Land in Sicht

Land in Sicht

Jana hat eine Mission: sie will ihren Vater Milan kennenlernen. Der ihr unbekannte Mann ist Kapitän auf dem Donau-Kreuzfahrtschiff MS Mozart. Jana bucht sich ein Kreuzfahrt-Ticket und findet sich plötzlich auf dem Schiff zwischen Passagier*innen 60+, Mahlzeiten als Hauptattraktion und Landausflügen an den Ufern der Donau wieder. Doch einen Haken hat die Sache: wie den eigenen Vater ansprechen, der einen nicht erkennt? Ilona Hartmanns kurzweiliges Debüt Land in Sicht ist witzig, ironisch, flapsig und könnte an der ein oder anderen Stelle gern noch tiefer gehen.

Mehr lesen

Und jetzt ist sie hier

Und jetzt ist sie hier

Sie war in London, um Literatur zu studieren, sie hat versucht, ihre Familie und ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen, in der großen Stadt anzukommen und ihre Herkunft aus der Working Class im Norden Englands ein Stück zu vergessen. Sie hat unter den gierigen Blicken verschiedener Männer in Kneipen gearbeitet und versucht, sich und ihren Körper kennenzulernen, sie hat probiert, ihren alkoholkranken Vater zu retten und dabei vergessen, sich selbst zu beschützen. Und jetzt ist sie hier, in dem alten Cottage ihres verstorbenen Großvaters in Irland. Hier versucht sie, Lucy, die vielen kleinen Mechanismen ihrer Vergangenheit zu erzählen und zu verstehen und kommt sich und ihrer Familie ein kleines Stück näher. Jessica Andrews Debüt Und jetzt bin ich hier ist ein sinnlicher Roman über ein Mädchen, eine junge Frau voller Höhen und Tiefen, über eine Suche und manchmal ein Finden.

Mehr lesen

Fehlstart

Fehlstart

Eine junge Frau wird verlassen, bricht ihr Jura-Studium ab und geht nach Paris, um hier dem Glück hinterherzujagen. Statt des Glücks findet sie einen prekären Hostessen-Job im Hosenanzug, keine Wohnung und die immergleichen klassistischen Strukturen, aus denen das Entweichen beinahe unmöglich scheint. Marion Messinas scharfer Blick portraitiert Aurélie und die Hürden, die verhindern, dass sie sich vom Arbeiter*innenmilieu der Eltern entfernen kann.

Mehr lesen

Über Spanien lacht die Sonne

Über Spanien lacht die Sonne

„Denn bei jedem Kommentar hat man nur Sekundenbruchteile, um zu entscheiden: Freischalten oder löschen? Das sind die zwei Optionen.“ Kitty hat einen neuen Job. Es ist 2015 und sie startet bei einem Unternehmen in Hamburg als zusätzliche Kommentar-Moderatorin. Denn 2015 sind so viele rechte Internet-Trolle unterwegs, dass sie gebraucht wird. Kathrin Klingner erzählt mit leichtem Federstrich über ein bedrückendes Thema und seine Ausmaße.

Mehr lesen

Zuflucht nehmen auf der anderen Seite des Himmels

Zuflucht nehmen auf der anderen Seite des Himmels

Karsten trifft Neyla in Berlin, doch Neyla ist in Gedanken noch in Syrien. Während sich Karsten in Neyla verliebt, liest er ein Buch: „Zuflucht nehmen“. Darin treffen sich zwei Frauen kurz vor dem Ausbruch des ersten Weltkrieges fernab ihrer Herkunftsländer. Vor einer buddhistischen Landschaft in Ägypten und unter denselben Sternen, die auch über Berlin leuchten, kommen die Frauen sich näher.

Mehr lesen

Sonne Mond Zinn

Sonne Mond Zinn

Gustav Zinn fährt auf eine Beerdigung. Es ist die Beerdigung seines Großvaters Anton Hamann, ein ihm unbekannter Mann, der Vater seiner Mutter Edith, der unehelichen ersten Tochter. Gustav betritt die Bühne einer ihm völlig fremden Familie, seiner Verwandten und wird zum Beobachter und Erzähler in diesem Konstrukt. Alexandra Riedels Debüt Sonne Mond Zinn wirkt wie ein Kammerspiel, ein poetisches Nachdenken über die Sichtbarkeiten und Unsichtbarkeiten in einer Familie.

Mehr lesen

Welcome to Hawaii

Welcome to Hawaii

Kemal Arslan zieht durch das Hawaii, es ist Sommer, es ist heiß in Heilbronn. Er ist erst seit Kurzem wieder aus der Türkei zurück, hier hat er bei einem großen Verein Fußball gespielt, bis er sich den Fuß schwer verletzte. Während Kemal seine Richtung verloren hat und durch die Straßen des Stadtviertels Hawaii zieht, braut sich etwas in der Stadt zusammen und steuert einer großen Eskalation entgegen. Cihan Acars literarisches Debüt ist aktuell, greifbar und ermöglicht einen Blick in das Heilbronner Viertel zwischen Industrie und Plastikgartenstühlen.

Mehr lesen

Was wir voneinader wissen

Was wir voneinader wissen

„Wie leicht war es doch, eine mögliche Zukunft wegen einer anderen abzubrechen und im Rückblick dessen, was hätte sein können, nur diese dünne zufallsbedingte Linie zu sehen, das Geschehene, das aus der unendlichen und leeren Finsternis des Ungeschehenen aufsteigt.“ Jessie Greengrass hat ein außergewöhnliches Debüt geschrieben über die Kraft von Entscheidung, Erkenntnis, Trauer und der Rolle ihrer Protagonistin im Schatten ihrer Mutter und Großmutter.

Mehr lesen

Ein Aufruf zu Equal Care

Ein Aufruf zu Equal Care

Nach Ende ihres Erwerbsleben bekommen Frauen* 46% weniger Rente als Männer. Über 50% von ihnen arbeiten zwischen 30 und 65 Jahren in Teilzeit, aber nur 7% der Männer*. Das heißt nicht, dass Frauen* weniger arbeiten, aber, dass sie weniger lohnarbeiten. Die Lohnarbeit der Frauen* findet dann oft in schlechter bezahlten Care-Berufen statt, 80% der beruflichen Care-Arbeit wird von ihnen geleistet. Almut Schnerring und Sascha Verlan nehmen das zum Anstoß, um sich in Equal Care. Über Fürsorge und Gesellschaft genau diese Care-Arbeit im beruflichen, aber auch privaten Umfeld näher anzuschauen, zu fragen, was in unserer Gesellschaft eigentlich als wertvolle Lohnarbeit oder selbstverständliche Nebenbei-Arbeit gilt und um zu zeigen, warum die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern im Bereich der Fürsorge der heimliche Motor des Kapitalismus ist.

Mehr lesen

Eine Band namens Superbusen

Eine Band namens Superbusen

In Dresden ist sie in einer großen Familie aufgewachsen, in Chemnitz hat sie studiert, eher so aus Trotz, und ist dann Hals über Kopf nach Berlin, hat eine Beziehung mit Paul angefangen und ist erst mal bei ihm eingezogen: Gisela ist die Protagonistin in Paula Irmschlers Debüt Superbusen, die zurück nach Chemnitz fährt in eine Zeit und einen Freundinnenkreis, der sie politisiert, gestärkt und selbstbewusst gemacht hat – und mit dem sie vor gar nicht so langer Zeit diese Band hatte: Superbusen.

Mehr lesen

Die Glasschwestern

Die Glasschwestern

Zwei Zwillingsschwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten – Dunja und Saphie – durchleben plötzlich ein ähnliches Schicksal. Ihre Männer sterben am gleichen Tag. Daraufhin verarbeitet jede die Trauer auf ihre Weise. Während Dunja, die vorher nur für Mann und Kinder gelebt hat, aufblüht, zieht sich Saphie, die sonst so selbstbewusst und willensstark ist, immer mehr zurück. Franziska Hauser beschreibt die Wendepunkte der beiden Frauen eindrucksvoll und mit viel Liebe zum Detail.

Die Glasschwestern Foto: Eileen Schüler
Mehr lesen

Zeig ihnen, wie man Spaß hat

Zeig ihnen, wie man Spaß hat

Sie heißen Natasha, Lucy und Angela. Manchmal heißen sie auch nur „ich“ oder „die Frau“. Ihr Alter bewegt sich irgendwo zwischen den Teenagerjahren und den frühen Vierzigern und sie leben meistens in Irland – wenn nicht, dann kommen sie dort her. Nicole Flattery schreibt in ihrem Debüt acht Geschichten über Protagonistinnen, die anecken, Schlimmes erleben und manchmal nicht in diese Gesellschaft zu passen scheinen. Das tut sie mit Witz, Ironie und Tragik. Die Erzählungen leben von ihrer Absurdität und von den undurchschaubaren Frauenfiguren.

Mehr lesen

Flexen. Flâneusen* schreiben Städte

Flexen. Flâneusen* schreiben Städte

Eine Stadt zu Fuß zu erobern, bedeutet, sie sich Schritt für Schritt anzueignen. Doch entspannt durch Straßen zu schlendern oder sich durch eine Menge treiben zu lassen, sind Privilegien. Für Frauen, People of Color oder LGBTQ-Personen ist es hingegen nicht selbstverständlich, sich frei und unbeschwert im öffentlichen Raum bewegen zu können. Wie anders ihre Perspektiven auf Städte sein können, zeigt die Anthologie „Flexen. Flâneusen* schreiben Städte“. Sie vereint 30 literarische Texte von jungen Autor*innen und rechnet mit dem Mythos des klassischen Flâneurs ab.

Mehr lesen