Das Buch ist tot. Lang lebe das Buch.

Das Buch ist tot. Lang lebe das Buch.

Über die „Zukunft der Bücher“ lohnt es sich zu sprechen: Julia Claren, die Leiterin des Kulturkaufhauses Dussmann, Elisabeth Ruge, die Leiterin des Hanser Berlin Verlages und der Schriftsteller Thomas Lehr sprachen im Literaturhaus Berlin über gute Argumente für das Buch. Ein Plädoyer für das Buch. Und gegen seine Produzenten.  Mehr lesen

Ein Besuch der Herta-Müller-Ausstellung im Literaturhaus Berlin

Eine wirklich sehenswerte Ausstellung zur Nobelpreisträgerin Herta Müller läuft derzeit im Literaturhaus Berlin.

„Sich querzulegen in einer unerträglichen Realität“ – mit diesen Worten umschreibt Marlies Janz bereits 1985 Hertas Müller Position, die abstoßende und nicht minder gefährliche Enge des Alltags ihres Heimatdorfes Nitzkydorf literarisch zu fassen und dadurch gleichzeitig nicht als endgültig anzuerkennen. Gegenüber gestellt werden dem in der laufenden Ausstellung: Herta Müller. Der kalte Schmuck des Lebens Leserbriefe, Zeitungsartikel und Rundschreiben, in denen jene „unerträgliche Realität“ von Exildeutschen (Banater Schwaben, Bund der Vertriebenen) geleugnet wird und in Diffamierungskampagnen mündete.

Glücklicherweise hat sich Müller von solcher Hetze, die ganz im Sinne des rumänischen Geheimdienstes Securitate geschah, nicht einschüchtern lassen. Sie schrieb weiter, um aufzuzeigen und aufzuklären, wie sich Individuen gegen die Verhältnisse, sei es nun die dörfliche Beengtheit (Niederungen) oder die perfiden Praktiken im Arbeitslager – minutiös dargelegt in ihrem letzten Roman Atemschaukel – zu behaupten versuchen. Für ihr Gesamtwerk, ihren politischen Einsatz gepaart mit der unter die Haut gehenden, poetischen Sprache, wurde Müller mit unzähligen Preisen geehrt, auch zuletzt mit dem Nobelpreis für Literatur 2009. Mehr lesen