Eine entführte Urne auf dem Dach, Tiger an der Wand: LEVI

Eine entführte Urne auf dem Dach, Tiger an der Wand: LEVI

In Carmen Buttjers Kopf gab es zuerst das Bild eines Jungens mit Urne auf dem Dach, getrennt von den Eltern. Dieses Bild ist zu einem Roman gewachsen: Levi entführt die Urne seiner Mutter und zieht damit in ein Zelt aufs Dach. Carmen Buttjers Debüt LEVI ist stimmungsvoll und bildgewaltig, tragisch und charmant. Kein anderer Ort als der Klunkerkranich über den Häusern Neuköllns hätte besser zu dieser Premierenlesung gepasst. Mehr lesen

Kolja Mensing – Fels

Kolja Mensing – Fels

Der integere Soldat in einer schlechten Armee; die unbeteiligten Nachbar*innen in dunkelen Zeiten; Die Ausgelieferten, die mitgemacht haben, weil sie keine Wahl hatten.

Wir alle kennen die Narrative von Menschen, die sich in totalitären Regimen behaupten müssen oder sich unterordnen, ohne jedoch vom System überzeugt gewesen zu sein. Im Laufe der Generationen von Erzählenden und Nachgeborenen entstehen Leerstellen, die durch die strahlenden Momente in bösen Tagen gefüllt werden. Genau so einer, seiner, Familiengeschichte nähert sich Kolja Mensing mit Fels und plötzlich ist die romantische Verlobung seiner Großeltern im Jahr 1943 nicht mehr die einzige nennenswerte Familienerinnerung an den Krieg. Mehr lesen

Die Apokalypse der Millennials

Die Apokalypse der Millennials

Die Vogelabbildungen auf dem Umschlag erinnern an ein ornithologisches Lexikon, der Titel wirkt wie eine Krimi-Überschrift. Jedoch ist Victor Pouchets Debütroman „Warum die Vögel sterben“ keines von beiden, sondern ein selbstreflexiver Bericht über die bis zur Aussichtslosigkeit banalisierte Leistungsorientiertheit der Generation Y. Mehr lesen