel diskutiert. Die Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz sprach davon, dass der Umzug des Verlages für mehr Wirbel gesorgt habe als der Wechsel der Regierung von Bonn nach Berlin. Aber nicht nur wegen des Standortwechsels war viel vom Suhrkamp Verlag in den Medien zu lesen, sondern auch wegen des Archivverkaufs nach Marbach und nicht zuletzt wegen des Streits mit dem Sohn des verstorbenen Verlegers Siegfried Unseld. Kaum verwunderlich also, dass Joachim Unseld nicht an den großen Feierlichkeiten zum Umzug teilnahm. Sehr wohl kam aber Martin Walser in die Pappelallee, um seinen einstigen Verlag hier in Berlin zu begrüßen. Vor allem aber ist der Suhrkamp Verlag immer wieder in den Medien, weil dieser Verlag einfach einer der bedeutendsten Deutschlands ist und wohl auch bleiben wird. Am 6. Mai eröffnete der edition suhrkamp laden in der Linienstraße 127 in Zusammenarbeit mit der Autorenbuchhandlung Fürst & Iven. Hier kann man bis zum 24. Juli zum ersten Mal die komplette regenbogenfarbene edition suhrkamp, designed von Willy Fleckhaus, in Bücherregalen bestaunen und natürlich auch kaufen. Auch dies wird sicherlich wieder ein brisantes Thema für die Medien sein.
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Heißes Wasser für alle

Muss ich diesen Gästen diesen Käse kaufen? Will ich ein Leben lang in dieses Fitnessstudio gehen? Ist eine Zahnspange ganz für mich alleine nicht auch ein Glück?

Am gestrigen Abend, dem 25.1.10, fand im Literarischen Colloquium Berlin eine szenische Lesung statt – bearbeitet vom Dramaturgie-Seminar der Angewandten Literaturwissenschaft der FU Berlin und gelesen von Schauspielstudenten der UdK. Gegenstand der Lesung war Gesine Danckwarts Text „Heißes Wasser für alle“. Dieses Stück zeigt auf, wie sich die großen Themen unserer Zeit in den Falten des Alltags verstecken. In musikalisch montierten Monologen wird das Scheitern des modernen Menschen auf allen Ebenen inszeniert: Was ist das für eine Freiheit, die sich aufspannt zwischen den Ansprüchen von Konsumgesellschaft, Marktwirtschaft und den erstarrten Formeln menschlicher Beziehungen? Das Sprechen darüber macht vor allem eines deutlich: Der Dialog gerät an seine Grenzen, wenn wir uns unserer selbst, unseres Gegenübers und der Welt da draußen nicht mehr sicher sind.

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