Eine entführte Urne auf dem Dach, Tiger an der Wand: LEVI

Eine entführte Urne auf dem Dach, Tiger an der Wand: LEVI

In Carmen Buttjers Kopf gab es zuerst das Bild eines Jungens mit Urne auf dem Dach, getrennt von den Eltern. Dieses Bild ist zu einem Roman gewachsen: Levi entführt die Urne seiner Mutter und zieht damit in ein Zelt aufs Dach. Carmen Buttjers Debüt LEVI ist stimmungsvoll und bildgewaltig, tragisch und charmant. Kein anderer Ort als der Klunkerkranich über den Häusern Neuköllns hätte besser zu dieser Premierenlesung gepasst. Mehr lesen

Indiebookchallenge: Lies einen Comic #5

Indiebookchallenge: Lies einen Comic #5

Ich erinnere mich noch gut an einen Theaterabend, den ich mit einer leichten Erkältung begann und aus dem ich mit einer schweren Grippe herauskam. Wie auch immer das (meta-)physisch im Zusammenhang mit dem dargebotenen Woyzeck zu erklären ist; Vorhang auf für die Graphic-Novel-Adaption eines der meistgespielten Dramen der deutschen Literatur: Der Woyzeck ist immer noch starker Tobak, auch bei Andreas Eikenroth.

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From Panels With Love #24: Die dicke Prinzessin Petronia

From Panels With Love #24: Die dicke Prinzessin Petronia

Wenn das Leben dir Zitronen gibt, bist du nach wie vor eine übellaunige Prinzessin, liebe Petronia.

Aber was will man auch machen, wenn der kleine Prinz dein schleimiger Vorzeigecousin ist, du von deinen Eltern nur einen winzigen Planeten gestellt bekommst und sie dir als Haustier einen Multifkuntionswurm schenken. Und dann ist da noch die Sache mit der Thronfolge: Outgesourced von den eigenen Eltern. Mehr lesen

From Panels With Love #23: Der Schwindler

From Panels With Love #23: Der Schwindler

Eine Wahrsagerin prophezeit einem Buchhalter aus St. Petersburg den großen Reichtum und während der russischen Revolution wird aus eben jenem Semjon Newsorow ein großer Schwindler.

Dieses Szenario entwarf Alexei Tolstoi für seinen Roman Ibykus (1924). Pascal Rabaté hat aus dieser Vorlage eine Graphic Novel gearbeitet, die sich in der Gesamtausgabe getrost Comicwälzer nennen darf. Mehr lesen

Kolja Mensing – Fels

Kolja Mensing – Fels

Der integere Soldat in einer schlechten Armee; die unbeteiligten Nachbar*innen in dunkelen Zeiten; Die Ausgelieferten, die mitgemacht haben, weil sie keine Wahl hatten.

Wir alle kennen die Narrative von Menschen, die sich in totalitären Regimen behaupten müssen oder sich unterordnen, ohne jedoch vom System überzeugt gewesen zu sein. Im Laufe der Generationen von Erzählenden und Nachgeborenen entstehen Leerstellen, die durch die strahlenden Momente in bösen Tagen gefüllt werden. Genau so einer, seiner, Familiengeschichte nähert sich Kolja Mensing mit Fels und plötzlich ist die romantische Verlobung seiner Großeltern im Jahr 1943 nicht mehr die einzige nennenswerte Familienerinnerung an den Krieg. Mehr lesen