Im Gespräch mit BR*OTHER ISSUES

Im Gespräch mit BR*OTHER ISSUES

Im Kollektiv BR*OTHER ISSUES treten die beiden Performance-Künstler Johannes von Dassel und Moritz Sauer als Zwillinge auf. Sie sind schwule Männer, um genau zu sein sogenannte Twinks. Das steht im Szenejargon für schlank, unbehaart, junggeblieben und weiß, wie sie in ihrer ersten gemeinsamen Performance WINK’N TWINK im TiK Nord erklären. Twinks sind dadurch zugleich gesellschaftlich privilegiert und als von der Heteronorm Abweichende benachteiligt. Zwischen schwulem Klatsch und Tratsch bringen das die beiden Darsteller ziemlich genau auf den Punkt, obwohl sie das Performen auf der Bühne nach eigener Aussage mehr für sich selbst machen. Ich habe Tränen gelacht und war doch auch zu Tränen gerührt, als Johannes und Moritz beim tabulosen Berichten über ihre ersten sexuellen Erfahrungen plötzlich sehr zerbrechlich wirken.

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Und was macht man damit? #23 Friederike Jacob

Und was macht man damit? #23 Friederike Jacob

Der Berliner Verlag Friedenauer Presse, der 1963 aus einer Buchhandlung im beschaulichen Friedenau hervorging, stand im vergangenen Jahr vor der Schließung. Friederike Jacob (zuletzt Kein & Aber) hat den Verlag zusammen mit Andreas Rötzer (Matthes & Seitz Berlin) vor dem Aus bewahrt – und wagt das spannende Projekt, einen Verlag weitestgehend alleine zu leiten. Die Ungebundenheit sowie die Möglichkeit, die Entstehung vom rohen Text zum fertigen Buch selbst zu leiten, schätzt sie dabei. Die Freiheit und die große Bandbreite an Berufsmöglichkeiten für Geisteswissenschaftler*innen führt sie gegen die unsicheren Jobaussichten junger Absolvent*innen der Geisteswissenschaften ins Feld. Friederike Jacob im Gespräch für „Und was macht man damit?“ Mehr lesen

Und was macht man damit? #21 Marie Krutmann

Und was macht man damit? #21 Marie Krutmann

Schreiben war schon immer voll ihr Ding. Bereits als Kind träumte Marie Krutmann davon, Bielefeld mit ihren Regionalkrimis so richtig aufzumischen. Ein paar Jährchen später widmete sie sich aber dann doch lieber Literatur-, Film-, oder Theaterkritiken und probierte sich als freie Journalistin für verschiedene Magazine und Blogs aus. Mittlerweile kümmert sich Marie um den Ullstein Verlagsblog resonanzboden und genießt dort, neben dem Blick durch bodentiefe Fenster, vor allem die Freiheit, eigene Ideen zu realisieren.  Mehr lesen

[ilb 2017] interessant, lustig, bunt

[ilb 2017] interessant, lustig, bunt

Wir haben uns in das bunte Getümmel des 17. ilb (Internationales Literaturfestival Berlin) gestürzt. Angesichts des vollen Programms und des straffen Zeitplans hielt sich das Chaos in Grenzen und auch in diesem Jahr waren wieder tolle Gäste da – auch abgesehen von den großen Stars.

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[ilb 2017] Literatur und Computerspiele

[ilb 2017] Literatur und Computerspiele

Zu den ungewöhnlichsten Veranstaltungen des ilb 2017 gehörte das Literarische Quartett der Computerspiele, bei dem vier spielbegeisterte Expert*innen mit einem Moderator über die kulturelle Relevanz von Computerspielen und deren Bezug zu Literatur und Formen des Erzählens diskutierten.

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[ilb 2017] Graphic Novel Day

[ilb 2017] Graphic Novel Day

Im Rahmen des ilb 2017 fand der Graphic Novel Day statt, an dem sich alles um die zunehmend populäre und vielfältige Kunstform des Comics und der Graphic Novel drehte. Hier folgt ein Bericht über drei ganz unterschiedliche Veranstaltungen an diesem Tag.

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Und was macht man damit? #20 Susann Kretzschmar

Und was macht man damit? #20 Susann Kretzschmar

„Wer will die Buddenbrooks lesen und darüber ein Referat halten? Niemand? Dann macht das Susann.“ – Was ihr in der Schulzeit anfangs wie Schikane vorkam, entwickelte sich im Verborgenen letztendlich zum Wunsch, Germanistik zu studieren –  der Deutschlehrerin sei Dank. Mittlerweile arbeitet Susann Kretzschmar in der Deutschen Welle als Assistentin der Hauptabteilungsleiterin für Wirtschaft und Wissenschaft. Nebenher unterstützt sie StenographInnen im Bundestag mit ihren flinken zehn Fingern und „schreibt buchstäblich Geschichte“. Alles in allem nur Gewinne: Sprache, Politik und Journalismus. Um es in Susanns Worten zu sagen: toll, toll toll!  Mehr lesen

Vor Frust „außer sich“ vor Freude

Vor Frust „außer sich“ vor Freude

„Huch, die kenne ich doch?“ Aus der Seminarbeschreibung ging hervor, dass wir uns in diesem Kurs meines Studiengangs Angewandte Literaturwissenschaft mit einem Debütroman des Suhrkamp Verlags beschäftigen würden – und zwar Monate vor dessen Erscheinen. Deshalb entfuhr mir ein leiser Ausdruck des Erstaunens, als der Hardcover-Einband von Außer sich mit dumpfem Geräusch vor mir auf dem Tisch landete. Sasha Marianna Salzmann steht in kleinen Lettern auf dem Umschlag. Der Name war mir doch allzu geläufig – allerdings aus keinem Bücherregal, sondern von meinen Streifzügen durch die Berliner Theaterlandschaft. Die Hausautorin des Maxim Gorki Theaters und ehemalige Leiterin der dortigen experimentellen Bühne Studio Я hatte sich also an einen Roman gewagt. Mehr lesen