Nora Boeckl

Er zählt zu den bedeutendsten und meistgelesenen europäischen Schriftstellern. Er war der erste Portugiese, der den Literaturnobelpreis erhielt. Er provozierte gerne, legte sich mit der katholischen Kirche sowie mit der Regierung an. Im Alter von 87 Jahren verstarb José Saramago am Freitag auf Lanzarote.

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„Saramago lebt wie er schreibt; genauso integer und hellsichtig wie in seinen Büchern ist er im täglichen Leben“, bemerkte die kolumbianische Romancier Laura Restrepo einmal und lobte den „deutlichen Abdruck der Humanität“, der sowohl aus der Person Saramagos als auch aus seinen Büchern spreche. So souverän wie mit dem Leben hielt es dieser auch mit dem Tod: „Meine Ruhe und meine Gelassenheit haben mir geholfen, den Tod als etwas ganz Natürliches zu betrachten, gegen den man sich allerdings wehren sollte. Man darf nicht resignieren und die Tatsache des Sterbens einfach akzeptieren“, antwortete er nach schwerer Krankheit – er litt an Leukämie – in einem Interview vor zwei Jahren auf die Frage, wie er dem Tod gegenüber stehe. Im Angesicht des Todes besann er sich dann doch wohl eher auf die Gelassenheit. „Er hatte eine ruhige Nacht verbracht. Nachdem er normal gefrühstückt und sich mit seiner Frau unterhalten hatte, begann er sich schlecht zu fühlen und verstarb kurz darauf“, wie die spanische Zeitung La Vanguardia unter Berufung auf seine Familie meldete. Gekämpft, das hatte er hingegen sein Leben lang.

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