Flucht ins Kollektiv

Flucht ins Kollektiv

Die Idee des autoritären Charakters entstand bereits in den 1930er Jahren im Umfeld der Frankfurter Schule. Nun ist 2020 ein Band zur Aktualität dieser Idee im Verbrecher Verlag erschienen: »konformistische Rebellen – zur Aktualität des autoritären Charakters«. Marie Kraja hat mit Herausgeberin Katrin Henkelmann über Versuche der Ohnmachtsbewältigung, durchlektorierte Nächte und das potentiell faschistische Individuum gesprochen.

Interview von Marie Kraja

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Indiebookchallenge: Mit einem Gemälde auf dem Umschlag #1

Indiebookchallenge: Mit einem Gemälde auf dem Umschlag #1

Dekorativ, farbenfroh, leicht eingestaubt, muss ich zugeben – wie ein schönes Gemälde – stand „Ein Mann der Kunst“ in meinem Bücherregal. Wer wie ich ein Buchnerd ist, kennt dieses Phänomen, dass man immer mehr Bücher in den Buchhandlungen kauft, als man eigentlich Zeit zum Lesen hat. In einem Interview sagt der Autor Kristof Magnusson: „Die Kunst funktioniert nicht, wenn sie nicht wahrgenommen wird.“ Also habe ich dieses herrlich satirische Buch entstaubt, aufgeschlagen und endlich wahrgenommen!

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Lux: Eine toxische Beziehung und ein Roadtrip

Lux: Eine toxische Beziehung und ein Roadtrip

Lux hat viele Ängste. Um sich diesen Gefühlen zu stellen und ihrer Vergangenheit zu entfliehen, fliegt sie kurzerhand in die USA. Dort begegnet sie während einer Busfahrt der wunderschönen Kat. Gemeinsam starten sie einen Roadtrip durch die amerikanische Landschaft. Olivia Kuderewski beschäftigt sich in ihrem Debüt „Lux“ mit einer toxischen Beziehung, die sich durch Zuneigung und gleichzeitig Misstrauen und Machtspielen entwickelt.

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Feminismus ganz ohne Hashtag?

Feminismus ganz ohne Hashtag?

Dass Gleichberechtigung im Literaturbetrieb längst noch ein Fremdwort ist, möchte der Roman Hippocampus von Gertraud Klemm aufzeigen. Die österreichische Autorin entwirft das Bild einer sensationslüsternen, patriarchalen und korrupten Literaturbranche – und legt, wie es der Klappentext verspricht, ihren Finger dahin, wo es wehtut. Doch Klemms Finger kratzt nur an der Oberfläche.

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Die Gespenster von Demmin

Die Gespenster von Demmin

Wie aufwachsen am Ort des größten Massensuizids der deutschen Geschichte? Larry hat einen Berufswunsch: sie will Kriegsreporterin werden. Das hat sie zwar noch nicht allen erzählt, ihrem Vater zum Beispiel nicht, aber das hat auch seine Gründe: Ihre beste Freundin Sarina kann mit Larrys Plänen so gar nichts anfangen. Als Gegenfigur zu dem Mädchen zeichnet Autorin Verena Keßler Larrys Nachbarin, eine Zeitzeugin, die 1945 dabei war. Ihre Mutter ertränkte sich damals im Fluss Peene und nahm die kleine Schwester mit in den Tod. Der Autorin gelingt es, in ihrem Debüt anhand des ungewöhnlichen Mädchens und der alten Frau eine Coming-of-Age-Geschichte mit den Ereignissen von 1945 zu verknüpfen und sie beweist, dass Erinnerungen unerlässlich sind, um auf die Gegenwart zu blicken.

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