Roadtrip ohne Road

Roadtrip ohne Road

Im Jahr 2010 sorgte Helene Hegemann mit ihrem Debüt „Axolotl Roadkill“ für Aufruhr in den Feuilletons. Im letzten Jahr entließ die polarisierende Jungautorin ihren zweiten Roman auf den deutschen Buchmarkt. „Jage zwei Tiger“ ist nicht nur eine Geschichte über das Erwachsenwerden. Es ist ein Roadtrip ohne Road, frech, schrill, unsexy. Auch dieses Mal scheiden sich über Hegemanns Buch die Geister. Read more

„Von der Kommerzialisierung zurück zum Buch“

„Von der Kommerzialisierung zurück zum Buch“

Das Buch: Nur noch Konsumartikel?
Quelle: Leipziger Messe GmbH/N. Rembarz

Weiterer Seitenhieb auf Hegemann: Offener Brief des Bundesverbandes junger Autoren und Autorinnen (BvjA) am Welttag des Buches.

„Mit Sorge betrachtet der Bundesverband junger Autoren und Autorinnen (BVjA) seit geraumer Zeit den in der Verlagsbranche allgemein zu beobachten- den Trend, dass eine Sensation mehr wiegt, als ein sorgsam gearbeitetes Buch“, heißt es im Offenen Brief, der im Wortlaut auf der Webseite des Börsenblatts nachzulesen ist. Read more

Abrechnung mit Helene Hegemann

Der Verband Deutscher Schriftsteller sorgt sich um das Urheberrecht: Kurz vor der Leipziger Buchmesse wurde eine Petition veröffentlicht, die eine uneingeschränkte Beachtung des Urheberrechts fordert, und von namhaften Autoren wie Sibylle Lewitscharoff, Günter Grass, Christa Wolf und Günter Kunert unterzeichnet wurde. Das merkwürdige an dieser „Leipziger Erklärung zum Schutz geistigen Eigentums“: Der Name Helene Hegemann fällt kein einziges Mal – und doch liest sich diese Erklärung wie eine Abrechnung mit der Autorin und ihren Unterstützern im Literaturbetrieb. Der Ton ist anklagend bis vorwurfsvoll belehrend, die Forderung eindeutig: Plagiate verdienen keinen Preis.

Read more

GONZO AFFAIR vs. AIREN MAN

Der literarische Nachtclub „Hardcover“ geht nach seinem Start im Dezember in die zweite Runde: Im ersten Teil des Abends lesen Andreas Leupold und Johann Jürgens, Schauspieler des Maxim Gorki Theaters, aus »Screwjack« von HUNTER S. THOMPSON sowie aus »Rum Diary«. Anschließend präsentiert Deef Pirmasens den Autor AIREN, der durch den Wirbel um Helene Hegemanns „Axolotol Roadkill“ bekannt wurde. Ein Special Guest wird einige Passagen aus dem am 27. März erscheinenden Roman „I am  Airen Man“ lesen. Im Anschluss gibts Party mit Mirko Hecktor (Mjunik Disco/Dontstop).

Freitag, 12. März 2010 ab 20:00 im WMF, Klosterstraße 44, Berlin-Mitte.

Von der Möglichkeit zur Flucht

Ach, hätte ich sie doch nicht gelesen, die Feuilletongeister, die jedem anderen Buch nur einen kümmerlichen Platz in kurzen Rezensionsnotizen zugestehen. Die Skandalerzeugnisse der zeitgenössischen Literatur, die die Öffentlichkeit auf einmal wieder auf die Sprengkraft von Büchern aufmerksam machen, Katalysatoren erhitzter Debatten sind, Verlage reich und glücklich machen und das Geplänkel weinseliger Abendgesellschaften zu einer intellektuell anmutenden Diskussionskultur anregen.

Jetzt sollte man meinen, die in meinem Freundeskreis einziehende Buchclubkultur sollte mir als Literaturstudentin Grund zur Freude bereiten. Schließlich sind selbst die Gespräche junger Akademiker nicht selten von persönlichen Banalitäten beherrscht. Doch hält sich ein Thema erst einmal wochenlang in den Kulturteilen der überregionalen Printmedien, macht auch vor Vertreten der audio-visuellen Kulturkritik nicht mehr halt und wird schließlich noch von einem wahlweise prominenten, jungen, achselbehaarten, polemischen, jüdischen, nymphomanischen- im besten Falle alles vereinenden- Zugpferd angetrieben, kommt auch der Maschinenbaustudent auf der Suche nach den aktuellen Bundesligatabellen nicht mehr an den reißerischen Titeln der Feuilleton-Schöngeister vorbei. Read more

Die neuen Leiden der Kritiker

Jetzt haben sie alle mal getanzt und dies nicht nur im sprichwörtlichen Sinne. Die Betriebsnudeln im literarischen Feld auf der Hegemann-Party. Bourdieu beschreibt den Literaturbetrieb als ein Netz, in dem die Akteure um ihre Machtposition ringen. Der Autor ist einer dieser Akteure, aber der kulturbeflissene Zeitungsleser weiß: Nichts läuft heute ohne Agenten, Verleger, Lektoren, Journalisten etc. Und, das ist auch nichts Neues, wird aber ständig als dieses präsentiert, ohne den Leser. Der darf nicht vergessen werden, eigentlich ja auch nicht die weibliche Form des Nomens, aber das mieft nach Patschuli.
Ich habe das nicht ganz verstanden, wo wird jetzt exakt der Leser vergessen? Der Leser sorgte für die Topplatzierung auf der Bestsellerliste und eigentlich liest der größte Anteil der Leserschaft auch kein Feuilleton. Heißt es immer. Habe ich natürlich nur in meinem Bekanntenkreis überprüft. Und das sind auch alles Betriebsnudeln.
Elke Heidenreich tanzt wie keine zweite auf der großen Betriebsparty. Das beweist erneut ihr Artikel in der SZ. Read more

Hegemann, die Dritte

Ein Beitrag von Nora Boeckl und Lina Kokaly

Man möchte meinen, dass nun wirklich alles gesagt ist. Also wirklich alles. Und doch war der Literaturbetrieb gestern noch groß geladen. Helene Hegemann feierte nämlich Geburtstag, ihren achtzehnten. Luftballons, Kuchen, Sushi, Wodka und Zuckerwatte sind zwar für einen Geburtstag schlüssig, erzeugen in dieser Mischung im Technotempel Tresor aber eine ganz eigene Ästhetik. Die Presseveranstaltung als Event. Offiziell Bookrelease, aber das Buch Axolotl Roadkill ist ja schon lange da, deswegen in erster Linie Party. Das ihr gesungene  Happy Birthday dankte die Gastgeberin mit einer kurzen Lesung, dann wurde getanzt, zu sonst für den Club doch recht unüblicher Musik (Madonna! Bee Gees!). Für Veranstaltungen dieser Art ebenfalls ungewöhnlich, war der enorme Andrang vor dem Eingang des Bunkers. Schlange stehen ist man vorm Tresor ja schon gewohnt. Diesmal war es dann aber doch etwas anders. Und nicht nur, weil es so früh am Abend war. Einige fühlten sich deutlich unwohl und scharrten ungeduldig mit den Hufen. Genützt hat das nichts – Gästelisten müssen nun mal ordnungsgemäß abgehakt werden.

Was sonst noch dazu zu sagen wäre? Tolle Party. Aber was bitteschön hat diese Art von Buch-Event eigentlich noch mit (in diesem Fall: guter!) Literatur zu zun?

Und immer wieder Hegemann

Und immer wieder Hegemann

Nun ist Helene Hegemann also nominiert, mit ihrem Roman „Axolotl Roadkill“, in der Kategorie „Belletristik“ des Preises der Leipziger Buchmesse. Und die Diskussion um Remixen & Abschreiben, Untergrund und Hype, Originalität & Echtheit will einfach nicht enden. Da geht es um einen Verlag, der versagt hat, um ein Feuilleton, das versagt hat, um eine Jury, die versagt hat. Aber eigentlich geht es auch ums Internet und seine „Kultur“. Wer blickt da noch durch?

gestaltet mit wordle.net

Also: Rewind. Noch mal von vorne. Read more