Kategorie: Literatur im Netz

Franziska Schramm

Das Programm für “Leipzig liest” ist online – und wartet mit über 2.000 (!) Veranstaltungen auf, darunter Lesungen, Podiumsdiskussionen, Signierstunden, Poetry Slams und Partys. Wir haben uns schon mal durch den Termindschungel geschlagen und ein paar Highlights ausfindig gemacht.

Fernglas 21

adapted from Gerlos (CC Flickr image)

(weiterlesen …)

Sina Flubacher

Zur Preisbindungsdebatte von E-Books

Da ist sie, die Frage, die sich lange abzeichnete und nun erstaunlich spät gestellt wird: Soll und darf die Preisbindung auch für E-Books gelten? In einer Stellungnahme spricht sich der Börsenverein deutlich dafür aus, auch wenn das E-Book der »Generation Tablet Reader« mit seinen Vernetzungsmöglichkeiten nicht mehr unter die Kategorie Buch fällt.

Natürlich aber kauft kein Mensch ein E-Book, das lediglich eine digitalisierte Form der Hardcoverausgabe ist, nur ohne Einband und dafür drei Euro billiger. Diese Entwicklung hätte man wirklich vorhersehen können, allein ein paar Klicks auf youtube haben im Vorfeld darüber informiert, wie die Zukunft des E-Book aussieht, und dass die Wellen erst mit dem endgültigen Erscheinen des Apple iPad hochschlagen, ist ebenso unnütz wie typisch. Wie immer wird beim Sprung gejammert und an der Reißleine erst kurz über dem Boden gezerrt.
Wie aber sieht die Lösung aus? Keine Preisbindung bedeutet: Dumpingpreise von Großanbietern wie Amazon, vor allem für die Bestseller und wenig bis kein Absatz von anderen E-Books, von Printausgaben ganz zu schweigen. Doch das Internet würde die Preisbindung von digitaler Literatur mittelfristig wahrscheinlich aushebeln, da die kostenlosen und/oder illegalen Angebote wie Pilze aus dem Boden schießen, sobald sie an anderer Stelle beschränkt werden. Die Paid-Content-Debatte ist nicht zuletzt aus diesem Grund noch nicht zu Ende geführt. Also die Preisbindung vielleicht doch gleich ganz aufheben, wie in Schweden oder Großbritannien?

Retten kann sich die Branche anscheinend nur, wenn sie mit Alternativangeboten schnell auf den neuen Markt reagiert. Nur: wie soll das aussehen? »Es ist Zeit, dass die druckende Branche begreift, dass man sich selbst schadet, wenn man die digitale Version verhindert, um das Druckwerk zu schützen.«, schreibt Frank Patalong auf Spiegel Online und spricht von »attraktiven Offerten«, die der Buchhandel machen müsse. Schöne Worte, doch wohin führen sie? Die Lösung liegt sicherlich nicht in der Ermahnung zum progressiven Denken. Ist die Konsequenz also, das E-Book freizugeben? Oder doch eine Überarbeitung des Preisbindungsgesetzes? Eine Flatrate für elektronische Bücher? Kann die Branche überhaupt in adäquater Weise auf den neuen Markt reagieren? Von allen Seiten schallt der Ruf nach Taten, allein die konstruktiven Vorschläge bleiben aus. Hoffentlich nicht allzu lange.

4070018782 A9f76393b0

©goXunuReviews

Tobias Fauth

GoogleIm Fall Google Book Settlement tut sich wieder was: gleich drei Autorengruppen in den Vereingten Staaten setzen sich zur Wehr und legen morgen dem zuständigen Gericht eine Petition vor, die bereits veröffentlicht wurde. Gerade noch rechtzeitig, denn am 28. Januar läuft die Opt-Out-Frist für Autoren aus. Worum geht es genau?

Kurzer Rückblick: Schon länger läuft die Debatte rund um die Google Book Search (in Deutschland Google Buchsuche), eine Dienstleistung von Google mit dem Ziel, das in Büchern gespeicherte Wissen der Welt durch Digitalisierung für die Volltextsuche verfügbar zu machen. Aus kultureller Sicht natürlich prinzipiell wünschenswert, wenn das Internet zu einem wichtigen Zugangsportal zu Kultur und Bildung wird und Wissen zugänglich wird. Das jedoch ist nicht das Problem bei der Google Book Search.

(weiterlesen …)

Tobias Fauth

“Bright light city gonna set my soul, gonna set my soul on fire”, sang der King of Rock ’n’ Roll einst über Las Vegas. Ganz in diesem Sinne könnten vergangenes Wochenende Freunde des elektrotechnischen Fortschritts auf ihre Kosten gekommen sein, denn es gab einiges zu bestaunen auf der diesjährigen CES (Consumer Electronics Show) in Las Vegas. Und auch die Buchbranche schaute mal wieder genauer hin. Denn erst neun Monate ist es her, als die Leipziger Buchmesse statt fand, in deren Vorfeld zum ersten Mal ernsthaft über das Aus des gedruckten Buches geschrieben wurde (etwa von Gregor Dotzauer oder Michael Krüger).

Doch erst so langsam scheint es, als ob endlich gute elektronische Lesegeräte, neudeutsch E-Book-Reader, auf den Markt kämen. Damit wird hoffentlich bald die Zeit des Sony Readers PRS-505 beendet, der vor allem durch seine nicht abstellbare Zeitlupen-Funktion, neudeutsch Slow Motion, überzeugt. Erfolgreich war er hierzulande vor allem bei Lektoren, Literaturagenten und wahrscheinlich auch Wissenschaftlern (kurzum alle, die zu Recht keine Lust haben, viele Bücher und Manuskripte mit sich herumzuschleppen, wenn sich das so einfach vermeiden lässt). Und dieser “Erfolg” wird wohl auch daran gelegen haben, dass es Amazon nicht hinbekommen hat, den Kindle 1 in der ersten Hälfte vergangenen Jahres herauszubringen, obwohl er schon seit November 2007 (!) in den USA erhältlich ist. Nun gut, seien wir ehrlich, ein E-Book-Reader ohne Sensorbildschirm, neudeutsch Touchscreen, ist ohnehin nur für den Allerwertesten. Ja, genau dafür!

(weiterlesen …)

litaffin.de |

Wir bloggen.

Über Literatur.

Über den Literaturbetrieb.

Über literarische Orte.

Über das Studium der Literatur.

Über das literarische Berlin.