Kategorie: Projekte mit Literatur

Insa Kohler

LarsRuppel-860x1024Alzpoetry ist ein Wort, das nicht im Duden steht, das noch niemand bei wikipedia definiert hat, das vergleichsweise wenig Treffer bei google ausspuckt. Zusammengesetzt aus „Alzheimer“ und „Poetry“ steht ein großartiges Projekt hinter diesem Begriff. Litaffin sprach mit Lars Ruppel über die Umsetzung des Projektes in Deutschland.

Lars Ruppel steht in der Mitte eines Stuhlkreises und trägt ein Gedicht vor. Das macht er oft. Normalerweise steht er dabei auf einer Bühne. Dann ist er Poetry Slammer. Dann ist sein Publikum jung und besteht zum größten Teil aus Studenten. Dieses Mal nicht. Dieses Mal dichtet Lars zusammen mit den Alzheimer-Patienten eines Seniorenheimes. Lars Ruppel ist der Leiter des Deutschen Alzheimer Poesie Projektes „Weckworte“. (weiterlesen …)

Johannes Schüller

RadioVampire, Cyborgs, Handygirls, Nachtwanderungen und Dresdner Märchenviertel: das sind u. a. die Themen der im Sommersemester 2011 im Seminar Literatur im Radio entstandenen Beiträge. Gehört werden kann jeweils eine Sendungsstunde auf dem uniRadio 97,2  Berlin-Brandenburg beim Format Dahlemer Diwan. Sendezeiten: am 5. August, 2. September, 30. September und 28. Oktober jeweils 20 Uhr.

 

Hier die ersten Kostproben aus den Sendungen zu “Science Fiction und Utopie” bzw. “Transmedialität”:

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Bild: Flickr.com/ Ross Murray

Markus Streichardt

The-book-of-Zinik1-202x3001Ein Artikel von Constantin Lieb und Markus Streichardt

Obwohl 120 Anmeldungen vorlagen, blieb der zu erwartende Studenten-Ansturm aus. Ein Glück für diejenigen, die sich dennoch entschlossen, am Seminar „Tentative Experiment to Form a Literary Collective“ teilzunehmen. Es kommt schließlich nicht alle Tage vor, dass zwei solch hochkarätige Schriftsteller wie Daniel Kehlmann und Adam Thirlwell als Gastdozenten auftreten.

Wie angekündigt ging es darum, verschiedene Konzepte und Produktionen künstlerischer Kollektive zu analysieren und für das literarische Feld fruchtbar zu machen. Kehlmann und Thirlwell selbst waren bei ihrem eigenen Versuch eines solchen gescheitert. Ein naheliegender Grund war, dass beide jeweils nur in ihrer Muttersprache (Deutsch respektive Englisch) schreiben konnten. Anstatt gemeinsam an einem Text zu arbeiten, berichteten sie, schrieben sie parallel, wobei ein jeder dem anderen lediglich das Thema vorgab. Gewonnen wurde dadurch nichts und insgesamt erinnerte dieses Experiment stark an eine Übung für Kreatives Schreiben. (weiterlesen …)

Elena

Cover Edition-212x300Seit Jahrhunderten tobt der Kampf zwischen Journalismus und Literatur: Fakten versus Fiktion. Doch wo genau sind die Grenzen zu definieren? Wie objektiv muss ein journalistischer Text sein und wie subjektiv darf er sein? Sind kleinere Ausflüge in den Bereich der Fiktion erlaubt oder beginnt hier das Gebiet, das die Literatur als ihr Revier markiert hat? Eine Bestandsaufnahme der ewigen Zankerei zwischen journalistischer Literatur und literarischem Journalismus: das Projekt „links.rechts.hier. – Wenn Gefühl entscheidet“ vom Team 9 der Axel-Springer-Akademie.

Lange Zeit waren Autoren gleichzeitig auch Journalisten und die Grenzen zwischen den  Disziplinen fließend – die journalistischen Texte von Heinrich Heine beispielsweise sind heute Teil unseres literarischen Kanons. Doch mit der Zeit hat auch in diesem Bereich die berufliche Spezialisierung ihr Tribut gefordert. Und wo es heute kaum noch personelle Überschneidungen gibt, wird auch auf der Textebene der Grenzverlauf streng bewacht. Dabei gestaltet sich oft gerade die Grauzone zwischen Fakten und Fiktion besonders spannend. (weiterlesen …)

Caitlin Hahn

Luxuslyrik1-300x225Das Kunst- und Kulturfestival 48 STUNDEN NEUKÖLLN bot dieses Wochenende unter anderem die Gelegenheit, Lyrik auf dem Wasser zu erleben. Die Redaktion von “lauter niemand”, Berliner Zeitschrift für Lyrik und Prosa, lud 25 Dichter ein, auf der Spreeprinzessin zu lesen. Litaffin war um 16:00 Uhr an der Anlegestelle Wildenbruchbrücke, als sich das chilenische Literaturkollektiv Los Casagrande und das Berliner Projekt Los Superdemokraticos (LSD) zusammenschlossen und eine Stunde lang Lyrik auf Spanisch und Deutsch lasen.

Los Casagrande steht für “Intervention im öffentlichen Raum” – ein Ziel, das die Gruppe durch “Poetry Bombings” oder “Regen der Gedichte” realisiert.  Die Poeten Julio Carrasco, Cristobal Biamchi und Joaquin Prieto vertraten das Kollektiv. Sabine Scho, Rery Maldonado und Nikola Richter repräsentierten die LSD. Des Weiteren begleitete die stimmungsvolle Musik des Engländers Lee Thomas die Bootstour, was die internationale Atmosphäre zusätzlich betonte.  (weiterlesen …)

Lisa Heyse

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Viel zu oft bleiben Diskussionen über eBooks und andere digitale Buchprojekte bei der Frage nach einer angemessenen Umwandlung des ursprünglichen Printprodukts stecken. Die wahren Potenziale, die die Digitalisierung dem Buchmarkt, der Produktion von Literatur, dem Schreiben und dem Lesen bietet, sind so nicht auszumachen. Erkennbar werden sie aber bei der Betrachtung konkreter, innovativer Beispiele, wie Streetview Literatur eines ist.

 

Ziel dieses Literaturprojektes ist es, ein Geflecht von Geschichten rund um fiktive Figuren entstehen zu lassen, die mithilfe von google Maps an realen Plätzen verortet werden. Wann immer sich die Wege dieser von vielen unterschiedlichen Autoren gezeichneten Figuren an einer Straßenecke, in einem Café oder einem anderen Ort treffen, werden die Geschichten verknüpft und der Leser kann nach eigenen Wünschen durch die Erzählungen navigieren. Im Interview (audio) mit litaffin stellt Marion Schwehr ihr inspirierendes Projekt vor.

(weiterlesen …)

Markus Streichardt

Berlin-webcam-300x170Wenn Studenten die Stadt Berlin unsicher machen und ihre Impressionen schreibend verdichten, kommt am Ende schon mal Literatur bei raus. Nun könnt ihr in einer Anthologie jene „literarischen Feuilletons“ nachlesen. Seid gespannt!

Zur Vorgeschichte: Der Schriftsteller David Wagner leitete vergangenes Wintersemester an der Freien Universität Berlin das Seminar „Poetische Topographie oder wie lässt sich die Stadt beschreiben?“ (weiterlesen …)

Constantin Lieb

Bild-ORZ-298x300Die interessantesten Momente beginnen oft mit einem Geständnis. Hier kommt meins:
Es sollte eigentlich um den Konzertpianisten a.D. und Schriftsteller Alfred Brendel gehen, um die Verbindung zweier Kunstformen in einer Person und um den Begriff des „Musikschriftstellers“, der ihm vom Feuilleton gerne aufgetragen wird und gegen den er sich mindestens genauso gerne wehrt, wie gegen Hustenanfälle in Konzertsälen.

Ich hatte bereits alles vorbereitet. Mein aktueller Bezug sollte Brendels Lyrik-Lesung in der Berliner Philharmonie sein, von der ich etwas enttäuscht war. Zudem besorgte ich mir das im Hanser Verlag erschienene Buch Nach dem Schlussakkord. Die Enttäuschung über die Lesung wollte ich mit dadaistischen Verweisen verknüpfen, da sich Alfred Brendel als Lyriker selbst in diese Tradition einreiht. Aber wie es nun einmal so ist mit Situationen, in denen Geständnisse auftauchen, kam es auch hier anders, als zunächst vermutet. (weiterlesen …)

Lina Kokaly

Literaturquickie-300x225 Irgendwie hatten alle die gleichen. Über Generationen hinweg. Deswegen eignen sie sich auch so gut zum Partygespräch. Da so kurz, ließen sich Verwandte schneller noch zum Vorlesen überreden und da so leicht, werden sie immer in diesen Netzen an Buggys und Kinderwagen mitgeschleppt. Pixibücher sind eine der erfolgreichsten Marketingstrategien auf dem Buchmarkt. Die überlebensgroße Pixi-Figur in Buchhandlungen trägt eine durchsichtige Schüssel voll von Büchleins, Kind kann von allen Seiten schauen und wühlen. Perfekt. Auch ein “Grabbel- und Mitnahmeprodukt” nennt Verleger Lou A. Probsthayn seine neue Kreation. Er gründete den Literatur Quickie Verlag und gibt Pixis für Erwachsene heraus: Booklits. Man hört es an den Begrifflichkeiten – Probsthayn kommt aus der Werbung. Doch Literaturvermittlung ist ihm schon länger eine Herzensangelegenheit. Gemeinsam mit Freund Gunther Gerlach organisiert er seit Jahren erfolgreich Kurzzeitlesungen in einer Hamburger Bar. Die Booklits sind zwar ebenso kurzweilig, bestechen aber nicht nur durch ihr hübsches Design, sondern liefern anspruchsvolle, nach-hallende Geschichten. Neben den Großen der jungen deutschen Literatur, Juli Zeh und Jasmin Ramadan (“Soul Kitchen”), stehen eher unbekanntere Autoren mit lesenswerten Kurzgeschichten. Die Texte machen Lust auf mehr, sind aber keine bloßen Leseproben, sondern abgeschlossene Erzählungen. Vertrieben über den Buchhandel, trägt sich der Verlag mittlerweile selbst. Ein Zeichen dafür, dass sich Büchermachen, echte aus Papier, noch lohnt.

Eine Liste der bereits erschienen Titel findet sich hier, jedes Booklit kostet 3 Euro.

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