Und was macht man damit? #11 Andreas Resch

Andreas Resch arbeitet seit mehreren Jahren als Kulturjournalist und Drehbuchautor in Berlin. Derzeit feilt er nicht nur an diversen Serienkonzepten, sondern auch an der Überarbeitung seines ersten Romans. Als neuer Kandidat in unserer Reihe „Und was macht man damit?“ hat uns Andreas, Absolvent des Studiengangs der „Angewandten Literaturwissenschaft, erzählt, was ihm an seiner Arbeit gefällt, welche Dinge ihn  inspirieren und wie es eigentlich zu alldem kam.

Andreas Resch

Was wolltest du als Kind werden?

Entweder Erfinder wie Daniel Düsentrieb oder Fußballer.

Was genau hast du studiert und warum hast du dich dafür entschieden?

Zunächst Germanistik, Philosophie und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft in Mainz. Dann Angewandte Literaturwissenschaft an der FU. Die Kombination entstand durch Ausprobieren – so lange, bis mich schließlich überraschend doch noch etwas interessiert hat. Heute würde so etwas vermutlich nicht mehr gehen… Später habe ich dann noch Drehbuch an der dffb studiert, weil es mich zu dieser Zeit immer mehr weg vom Kulturjournalismus und immer mehr hin zum Film zog.

Wusstest du schon während deines Studiums, in welchen Beruf du möchtest?

Ich wusste eigentlich schon seit meiner Jugend, dass ich schreiben möchte. Allerdings hätte ich damals nicht ernsthaft gedacht, dass ich damit je Geld verdienen würde.

Wo hast du während des Studiums Berufserfahrungen gesammelt?

Anfangs habe ich wild herumgejobbt, hauptsächlich stupide körperliche Arbeit. Später Marktforschung. Schließlich, als es darum ging, Erfahrungen zu sammeln, die mich tatsächlich für einen Job qualifizieren könnten, habe ich vor allem journalistische Praktika gemacht.

In welchen Institutionen konntest du vor allem journalistische Erfahrungen sammeln?

Anfangs habe ich mich eher in Richtung Hörfunk orientiert: Praktika beim Saarländischen Rundfunk und beim Südwestrundfunk. Später dann mehr in Richtung Print: Praktika u.a. beim Tip und der taz, für die ich bis heute, wenn auch viel seltener als früher, schreibe.

Wo arbeitest du jetzt und was genau sind deine Aufgaben?

Ich arbeite meist von zu Hause aus. Ich bin als Drehbuchautor tätig – wo ich u.a. gerade an mehreren Serienkonzepten feile – und als Print- und Onlinejournalist im Kulturbereich. Zudem bereite ich zurzeit meinen ersten Langspielfilm als Regisseur vor und überarbeite meinen ersten Roman.

Wie sieht dein Arbeitsplatz aus?

Ein viereckiger Holztisch, auf dem mein Laptop steht. Links davon liegt mein Handy. Rechts steht meist eine Tasse Tee oder ein Glas mit eiskalter Cola.

Was gefällt dir besonders gut an deiner Arbeit?

Dass jeder Tag anders ist. Dass jede Woche sich von der vorherigen unterscheidet. Dass ich an manchen Tagen komplett für mich bin und andere mit (im Idealfall) kreativen Menschen verbringe.

Wo findest du für deine Arbeit Inspiration?

Diese Frage ist schwer zu beantworten. Letztendlich: überall. Es kann eine Zeitungsmeldung sein. Oder etwas, das mir selbst oder jemandem, den ich kenne, passiert ist. Es kann ein Mensch sein, der mir auf der Straße entgegenkommt und in den ich etwas hineininterpretiere. Oft komme ich auf gute Ideen, wenn ich mich gerade mit etwas völlig anderem als dem Schreiben befasse.

Welche Themen beschäftigen dich im Besonderen, die du für deine Film- oder Serienkonzepte erarbeitest? 

Es kommt so gut wie nie vor, dass ich denke, ein bestimmtes Thema würde mich jetzt interessieren, darüber könnte ich doch mal etwas schreiben. Das ist mir zu abstrakt. Mir ist in den letzten Jahren immer klarer geworden, dass die Primärquelle für meine Arbeit in mir selbst liegt: Dass ich von meinen eigenen Ängsten, von meinen eigenen Emotionen ausgehen muss, um diese dann in einem nächsten Schritt ins Zentrum einer Geschichte zu stellen, die dann vom Plot her gar nicht mehr so viel mit mir zu tun haben muss. Ansonsten droht das Schreiben, zumindest für mich, ein wenig beliebig zu werden. Aber natürlich gibt es immer auch Auftragsarbeiten, die man aus anderen Gründen macht.

Wenn du noch mal studieren könntest, würdest du dich für den gleichen Studiengang entscheiden? Wenn nein, was würdest du stattdessen wählen?

Ich glaube schon. Was mich sonst noch interessiert hätte: Astronomie.

Welches Buch liest du gerade? Kannst du es weiterempfehlen? Oder hast du einen anderen Kulturtipp?

Found in the Street“ von Patricia Highsmith. Sehr spannend, mit psychologischem Tiefgang und präzisen Beschreibungen, die immer auf den Punkt sind. Genreliteratur auf höchstem literarischen Niveau.

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Luisa Kaiser

Luisa Kaiser

1988 in Halle/Saale geboren, verbrachte die kommenden Jahre in einem kleinen Ort nebenan als Landei bis es sie zum Studieren nach Dresden verschlug. Nach mehreren Jahren in diesem besinnlichen und behüteten Städtchen lockte dann doch der Ruf der Wildnis. Seit 2014 lebt Luisa in Berlin und studiert 'Angewandte Literaturwissenschaft'. Das Studium macht Spaß, sagt sie, jedoch falle es ihr immer noch schwer, knackige Kurzbiographien zu schreiben.
Luisa Kaiser

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