Gruppe B | Land 4

Unser aller hatte sich eine unwillkürliche Freude bemächtigt. Wir fühlten zu tief, dass dieser Tanz die Welt unserer Liebe und unserer Wünsche darstellte.
So fand auch ich mich samt meiner Erwählten bald in einem Karree mit Don Segundo zusammen. Das wurde ein »Gato« mit Anspielungen
Als die Musik schwieg, sagte ich mit heller Stimme mein Verslein:

»Einem Morgenstern als Führer
Bin ich diesmal nachgegangen
Um zu dem geliebten Mädchen
In den Ballsaal zu gelangen.«

Wir machten eine Drehung nach rechts und stampften eine Tanzfigur. Ruhig erwartete ich die Antwort, die auch nicht auf sich warten ließ:

»Von der Liebe konnt’ ich leider
Noch bis heute nicht viel wissen;
Wenn du darin so gelehrt bist,
Wirst du sie mich lehren müssen.«

Nun kam die Reihe an Don Segundo. Er tanzte auf seine Nachbarin zu und drohte mit scheltender Stimme:

»Eins, zwei, drei,
Und eins dazu sind vier;
Liebst du mich nicht mehr,
Dann töte ich mich hier.«

Nachdem die darauf folgende Runde getanzt war, antwortete die stattliche Doña Encarnación, gleichgültig die Schultern hebend:

»Eins und zwei und drei,
Mir ist das einerlei.«

Unter Scherzen und Schmeicheleien nahm das Spiel seinen Fortgang. Wir tanzten noch einen »Triunfo« und einen »Prado«, und in der Hitze verwirrte ich mich immer mehr mit meinem Mädchen in Anspielungen, die uns erlaubt schienen, weil wir sie einander in Reimen zuwarfen.
Mein schwarzbraunes Schätzchen war entschieden das lustigste Mädel vom ganzen Fest. Und da im Morgengrauen ein gewisses Verlangen nach erholsamer Ruhe sich bei uns bemerkbar machte, ließ ich mich selbstvergessen immer tiefer in ihre blitzenden Augen sinken. Ihre vollen Lippen lachten zärtliche Antwort.

Ein bisschen verwirrt, sowohl durch meine eigene Dreistigkeit wie durch ihre stumme Einwilligung, nahm ich mir vor, sie beiseite zu ziehen. Ich lud sie ein, im Erfrischungszelt etwas zu sich zu nehmen. Und als ich sie mit Geschick und Mühe hinter die Zeltwand gelotst hatte, versuchte ich, ihr ohne weiteres einen Kuss zu geben. Einen Augenblick kämpften wir miteinander; ich sah mich von ihren Zorn sprühenden Augen zurückgewiesen.
So gingen wir in den Ballsaal zurück, ohne dass mir das Geringste einfallen wollte, womit ich sie hätte versöhnen können. Und obgleich ich sie zu den drei folgenden Tänzen aufforderte, weigerte sie sich mit durchsichtigen Gründen.

Wütend erinnerte ich mich des Wohlwollens, das ich von der »Grünen« erfahren hatte. Nicht lange darauf stand ich schon mit meiner neuen Freundin auf dem besten Fuße, und warf mir fast vor, ein Dummkopf gewesen zu sein, und meine Zeit mit der anderen vertan zu haben.

Am Schluss einer Polka drückte ich ihr zärtlich die Finger; aber ich musste an jenem Abend keine glückliche Hand haben, denn heftig fuhr sie auf und sagte schnippisch:

»Glauben Sie etwa, dass ich ein Besen bin, mit dem man Abfälle auskehrt?«

Ade, ihr Vergnügungen dieser Ballnacht! All die Leute, deren Ellenbogen mich im Gedränge pufften, fingen mit einmal an, mich zu ärgern wie ein Pferd, das einen beim Falle gequetscht hat.
Ich suchte Schutz in Pedros Gesellschaft.

»Guck bloß mal«, sagte der, und wies auf ein Ausländerpärchen, das hopfend vorbeitanzte, »hübsch, was? Als ob sie mit den Füßen Nägel aus dem Boden zögen.«

Als er meine Verstimmung bemerkte, richtete er seine Witze gegen mich.

»Na, siehst du nun, dass das blöde Herumgehopse zu nichts Gutem führt? Hat man dich etwa vor die Tür gesetzt, du armer Kerl?«

Da drehte ich mich auf den Hacken um und ging in den Tag hinaus, der schon ganz hell geworden war. Nun wollte ich doch lieber den Kopf auf den Sattel legen und noch ein paar Stunden schlafen.

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Die Viertelfinalpaarungen der litaffin-WM 2010 lauten wie folgt:

1 | Uruguay aus Gruppe AArgentinien aus Gruppe B
2 | USA aus Gruppe CSlowenien aus Gruppe C
3 | Niederlande aus Gruppe ENeuseeland aus der Gruppe F
4 | Portugal aus der Gruppe GElfenbeinküste aus Gruppe G

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