From Panels With Love #9: Yaotaos Zeichen

From Panels With Love #9: Yaotaos Zeichen

Eine doppelte Emigration, eine zweifache Kriegserfahrung: Mit der Graphic Novel Yaotaos Zeichen  legt Yi Meng Wu gemeinsam mit dem unabhängigen Kunstanst!fter Verlag ihr bislang umfangreichstes Buchprojekt vor. In aufwendigen Collagen arbeitet Wu ein fast vergessenes Kapitel der französisch-chinesischen Geschichte auf und öffnet einfühlsam die Sicht von Kindern und Erwachsenen auf Fremdheitserlebnisse und Kriegserfahrungen. Ein „Bilderbuch“ ohne Altersbeschränkungen. Mehr lesen

Ode an die Kunst – Michel Houellebecq: Karte und Gebiet

Ode an die Kunst – Michel Houellebecq: Karte und Gebiet

Das enfant terrible der französischen Literaturszene, der Baudelaire der Supermärkte, hat einen neues Buch geschrieben. Platz eins auf den französischen Bestseller-Listen, Gewinn des wichtigsten französischen Literaturpreises, große Begeisterung bei Freunden wie Feinden – was ist dran am neuen Roman von Michel Houellebecq?

Jed Martin ist Künstler. Er lebt allein in seiner unaufgeräumten Pariser Wohnung, lauscht dort dem rhythmischen Glucksen seines alten Warmwasserboilers und holt wie jedes Jahr zu Weihnachten seinen Vater für ein paar Stunden zum Essen aus dem Altersheim. In der Kunst hingegen will Jed sich nicht wiederholen. Er fotografiert und bearbeitet Straßenkarten der französischen Firma Michelin, malt eine Reihe von Gemälden, die Menschen wie Steve Jobs oder das Escort-Girl Aimée bei ihrer Arbeit zeigen und dokumentiert am Ende seines Lebens den Zerfall aller Dinge mittels collagenartiger Videogramme. Jed macht sich einen Namen in der internationalen Kunstszene und sein Galerist beschließt, sich für die Katalogtexte prominente literarische Unterstützung ins Boot zu holen: den weltberühmten Schriftsteller Michel Houellebecq. Mehr lesen

Zadig
Die Französische Buchhandlung in Berlin-Mitte

ZadigDie Französische Buchhandlung in Berlin-Mitte

Von „Another Country“ aus reisen wir gleich weiter in frankophone Gefilde und besuchen diesmal die Buchhandlung „Zadig“ in Berlin-Mitte. Zwischen Neuer Synagoge und Oranienburger Tor befindet sich seit nunmehr sieben Jahren einer der Berliner „hot spots“ französischer Kultur. Mit Litaffin sprach Patrick Suel, der Inhaber, über Voltaire, Houellebecq, die Konkurrenz und das Jahr 2011.

Litaffin: Patrick, welche Idee steckt hinter der Namenswahl? Warum der Bezug zu Voltaires Erzählung Zadig ou la destinée?

Suel: Zunächst einmal hat Voltaire als Franzose auch einen Bezug zu Berlin – er lebte und publizierte ja eine Weile am Hof von Friedrich II. Der Name Zadig ist mehrdeutig: im Arabischen steht er für Wahrheit, im Hebräischen für Gerechtigkeit, er verkörpert die Idee der Aufklärung. Weder Voltaire noch die Figur Zadig sind Vorbilder für mich, aber auf intellektueller Ebene sind sie interessante Charaktere. Manchmal frage ich mich auch, ob Zadig nicht eigentlich ein schrecklicher Name für eine Buchhandlung ist, denn die Figur in Voltaires Erzählung macht viel Furchtbares durch. Doch am Ende zählt, dass er sich diesen Dingen stellt (und als Sieger aus dem Kampf hervorgeht). Das ist doch eine gute Philosophie!  Mehr lesen