„The future of reading is not reading.“
Litflow. Für die nächste Literatur.

„The future of reading is not reading.“  Litflow. Für die nächste Literatur.

Der Thinktank für die nächste Literatur hat getagt. Am Freitag und Samstag trafen sich im Berliner Theaterdiscounter die Mit-, Vor- und Querdenker des internationalen Literaturbetriebs, um über die Umwälzung der Buchbranche zu sprechen. Oder vielmehr: um die Umwälzung der Branche weiterzudenken. Es wurde auch Zeit, denn endlich einmal wurden bereits laufende Entwicklungen nicht als Bedrohung abgetan, sondern im Kollektiv und mit Freude weitergesponnen. Mehr lesen

Fotografische Chronologie der Literatur:
Renate von Mangoldt im Interview

Fotografische Chronologie der Literatur:  Renate von Mangoldt im Interview

Elias Canetti, Max Frisch, Elfriede Jelinek, Peter Esterházy, Karen Duve oder Zsuzsa Bánk sind nur einige der über 1000 Autoren, die die Fotografin Renate von Mangoldt seit der Gründung des Literarischen Colloquiums portraitierte. Ihre Schwarz-Weiß-Bilder prägen unser literarisches Gedächtnis auf visueller Ebene. Per E-Mail beantwortet Renate von Mangoldt Fragen zu ihrer Arbeit am LCB, der Beziehung von Autor, Text und Bild sowie zu ihrem demnächst erscheinenden Buch. Mehr lesen

Ode an die Kunst – Michel Houellebecq: Karte und Gebiet

Ode an die Kunst – Michel Houellebecq: Karte und Gebiet

Das enfant terrible der französischen Literaturszene, der Baudelaire der Supermärkte, hat einen neues Buch geschrieben. Platz eins auf den französischen Bestseller-Listen, Gewinn des wichtigsten französischen Literaturpreises, große Begeisterung bei Freunden wie Feinden – was ist dran am neuen Roman von Michel Houellebecq?

Jed Martin ist Künstler. Er lebt allein in seiner unaufgeräumten Pariser Wohnung, lauscht dort dem rhythmischen Glucksen seines alten Warmwasserboilers und holt wie jedes Jahr zu Weihnachten seinen Vater für ein paar Stunden zum Essen aus dem Altersheim. In der Kunst hingegen will Jed sich nicht wiederholen. Er fotografiert und bearbeitet Straßenkarten der französischen Firma Michelin, malt eine Reihe von Gemälden, die Menschen wie Steve Jobs oder das Escort-Girl Aimée bei ihrer Arbeit zeigen und dokumentiert am Ende seines Lebens den Zerfall aller Dinge mittels collagenartiger Videogramme. Jed macht sich einen Namen in der internationalen Kunstszene und sein Galerist beschließt, sich für die Katalogtexte prominente literarische Unterstützung ins Boot zu holen: den weltberühmten Schriftsteller Michel Houellebecq. Mehr lesen

Blogrundschau#2: (Never) Judge a book by its cover!

Blogrundschau#2: (Never) Judge a book by its cover!

Von Sarah Ehrhardt und Lisa Heyse.

Never judge a book by its cover mal ganz wörtlich genommen – wir alle lassen uns doch mehr oder weniger bewusst oder unbewusst vom Äußeren eines Buches anziehen oder abstoßen. Wer hat sich nicht schon einmal dabei ertappt, die eigene Lektüre in der U-Bahn in einer ergonomisch denkbar ungünstigen horizontalen Position zu halten, nur damit das Cover dem Gegenüber nichts suggeriert, was nicht suggeriert werden soll? Unsere zweite Blogrundschau durchforstet das WWW nach Meinungen zum Buch als Gestaltungsobjekt. Was macht ein gutes Cover aus? Welche gestalterischen Möglichkeiten eröffnen sich im Falle des Buchs als Verbindungsglied zwischen Text und Bild jenseits der klassischen Umschlagpräsentation? Und warum ist das Buch als Design-Gegenstand auch bei Innenarchitekten heiß begehrt?

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Zadig
Die Französische Buchhandlung in Berlin-Mitte

ZadigDie Französische Buchhandlung in Berlin-Mitte

Von „Another Country“ aus reisen wir gleich weiter in frankophone Gefilde und besuchen diesmal die Buchhandlung „Zadig“ in Berlin-Mitte. Zwischen Neuer Synagoge und Oranienburger Tor befindet sich seit nunmehr sieben Jahren einer der Berliner „hot spots“ französischer Kultur. Mit Litaffin sprach Patrick Suel, der Inhaber, über Voltaire, Houellebecq, die Konkurrenz und das Jahr 2011.

Litaffin: Patrick, welche Idee steckt hinter der Namenswahl? Warum der Bezug zu Voltaires Erzählung Zadig ou la destinée?

Suel: Zunächst einmal hat Voltaire als Franzose auch einen Bezug zu Berlin – er lebte und publizierte ja eine Weile am Hof von Friedrich II. Der Name Zadig ist mehrdeutig: im Arabischen steht er für Wahrheit, im Hebräischen für Gerechtigkeit, er verkörpert die Idee der Aufklärung. Weder Voltaire noch die Figur Zadig sind Vorbilder für mich, aber auf intellektueller Ebene sind sie interessante Charaktere. Manchmal frage ich mich auch, ob Zadig nicht eigentlich ein schrecklicher Name für eine Buchhandlung ist, denn die Figur in Voltaires Erzählung macht viel Furchtbares durch. Doch am Ende zählt, dass er sich diesen Dingen stellt (und als Sieger aus dem Kampf hervorgeht). Das ist doch eine gute Philosophie!  Mehr lesen

SuB, SaB, RuB und RaB
Der Stapel ungelesener Bücher oder: Die stille Reserve

SuB, SaB, RuB und RaBDer Stapel ungelesener Bücher oder: Die stille Reserve

Stapelweise ungelesene Seiten

Mein SuB und ich, eine unendliche Geschichte. Ein bisschen wie dreckiges Geschirr in der Spüle führt er mir jeden Tag vor Augen, was ich irgendwann einmal lesen wollte und müsste, wenn ich könnte – wären da nicht 100 andere Verlockungen. Ich träume davon, ihn eines Tages zu besiegen. Die Chancen stehen schlecht.

Zeig mir deinen SuB und ich sage dir, wer du bist!

Als ich neulich im Internet nach Literaturblogs suchte, fielen mir immer wieder drei Buchstaben ins Auge. Die Literaturblogger dieser Welt beschäftigt ein Phänomen, das alle Leser wohl nur zu gut kennen: der Stapel ungelesener Bücher, kurz: der SuB. Mit erstaunlicher Hingabe und großer Dokumentationsfreude wird alles geordnet, was nur darauf wartet, gelesen zu werden – alphabetisch, nach Dringlichkeit oder nach Dauer des Verweilens unter Artgenossen. Jeder scheint eine ganz persönliche stille Reserve zu haben, auf die ganz nach Bedarf zurückgegriffen werden kann. Auch in Literaturforen wird diskutiert, wer den Schönsten, Größten und Anspruchsvollsten hat. Frei nach dem Motto: Zeige mir deinen SuB und ich sage dir, wer du bist. Hier zählt nicht, was man gelesen hat, sondern was man nicht gelesen hat. Je mehr, desto besser. Manche Blogger berichten gar von ganzen RuB, Regalen ungelesener Bücher. Für Parallelleser und Buchabbrecher lohne sich übrigens auch das Anlegen eines SaB – so können ANgelesene Bücher besser von UNgelesenen unterschieden werden. Vom imaginären SuB, dem langen Wunschzettel aller Bücher, die man so gerne lesen möchte, aber noch nicht besitzt, will ich hier gar nicht erst anfangen.

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