Plakat Parade

Am 17. November laden Studierende der Angewandten Literaturwissenschaft Nora Gomringer und Finn-Ole Heinrich zu einer literarischen Parade ins Neuköllner Freudenreich ein. Es soll gelesen, diskutiert, gefragt, gespielt und gefachsimpelt werden.

Am Anfang war da nur das Seminar mit dem verheißungsvollen Namen „Literatur als Event“, Seminarleiter Claudius Nießen (Geschäftsführer des Literaturinstituts Leipzig) und wir: 17 Studierende mit tausend verschiedenen Ideen, wie man eine Lesung auf die Beine stellt. Denn eine eigene Lesung zu organisieren, das war unser erklärtes Ziel! » Weiterlesen…

Bierm SlDer Anlass der Nachricht ist irgendwie traurig, die Urheber dagegen gehören zum Komischsten, was das deutschsprachige (Musik-)Kabarett zu bieten hat: Die Biermösl Blosn lösen sich auf. Das haben die drei Brüder Hans, Christoph und Michael Well für Anfang 2012 angekündigt. Sie hinterlassen ein gewichtiges Erbe – für Bayern UND Preußen.

Seit 1976 waren die Sprösslinge einer Musikerfamilie aus Günzlhofen bei Fürstenfeldbruck die prominentesten Garanten dafür, die subversive Tradition der Volksmusik gegen deren dümmliche und verdummende Kommerzialisierung („Jodelhorrormonstershow“) zu verteidigen. Ihre Auftritte mit dem großen Gerhard Polt oder den Toten Hosen machten sie auch bundesweit berühmt, ihre bissigen Spitzen vor allem gegen die bayerische Obrigkeit – oder auch die bayerische Selbstüberschätzung (siehe Video “Bayern” am Ende des Artikels) – sind jedoch schon länger berüchtigt. Legendär wurde dabei das BayWa-Lied, das zu den Klängen der Bayernhymne den Einsatz von umweltschädigender Chemie in der Landwirtschaft kritisiert, für den unter anderem die Münchner BayWA AG verantwortlich zeichnete. » Weiterlesen…

IMG 0468-1024x682Pünktlich zum Semesterstart findet sich unser Studiengang jedes Jahr zur Absolventen- und Immatrikulationsfeier zusammen, um die frisch gebackenen Mastertitelträger zu verabschieden und die Erstsemester zu begrüßen. Nicht fehlen darf dabei die Festrede. Nach dem Journalisten Gregor Dotzauer und der Agentin Petra Eggers in den vergangenen Jahren kamen erheiternde Worte und Wünsche in diesem Jahr vom Autor und Dramaturg John von Düffel.

Am Montag fand die diesjährige Absolventen- und Immatrikulationsfeier des Masterstudiengangs Angewandte Literaturwissenschaften im Luftraum Berlin statt. Der Luftraum strahlte seinen Charme aus, Dozenten, Studenten, Gäste aus dem Literaturbetrieb, Freunde und Familie versammelten sich für einen rundum gelungenen Abend. Der Studiengang feierte sein achtjähriges Bestehen, seine immer größer werdende Bekanntheit, beglückwünschte 17 Absolventen und begrüßte die 24 Erstsemester. » Weiterlesen…

EinkaufswagenBücher kann man nicht nur in Buchhandlungen, Antiquariaten oder im Internet kaufen, sondern auch im Supermarkt. Was ist vom Bücher-Shopping mit großem Einkaufswagen zu halten? Ist ein Supermarkt wirklich ein Ort, an dem Bücher verkauft werden sollten? Und wenn ja, welche? Eine Überlegung.

Neulich stand ich in der Filiale eines Drogeriemarkts in der Schlange. Sie war ziemlich lang und ich ziemlich genervt, also ließ ich gelangweilt meine Blicke schweifen. In Kassennähe zwischen Fotoecke und Lutschbonbons stach er mir plötzlich ins Auge: der Bücherständer. Nicht, dass ich ihn noch nie zur Kenntnis genommen hätte, aber bisher habe ich ihn einfach ignoriert. Meine Bücher kaufe ich in der Buchhandlung. Aufgrund meiner Langeweile und der nicht kürzer werden wollenden Schlange bleiben meine Blicke und Gedanken an jenem Tage aber an dem Bücherständer hängen. Was wird denn da eigentlich zum Verkauf angeboten? Hera Lindt neben Nora Roberts neben Dan Brown neben… Zum Glück rückt die Schlange jetzt doch weiter vor und ich verliere den Bücherständer aus dem Blickfeld.

Seitdem verfolgt mich aber der Gedanke: Warum verkauft man Bücher in einer Drogerie? Und warum gerade solche Bücher? » Weiterlesen…

40097 1 Weiss Bb Web3-657x1024Über den Begriff des enhanced eBooks ist schon viel diskutiert worden. Die Frage dabei ist immer wieder, wie dieser „enhanced content“, mit dem das Buch erweitert wird, aussehen kann und soll. Wo liegt die Grenze zwischen einem normalen und einem angereicherten eBook? Und noch viel wichtiger: Wann bietet dieser weitere Inhalt einen wirklichen Mehrwert? Wir haben uns den historischen Roman “Schandweib” in der enhanced Version angeschaut.

Der historische Roman als Genre scheint erst einmal gut geeignet für eine mediale Anreicherung des Inhalts. Er spielt an einem bestimmten Ort in einer vergangenen Zeit und knüpft oftmals an reale Ereignisse an: drei Komponenten, die in über das gedruckte Buch hinausgehender Form beleuchtet werden und dem interessierten Leser Fragen beantworten können; Fragen, die auch durch die Zuhilfenahme anderer Bücher, des Internets oder kundiger Menschen geklärt werden könnten. Das angereicherte eBook bietet aber den Bequemlichkeitsfaktor. Ein kurzer Klick, und ich sehe eine Porträtzeichnung des Landvogts, ein zweiter Klick und ich bin wieder im Text. Kein Suchlauf bei Google, kein Eintippen bei Wikipedia, und erst recht kein Blättern im Lexikon. » Weiterlesen…

Kluge1


Wer beim Schmusen gerne schwatzt, hat zwar worthistorisch alles richtig gemacht, könnte aber dennoch das Unverständnis des Partners ernten, sofern dieser kein Rotwelsch beherrscht. Dann kann es hilfreich sein, mit etymologischem Fachwissen aufzutrumpfen.

Zum Beispiel so: “Ein als Dopingsünder überführter Sportler hätte in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes dope eigentlich alles andere als gesündigt, geht dieses doch auf das niederländische doop zurück. Und das bedeutet nichts anderes als Taufe.” Spätestens jetzt dürfte es mit dem Schmusen vorüber sein, aber relevantes Partywissen ist ja auch was wert. » Weiterlesen…

Die Frage, ob Spoken Word und gedrucktes Wort miteinander vereinbar sind, hat die Poetry Slam Szene in den letzten Jahren vielfach diskutiert und häufigst fröhlich bejaht. Etliche Bühnenpoeten haben ihre Sprechtexte mittlerweile veröffentlicht – und gezeigt, dass ihre Texte auch ohne Performance ein Publikum finden. Immer wieder haben einzelne Performer auch die Großform der Erzählung, den Roman gewagt, so wie jetzt auch Xochil A. Schütz und Mirco Buchwitz.

Beide wissen auf der Bühne ihre Zuhörer in den Bann zu ziehen: Xochil mit einer Mischung aus zarter Romantik und derber Provokation, die ihren besonderen Ton ausmacht – mit “Sahne in der Stimme und Sex in den Zeilen”, wie die Presse über sie sagt. Mirco Buchwitz dagegen gilt als “intellektueller Rocker”, der in seinen Texten so präzise und melancholisch gewitzt beobachtet, dass es einen den Kneipenblues der Kleinstadt durch die Adern spült. Doch was passiert, wenn diese Autoren ohne Mikro und angeheitertes Publikum unterwegs sind? Schwarz auf weiß, gebunden, mit ISBN und Ladenpreis versehen? » Weiterlesen…

Lettretage-005-300x180Vor und mit dem Publikum über die eigenen Texte diskutieren und sich der Kritik stellen – kein Kinderspiel. Das wagten drei Autoren aus den Zentren der jungen deutschen Literatur Hildesheim, Leipzig und Berlin. In der Reihe außerbetrieb lud die die Berliner Lesebühne kreuzwort am Mittwochabend zum Workshop „Netzbetriebe Prosa“ in die lettrétage ein. Isabel Bredenbröker, Hakan Tezkan und Juan Gosze präsentierten ihre Texte.

Das Publikum besteht im Durschnitt aus 23-jährigen Germanistik-Studenten, die Stimmung ist locker bis angespannt-erwartungsvoll. Den Anfang macht Isabel Bredenbröker, die an der FU studiert und am Heiner-Müller-Autorenkolleg 2011 unter der Leitung Thomas Lehrs teilgenommen hat. Ihr Text „Laborarbeit“ wurde inspiriert von einem Filmriss in ihrer Kamera und der Frage, ob mit dem Verlust von Fotos auch ein Stück Leben verloren geht.

Die anschließende Debatte wird schnell hitzig – und ein Missverständnis zwischen dem Vorhaben der Lesungsmacher, den kreuzwortlern Caroline Beutel und Kristoffer Cornils, und der Erwartung des Publikums muss geklärt werden: Sehen erstere die Veranstaltung als Workshop im Sinne von direkter Arbeit am Text, bemängelt letzteres gerade dieses kleinschrittige Vorgehen und möchte lieber etwas über den Einfluss der Dichterschulen auf das Schreiben und die unterschiedlichen Herangehensweisen der verschiedenen Unis erfahren. » Weiterlesen…

M C3 A4rzwald-300x300Buchhandlungen, heißt es, müssen nicht nur ausgezeichnete Bücher im Sortiment haben und den unschlüssigen Käufer kompetent beraten. Nein, sie müssen, um heutzutage wettbewerbsfähig zu bleiben, dem Kunden noch MEHR bieten. Mehr im Sinne von Non-Book-Artikeln und literarischen Veranstaltungen. Zumindest Letzteres beherzigt die Tucholsky-Buchhandlung zutiefst. Hervorzuheben sei an dieser Stelle das Format Weltbühnen-Verlagspräsentation. In dem wird Verlagen, vornehmlich Kleinverlagen aus Berlin und Umgebung, Raum gegeben, sich der Öffentlichkeit vorzustellen und dem interessierten Leser einmal den Schöpfungsprozess des Buches zu verdeutlichen.

Am Mittwochabend hatte der Schöffling Verlag aus Frankfurt am Main die Ehre, bevor anschließend die Lyrikerin und Autorin Ulrike Almut Sandig, bekannt durch ihren preisgekrönten Erzählband Flamingos, und die Musikerin und Dichterkollegin Marlen Pelny das gemeinsame Werk Märzwald – Dichtung für die Freunde der Popmusik darboten. Um es schon mal vorab zu verraten: Es war ein rundum gelungener Abend. » Weiterlesen…

Dummy-300x206Das aktuelle Thema des Gesellschaftsmagazins Dummy ist Scheiße. Wer die Website der Zeitschrift besucht, sieht zur Zeit einen kotenden Mann und hört ein Toilettenspülgeräusch. Auch das Inhaltsverzeichnis liest sich wenig appetitlich. “Wie man aus Scheiße Gold macht”, ein Gespräch mit einem Dixi-Klobesitzer, oder auch “Gott ist Kot – Ein erhellendes Gespräch über eine dunkle Materie”. Vor Tabus und Nonchalance schreckten die Magazin-Macher noch nie zurück: Das Heft zum Thema “Provinz” schmückte Heidi Klum auf der Titelseite und die Ausgabe zum Thema “Männer” zeigte weinende Soldaten.
Der Züricher Kein & Aber Verlag gibt nun ein Buch heraus, das laut Ankündigung “das Beste und Schlimmste aus 30 Mal Magazinmachen versammelt”. » Weiterlesen…

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