Und was macht man damit? #15 Fabian Thomas

Unsere Reihe „Und was macht man damit?“ startet nach einer kleinen Auszeit in die nächste Runde. Fabian Thomas lernte ich als Dozenten kennen, während ich im letzten Semester das Seminar „Von Logbüchern und Resonanzräumen“ an der FU Berlin besuchte. Er selbst studierte deutsche und amerikanische Literaturgeschichte und bloggt seit längerem unter dem Namen The Daily Frown. Mittlerweile arbeitet er beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels.

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Was wolltest du als Kind werden? 

Zu Scotland Yard oder mindestens Privatdetektiv. Ich habe mit einem Schulfreund eine kleine Detektei gegründet, wir hatten sogar Ausweise, Aktenkoffer und riesige Funkgeräte!

Was genau hast du studiert und warum hast du dich dafür entschieden?

Weniger spektakulär: Germanistik, weil ich in Deutschaufsätzen immer ein ganz gutes Händchen hatte und von vielen Seiten dazu ermutigt wurde.

Wusstest du schon während deines Studiums, in welchen Beruf du möchtest?

Ich wusste eigentlich nur, dass ich nicht an der Uni bleiben möchte, sonst war das lange völlig unklar.

Wo hast du während des Studiums Berufserfahrungen gesammelt?

Im Produktmanagement bei einem großen Verlag für Wirtschaft, Recht und Steuern in München, für sechs Monate. Ab da habe ich mich dann in Richtung Verlagswesen orientiert.

Wo arbeitest du jetzt und was genau sind deine Aufgaben?

Jetzt arbeite ich im Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Landesverband Berlin-Brandenburg. Wir sind zuständig für die Interessen von Buchhandlungen und Verlagen in der Region. Konkret ist bei mir noch die Nachwuchsarbeit angesiedelt, wir haben ein aktives Netzwerk (NaNe – Nachwuchs der Buchtage), über das wir regelmäßig Exkursionen und Veranstaltungen anbieten.

Wie sieht dein Arbeitsplatz aus?

Ich habe links von mir zwei große Karteikästen, Bleistifte und Kugelschreiber griffbereit, am Bildschirm kleben immer mindestens vier Post-Its. Da das Büro ebenerdig ist, sieht man auch immer, was vor der Tür so los ist, und im Sommer haben wir einen einladend grünen Hinterhof.

Was gefällt dir besonders gut an deiner Arbeit?

Es ist eine gute Mischung zwischen klassischen Büroaufgaben und einem kreativen Anteil, wir denken uns z.B. Veranstaltungen aus oder Blog-Projekte wie gerade z.B. #verlagebesuchen, eine deutschlandweite Initiative, die auf die (gute) Arbeit von Verlagen aufmerksam machen soll.

Wenn du noch mal studieren könntest, würdest du dich für den gleichen Studiengang entscheiden? Wenn nein, was würdest du stattdessen wählen?

Vermutlich ja. Auf jeden Fall etwas, wo ich viel lesen könnte. Vielleicht auch etwas Altphilologisches, das fand ich auch schon immer spannend.

Welches Buch liest du gerade? Kannst du es weiterempfehlen? Oder hast du 
einen anderen Kulturtipp?

Ja, Peter Kurzeck, „Oktober und wer wir selbst sind„, das ist mir gerade wieder in die Hände gefallen. Er erzählt dort aus dem Herbst in Frankfurt im Jahr 1983, sehr alltäglich, aber in einer so wunderschönen Sprache, das ist großartig.

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Luisa Kaiser

Luisa Kaiser

1988 in Halle/Saale geboren, verbrachte die kommenden Jahre in einem kleinen Ort nebenan als Landei bis es sie zum Studieren nach Dresden verschlug. Nach mehreren Jahren in diesem besinnlichen und behüteten Städtchen lockte dann doch der Ruf der Wildnis. Seit 2014 lebt Luisa in Berlin und studiert 'Angewandte Literaturwissenschaft'. Das Studium macht Spaß, sagt sie, jedoch falle es ihr immer noch schwer, knackige Kurzbiographien zu schreiben.
Luisa Kaiser

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