Kategorie: Rezensionen

Markus Streichardt

Wortwelten Cover1Sherko Fatahs neuer Roman Ein weißes Land (Luchterhand) wird von Thomas E. Schmidt (Die Zeit) als Beispiel angeführt, „wie welthaltig die deutsche Literatur geworden ist.“ Dieser Welthaltigkeit widmet sich die seit 2007 jährlich in Bremen stattfindende globale° – Festival für grenzüberschreitende Literatur. Eingeladen werden Autorinnen und Autoren, die aus den unterschiedlichsten Gründen ihr Geburtsland verließen und versuchen, in der Fremde „heimisch“ zu werden. Sie besitzen also nach dem Ordnungskriterium des statistischen Bundesamtes einen „Migrationshintergrund“. Ihre Diskussionsbeiträge werden jeweils in Publikationen des Ulrike Helmer Verlag zusammengetragen.

Im aktuellen Band WortWelten wird im Allgemeinen das Verhältnis von Sprache und Schreiben thematisiert und im Besonderen der literarische Umgang mit Grenzerfahrungen (Krieg, Diktatur, Flucht, Exil). Hierbei wird vor allem das Dilemma deutlich, in dem sich manche Autoren befinden beziehungsweise in das sie unfreiwillig gedrängt werden. Abbas Khiders Unbehagen wuchs, als sein Debütroman Der falsche Inder (Nautilus) „nur“ inhaltlich besprochen wurde. Die formalen Aspekte, die die Flucht des Protagonisten aus dem Irak plastisch vor Augen führen, wurden hingegen von der Literaturkritik sträflich vernachlässigt. Aber gerade für sein Handwerk möchte der Autor Anerkennung erhalten und nicht nur weil er eine gute Geschichte zu erzählen hat. (weiterlesen …)

Fabia Straub

Unser Adventsbeitrag zur allwinterlich-vorweihnachtlichen Geschenkproblematik.

Teil 4: “Das Graveyard Buch” von Neil Gaiman. Die deutsche Ausgabe ist 2010 im Arena Verlag erschienen.

Präsentiert von Theresa Kellner.

Fabia Straub

Unser Adventsbeitrag zur allwinterlich-vorweihnachtlichen Geschenkproblematik.

Teil 3: “Für Eile fehlt mir die Zeit” von Horst Evers, erschienen im Rowohlt Verlag.

Präsentiert von Insa Kohler.

Fabia Straub

Unser Adventsbeitrag zur allwinterlich-vorweihnachtlichen Geschenkproblematik.

Teil 2: “Super Sad True Love Story” von Gary Shteyngart, erschienen im Rowohlt Verlag.

Bücher statt Socken #2 from www.litaffin.de on Vimeo.

Präsentiert von Caroline Merz

Den Litaffin-Artikel zur Lesung Shteyngarts findet ihr hier.

Fabia Straub

Unser Adventsbeitrag zur allwinterlich-vorweihnachtlichen Geschenkproblematik.

Teil 1: “Gemeine Antworten auf Kinderfragen” aus der Reihe “Die kleinen bösen Bücher”, erschienen bei Onkel & Onkel.

Bücher statt Socken #1 from www.litaffin.de on Vimeo.

Präsentiert von Steffen Szary

Janina

Westend-50-Dinge„Heute schon die Welt gerettet?“
Mit dieser Überschrift versieht die taz-Chefredakteurin und Herausgeberin von „50 einfache Dinge“ ihr Vorwort. Zwar meint Ines Pohl den Titel durchaus ein wenig ironisch, dennoch ist sie der festen Überzeugung, „dass wir Verantwortung tragen, die nicht nur uns selbst anbelangt, sondern die ganze Weltgemeinschaft“. Und das ist in einer globalisierten Welt nicht weit hergeholt. Litaffin hat das Buch gelesen und sich mit der Herausgeberin unterhalten.

50 einfache Dinge, die Sie tun können, um die Gesellschaft zu verändern“ ist – nennen wir es so – ein Ratgeber. Die mitwirkenden AutorInnen stellen darin in 50 Artikeln Modelle vor, wie wir zu aktiven Teilnehmern dieser Veränderung werden können. Manchmal laden uns die AutorInnen zu gedanklichen Spielen ein: „Keine Revolution ist auch keine Lösung! Wir müssen vielleicht nur einen neuen Begriff dafür finden, denn »Reform« hat einen strengen Geruch angenommen“. Meist sind es aber ganz konkrete Hinweise darauf, wo wir selber anpacken können. Diese werden in drei Bereiche gegliedert: solidarische Ökonomie, Ökologie und soziale Kreativität. (weiterlesen …)

Dennis Grabowsky

Bierm SlDer Anlass der Nachricht ist irgendwie traurig, die Urheber dagegen gehören zum Komischsten, was das deutschsprachige (Musik-)Kabarett zu bieten hat: Die Biermösl Blosn lösen sich auf. Das haben die drei Brüder Hans, Christoph und Michael Well für Anfang 2012 angekündigt. Sie hinterlassen ein gewichtiges Erbe – für Bayern UND Preußen.

Seit 1976 waren die Sprösslinge einer Musikerfamilie aus Günzlhofen bei Fürstenfeldbruck die prominentesten Garanten dafür, die subversive Tradition der Volksmusik gegen deren dümmliche und verdummende Kommerzialisierung („Jodelhorrormonstershow“) zu verteidigen. Ihre Auftritte mit dem großen Gerhard Polt oder den Toten Hosen machten sie auch bundesweit berühmt, ihre bissigen Spitzen vor allem gegen die bayerische Obrigkeit – oder auch die bayerische Selbstüberschätzung (siehe Video “Bayern” am Ende des Artikels) – sind jedoch schon länger berüchtigt. Legendär wurde dabei das BayWa-Lied, das zu den Klängen der Bayernhymne den Einsatz von umweltschädigender Chemie in der Landwirtschaft kritisiert, für den unter anderem die Münchner BayWA AG verantwortlich zeichnete. (weiterlesen …)

Lisa Heyse

40097 1 Weiss Bb Web3-657x1024Über den Begriff des enhanced eBooks ist schon viel diskutiert worden. Die Frage dabei ist immer wieder, wie dieser „enhanced content“, mit dem das Buch erweitert wird, aussehen kann und soll. Wo liegt die Grenze zwischen einem normalen und einem angereicherten eBook? Und noch viel wichtiger: Wann bietet dieser weitere Inhalt einen wirklichen Mehrwert? Wir haben uns den historischen Roman “Schandweib” in der enhanced Version angeschaut.

Der historische Roman als Genre scheint erst einmal gut geeignet für eine mediale Anreicherung des Inhalts. Er spielt an einem bestimmten Ort in einer vergangenen Zeit und knüpft oftmals an reale Ereignisse an: drei Komponenten, die in über das gedruckte Buch hinausgehender Form beleuchtet werden und dem interessierten Leser Fragen beantworten können; Fragen, die auch durch die Zuhilfenahme anderer Bücher, des Internets oder kundiger Menschen geklärt werden könnten. Das angereicherte eBook bietet aber den Bequemlichkeitsfaktor. Ein kurzer Klick, und ich sehe eine Porträtzeichnung des Landvogts, ein zweiter Klick und ich bin wieder im Text. Kein Suchlauf bei Google, kein Eintippen bei Wikipedia, und erst recht kein Blättern im Lexikon. (weiterlesen …)

Dennis Grabowsky

Kluge1


Wer beim Schmusen gerne schwatzt, hat zwar worthistorisch alles richtig gemacht, könnte aber dennoch das Unverständnis des Partners ernten, sofern dieser kein Rotwelsch beherrscht. Dann kann es hilfreich sein, mit etymologischem Fachwissen aufzutrumpfen.

Zum Beispiel so: “Ein als Dopingsünder überführter Sportler hätte in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes dope eigentlich alles andere als gesündigt, geht dieses doch auf das niederländische doop zurück. Und das bedeutet nichts anderes als Taufe.” Spätestens jetzt dürfte es mit dem Schmusen vorüber sein, aber relevantes Partywissen ist ja auch was wert. (weiterlesen …)

Franziska Schramm

Die Frage, ob Spoken Word und gedrucktes Wort miteinander vereinbar sind, hat die Poetry Slam Szene in den letzten Jahren vielfach diskutiert und häufigst fröhlich bejaht. Etliche Bühnenpoeten haben ihre Sprechtexte mittlerweile veröffentlicht – und gezeigt, dass ihre Texte auch ohne Performance ein Publikum finden. Immer wieder haben einzelne Performer auch die Großform der Erzählung, den Roman gewagt, so wie jetzt auch Xochil A. Schütz und Mirco Buchwitz.

Beide wissen auf der Bühne ihre Zuhörer in den Bann zu ziehen: Xochil mit einer Mischung aus zarter Romantik und derber Provokation, die ihren besonderen Ton ausmacht – mit “Sahne in der Stimme und Sex in den Zeilen”, wie die Presse über sie sagt. Mirco Buchwitz dagegen gilt als “intellektueller Rocker”, der in seinen Texten so präzise und melancholisch gewitzt beobachtet, dass es einen den Kneipenblues der Kleinstadt durch die Adern spült. Doch was passiert, wenn diese Autoren ohne Mikro und angeheitertes Publikum unterwegs sind? Schwarz auf weiß, gebunden, mit ISBN und Ladenpreis versehen? (weiterlesen …)

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