Zu wenig Zeit für Bücher: „Die Vorleser“ nerven

Zu wenig Zeit für Bücher: „Die Vorleser“ nerven

„Die Vorleser“ kommen? Lieber abschalten…

Dass es sie immer noch gibt, ist das erstaunliche an den „Vorlesern“. Seit ihrem Start im Juli letzten Jahres hagelt es Kritik für die Literatursendung im ZDF: Zu glatt das Format, zu hektisch der Ablauf, zu aufgesagt die Texte der Moderatoren. Doch geändert hat sich bislang nichts. Noch immer versucht die Sendung das Unmögliche: Acht Bücher in 30 Minuten vorzustellen – dass das nicht gut gehen kann, ahnt jeder, der versucht in 30 Sekunden alle acht Buchtitel plus Autorennamen aufzusagen.

Eigentlich war die Sache gut ausgedacht: Ein literarisches Duo mit zwei unterschiedlichen Perspektiven nimmt sich den Neuerscheinungen des Buchmarkts ebenso wie den zeitlosen Klassikern an. Ijoma Mangold, Literaturkritiker der ZEIT, liefert fundierte Analysen, Amelie Fried, Fernsehmoderatorin und Schriftstellerin, argumentiert aus Sicht der leidenschaftlichen Leserin. Das hätte durchaus Potential – würde man sich Zeit nehmen. Das erste Buch der gestrigen Sendung, „Der Jesus vom Sexshop“ von Helge Timmerberg, wird nach einer Minute wieder beiseite gelegt. „Das beste, was wir hierzulande an Reiseliteratur haben“, sind sich die Moderatoren einig. Was genau die Aufzeichnungen so lesenwert machen soll, bleiben sie den Zuschauern schuldig.

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