Zum Geburtstag alles Gute: 50 Jahre Wagenbach-Verlag

Zum Geburtstag alles Gute: 50 Jahre Wagenbach-Verlag

In diesem Jahr wird der Wagenbach-Verlag 50 Jahre alt. Grund zum Feiern und um einmal zurückzublicken auf die bewegte Geschichte des Berliner Verlagshauses. Gefeiert wird unter anderem im Literarischen Colloqium am Wannsee, am 27.03 mit einer Lesung, die das vielschichtige Jubiläumsprogramm vorstellt. Das ist wie immer international, jung und scheut sich nicht vor unbequemen Themen. Diesmal geht die Reise in den Norden von Mexiko, wo die Mafia herrscht, über die Katakomben von Rom, wo sich Partisanen vor den Nazis verstecken, bis nach Sankt Petersburg, wo ein Jazzmusiker seine Stimme verliert – die Autoren Orfa Alarcón, Arthur Larrue, Owen Martell, Eva Roman und Paolo Soriga werden von ihren Lektoren vorgestellt und lesen aus ihren Werken.

APO, Rote Armee Fraktion und Literatur – die Geschichte des Wagenbach-Verlags ist eng verbunden mit den Studentenrevolten der 70er Jahre. Die berühmten schwarzen Quarthefte (ehemalige Schulhefte) des Verlages haben die BRD entscheidend geprägt. Doch wie kann ein unabhängiger Verlag überleben, dessen Startkapital aus dem Verkauf einer Wiese stammt und dessen Bücher politisch so stark aneckten, dass sie per Gerichtseintscheid aus dem Buchhandel genommen wurden? Die Jubiläums-Ausstellung im Literaturhaus Leipzig, die ab dem 27. Mai auch in der Berliner Staatsbibliothek zu sehen sein wird, beleuchtet die bewegte Geschichte des Wagenbach-Verlags. Unter den Exponaten befindet sich neben dem Schlagring des Urgroßvaters des Verlagsgründers Klaus Wagenbach auch das hektographierte Original des ersten Manifests der Roten Armee Fraktion.

Kennen ist anders – Ein Erfahrungsbericht zur Schlingensief-Ausstellung

Kennen ist anders – Ein Erfahrungsbericht zur Schlingensief-Ausstellung

Es ist dunkel. Projektionen an der Holzkonstruktion und flimmernde Fernsehbildschirme erhellen den Raum ab und zu. Ein paar Lämpchen hier und da geben Flackerlicht. Ansonsten düster. Ein Bunker oder eine Art Kapsel, Sofas, vollgekritzelte, halbtapezierte Holzwände, verstörende, ja wirklich ziemlich verstörende Bilder im TV. Blut, nackte Menschen, seltsame Szenen. Hitlerparodien sind überall. Mal hier an der Wand, mal dort auf dem Schirm. Alles bewegt sich, denn der „Animatograph“ steht auf einer riesigen Drehscheibe. Und man selbst auf dem Animatographen. Mehr lesen