E-Books lesen. Aber wie? Sechs Alternativen zu Amazon.

Keine Frage: Amazon ist unfassbar innovativ, nutzerfreundlich und serviceorientiert. Das und die nötige finanzielle Liquidität machte das Unternehmen von Jeff Bezos zum Giganten auf dem globalen Buchmarkt. An Amazon kommt man schwer vorbei – noch schwerer auf dem digitalen Buchmarkt. Amazon-Prime LogoDenn Amazon hat nicht nur mit dem Kindle eines der erfolgreichsten E-Book-Lesegeräte auf den Weg gebracht, sondern auch eine neue Geschäftsidee: Als Amazon-Prime Kunde kann man E-Books einfach leihen. Wie praktisch! Wer will schon einen Download-File dauerhaft sein Eigen nennen, wenn man doch eh schon auf die Haptik eines Buches verzichtet! E-Books sind nichts für Buchliebhaber. Da kann man doch auch einfach schnell austauschen und zurückgeben! Einmal im Monat können Amazons Premiumkunden die E-Book-Leihbibliothek nutzen. Das ausgeliehene E-Book kann man unbegrenzt auf seinem Kindle lesen, einzige Bedingung: Immer nur eines zur Zeit. Will man ein neues leihen, muss man vorher das alte zurückgeben. So einfach, so innovativ. Ob das mit der Buchpreisbindung vereinbar ist? Darüber streiten die Experten noch.
Aber auch andere Unternehmen verfolgen inzwischen ähnlich innovative Geschäftsmodelle und sind nicht erst seit den neuesten Amazon-Skandalen eine echte Alternative und einen Litaffin-Artikel wert:

Skoobe: Auch bei Skoobe kann man E-Books leihen. Hier zahlt man einen monatlichen Beitrag von 9,99 € und kann je zwei E-Books ausleihen. Auch hier gilt: Möchte man ein neues, muss man ein anderes eintauschen. Der Voteil gegenüber Amazon ist, dass man nicht unbedingt einen Kindle benötigt. Die Skoobe-App funktioniert auf dem iPad, iPhone, iPod touch, Android-Smartphones und -Tablets und dem Kindle Fire.

Textunes: Einst ein Berliner Start-Up und einer der E-Book-Vorreiter in Deutschland, inzwischen ein erwachsenes und erfolgreiches Unternehmen, das zu Thalia gehört. Hier kann man zwar keine E-Books leihen, aber zu den gebundenen Preisen kaufen. Lesen kann man die Texte dann auf dem neuen Thalia-Lesegerät, dem Tolino, und auch als App für iOS und Android.

MySkoob: Dieses noch sehr junge deutsche Unternehmen macht aus rechtefreien alten Klassikern wie „Pride and Prejudice“ und „The Great Gatsby“ neue E-Books. Und was für welche! MySkoob produziert aufwendige Enhanced E-Books mit tollen Grafiken und moderner, ausgefallener Typografie. Dieses Unternehmen sollte man im Auge behalten! Leider gibt es die E-Books bisher nur im iBookstore. Eine Kindle-Version ist aber in Planung.

Snippy: Für alle, die gerne neue Geschichten entdecken: Mit der Snippy-App kann man amüsante, ernste, literarische und unterhaltsame Kurzgeschichten auf seinem iPhone lesen. Und nicht nur das: Nach Belieben kann man sich diese auch einfach vorlesen lassen. Wie wär’s mit einer kurzen Gutenachtgeschichte als Hörbuch zum Wochenende?

TUBUK.digital:
Tubuk ist ein Online-Shop für Bücher von unabhängigen Verlagen. TUBUK.digital macht das gleiche mit E-Books und pflegt nicht nur Neuerscheinungen sondern arbeitet auch die eigene Backlist auf. Sie selbst schreiben über sich, dass sie Bücher verlegen, „die neue Wege beschreiten, deren Inhalte (noch) nicht in einen Verlag passen, die Inhalt und Form im Medium E-Book neu definieren.“ Klingt doch spannend oder?

Pubbles: Mein persönlicher Favorit unter den Neuentdeckungen! Denn bei pubbles kann man nicht nur alle E-Book-Bestseller, sondern auch seine Lieblingszeitung und sein Lieblingsmagazin in elektronischer Form lesen.  Von der „Brigitte“ oder der Zeitschrift „test“ von der Stiftung Warentest bis zur „Süddeutschen Zeitung“ oder dem „Handelsblatt“ ist alles dabei. Auf der Internetseite stöbert es sich wie in einem Zeitungskiosk!

Und, was ist euer Favorit? Wo kauft oder leiht ihr eure E-Books oder würdet es in Zukunft tun?

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Eike Wannick

Eike Wannick, geboren 1988 in Schleswig, studierte zunächst Kulturwissenschaft und Germanistik in Bremen und Sundsvall (Schweden) und nun die Angewandte Literaturwissenschaft. Wenn sie nicht die Feder für Studium und Litaffin schwenkt, arbeitet sie bei Audible in der Hörbuchproduktion.

2 Gedanken zu „E-Books lesen. Aber wie? Sechs Alternativen zu Amazon.

  • 8. September 2013 um 10:52
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    Der Beitrag scheint nicht mehr ganz aktuell zu sein. Pubbles schließt zum 30. September! 2013.
    Das kostenlose Leihen in Amazon Prime ist nach meiner Meinung sehr eingeschränkt und deshalb die 29 EUR im Jahr nicht wert. Außerdem geht das Leihen auch nur mit Kindle Geräten und z.B nicht mit Kindle Apps auf Android Tablets oder Android eReadern. Meine Frau bevorzugt Skoobe. Hier passt die Auswahl und es ist in der Basic Mitgliedschaft, wenn man mindestes 2 Bücher im Monat liest, in jedem Fall günstiger wie der Kauf von EBooks.
    Weitere Alternative zu Amazon:
    Zur Zeit wird auch das Angebot der Stadtbibliotheken ausgebaut. Mit seinem Mitgliedsausweis kann man bis zu 10 Bücher auf einmal leihen mit der App „Onleihe“ z.B auf Android oder Apple Geräten. Da das Angebot noch beschränkt ist, ist das nur manchmal eine günstige Alternative, hat aber sicher Zukunft -- vor Allem auch bei Fachbüchern.

  • 11. September 2013 um 21:45
    Permalink

    Vielen Dank für diese Ergänzung. Der Artikel ist in der Tat nicht aktuell (erhebt auch gar nicht den Anspruch), sondern schon ein halbes Jahr alt, wie man oben sieht. Von der Schließung von Pubbles war da noch keine Rede. Skoobe ist wirklich super, da es aber ein Zusammenschluss von Verlagen ist, ist das Angebot natürlich auch hier begrenzt -- groß zwar (Bertelsmann und Holtzbrinck), aber eben doch begrenzt.

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