Vom Gewappnet sein und Kontrolle verlieren

Vom Gewappnet sein und Kontrolle verlieren

„Rollläden werden jetzt konsequent unten gelassen. Ein paarmal heftig dagegengeschlagen, heftig getrommelt und sofort zurückgezogen in Unterschlupf und gewartet.“ Juan S. Guses Debütroman „Lärm und Wälder“ erzählt von großen Ängsten der Menschen: Verfall und Verlust von Kontrolle.

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„Mir ist irgendwie so dauermulmig“

„Mir ist irgendwie so dauermulmig“

Eine Veranstaltung – vier Augen: Wo sind die politischen Themen in den Romanen unserer Nachwuchsautoren geblieben? Das wollte Florian Kessler letzte Woche im Roten Salon der Volksbühne mit seinen Autorengästen diskutieren. LITAFFIN war dort und berichtet aus zwei verschiedenen Federn von einem Abend, der dann doch eher Fragen aufwarf, als beantwortete. Read more

Ein Buch, zwei Meinungen – Meinung Nr. 1

Ein Buch, zwei Meinungen – Meinung Nr. 1

Wer kennt das nicht: Ein Buch und unzählig viele Meinungen dazu. Gute Bücher regen zur Diskussion an, da jeder Leser und jede Leserin etwas anderes in ihnen sieht und liest. Besonders deutlich wird das, wenn man Rezensionen zu Büchern verfassen muss, denn hier muss man eindeutig Stellung beziehen und kann sich keine Unklarheiten in der Beurteilung erlauben. Wie unterschiedlich die Sichtweise auf ein und dasselbe Buch ausfallen kann, wollen wir hier im direkten Vergleich zeigen. Eleonora Pauli und Anna Seibt (Meinung Nr. 2) über Annika Scheffels zweiten Roman Bevor alles verschwindet (Suhrkamp, Februar 2013). Read more

Ein Buch, zwei Meinungen – Meinung Nr. 2

Ein Buch, zwei Meinungen – Meinung Nr. 2

Wer kennt das nicht: Ein Buch und unzählig viele Meinungen dazu. Gute Bücher regen zur Diskussion an, da jeder Leser und jede Leserin etwas anderes in ihnen sieht und liest. Besonders deutlich wird das, wenn man Rezensionen zu Büchern verfassen muss, denn hier muss man eindeutig Stellung beziehen und kann sich keine Unklarheiten in der Beurteilung erlauben. Wie unterschiedlich die Sichtweise auf ein und dasselbe Buch ausfallen kann, wollen wir hier im direkten Vergleich zeigen. Eleonora Pauli (Meinung Nr. 1) und Anna Seibt über Annika Scheffels zweiten Roman Bevor alles verschwindet (Suhrkamp, Februar 2013). Read more

Auf den Spuren eingebildeter Tiere

Auf den Spuren eingebildeter Tiere

Der Literaturbetrieb ist in hellem Aufruhr, Amazon und Apple zählen die Stunden bis zum Untergang des Abendlandes und die Frage bleibt: Was können eBooks eigentlich nicht? Streiflichter aus dem novemberlichen Wien und der Geschichte eines Kulturguts. Read more

Wes Brot ich ess, dess Lied ich sing!

Wes Brot ich ess, dess Lied ich sing!

Gerhard Falkner ist Lyriker, Dramatiker, Essayist und Übersetzter. Im Januar erschien der erste Teil dieses Interviews, in dem er das schillernde Wesen des Literaturbetriebs diskutiert. In Teil II bietet Falkner einen Blick auf den heutigen Zustand der Literaturkritik im Zusammenspiel mit dem Markt für Literatur.


Litaffin: Man gewinnt den Eindruck, dass die Probleme, die den Literaturbetrieb betreffen, aus dem Mitmachen entstehen – dem Mitmachen der Buchhandlungen, Verlage und der Autoren selbst. Es wächst der Druck, Bestseller zu propagieren, Autoren zu inszenieren. Berufseinsteiger in den Literaturbetrieb arbeiten meist monatelang in schlecht bezahlten Praktika oder Volontariaten. Was ist Ihre Einschätzung der Lage?

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Einer der ganz Harten

Einer der ganz Harten

Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki wird am 2. Juni 90 Jahre alt

Das Publikum lachte verhalten. Es verstand wohl die Tragweite der Worte nicht, die Marcel Reich-Ranicki bei der Verleihung des Fernsehpreises 2008 vom Podium spuckte: „Ich kann nur diesen Gegenstand von mir werfen. Ich kann das nicht annehmen.“ Reich-Ranicki beleidigte die anderen Preisträger des Abends, wollte nicht mit ihnen in einer Reihe stehen, lehnte den Preis für sein Lebenswerk ab und nannte das zuvor Prämierte „Blödsinn“. Thomas Gottschalk eilte auf die Bühne und sagte tatsächlich, nachdem er selbst die Sendung moderiert hatte: „Sie haben wie immer Recht.“ Das Publikum klatschte.
Stimmt man heute Ranicki zu – in welchem Punkt auch immer –, begibt man sich augenblicklich in eine Verteidigungshaltung. Anschließend imitiert mindestens die Hälfte der dabei Anwesenden seinen Akzent. Das kann bekanntlich jeder, jeder kann aber auch in die Ecke scheißen. Und? Macht das irgendwer?
Sich über Reich-Ranicki lustig zu machen, ist ungefähr so ignorant, wie sich über Alice Schwarzer zu amüsieren. Trägt man Reich-Ranicki seine verallgemeinernde Kritik am deutschen Fernsehprogramm nach, sollte dies nur mit gleichzeitiger Nennung seiner einzigartigen Rolle in der Literaturvermittlung einhergehen. Ranickis Polemik rüttelte das eingelullte Galapublikum wach, das soeben die Sendung „Deutschland sucht den Superstar“ beklatscht hatte. Er hat im Kern recht, mehr auch nicht, aber immerhin. Er äußerte seine Meinung zur Kultur. Sein Leben lang. Read more