Von Maklern und Mackern – wenn Literaturagenturen Literatur machen

Von Maklern und Mackern – wenn Literaturagenturen Literatur machen

©jugendfotos.de/jonasm

In Deutschland sind innerhalb weniger Jahre Literaturagenturen zu dem geworden, was sie im angloamerikanischen Raum schon lange sind: ein wichtiger Faktor im Literaturbetrieb. Sie profitieren nicht nur vom raschen Wandel in der Buchbranche und vom freudigen Geschäftssinn junger Autoren, sondern nehmen auch schon mal Einfluss auf literarische Moden selbst.

Einfach hatte man es ihr im Land der Dichter und Denker ja nicht gemacht. Jahrzehntelang war Literatur „made in Germany“ eine schwer verkäufliche Ware, im Inland wie im Ausland. Sie galt als kopflastig, reflexionsbetont, plotarm und provinziell. Dann wurde auf einmal alles anders. Mit einer in den Siebzigern und Anfang der achtziger Jahre geborenen nachrückenden Autorengeneration veränderten sich die ästhetischen Kategorien des Erzählens und das Selbstverständnis der Autoren. Literaturkritiker griffen das rasch auf, feierten die „Pop-Literaten“, zu denen etwa Autoren wie Benjamin von Stuckrad-Barre, Benjamin Lebert oder Christian Kracht zählen und riefen unter anderem anhand von Zoë Jenny, Karen Duve, Jenny Erpenbeck, Judith Hermann und Katja Lange-Müller ein neues „Literarisches Fräuleinwunder“  aus. Die verspätete deutsche Beat Generation sozusagen. Es hatte aber nicht nur die Stunde der deutschen Literatur geschlagen – sondern auch die der deutschen Literaturagenturen.

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