Litaffin empfiehlt Urlaubsbücher

Der Sommer ist in vollem Gange, Bayern hat jetzt auch Ferien und spätestens jetzt ist es an der Zeit, die Buchhandlungen zu stürmen und sich mit Sommerbüchern einzudecken. Wer noch ratlos ist, was er in seinen Koffer packen soll, wir haben ein paar Tipps für euch. Viel Spaß mit unserer kleinen, bunten Literaturtüte!

Insa liest: Ich nannte ihn Krawatte von Milena Michiko Flasar (Wagenbach)

Warum gerade dieses Buch?

Gekauft habe ich es, weil mich der Klappentext neugierig gemacht hat „[…] zwei aus dem Rahmen Gefallene. Jeder auf seine Weise, beide radikal, verweigern sie sich der Norm. Erst einem fremden Gegenüber erzählen sie nach und nach ihr Leben und setzen zögernd wieder einen Fuß auf die Erde.“ Dann habe ich reingeblättert und fand den Schreibstil der Autorin wunderschön. Genauso wie die Geschichte.

Wo möchtest du dieses Buch lesen?

Ganz egal wo. Wenn ich dieses Buch lese, sitze ich auf einer Bank, in einem Park, in Japan. Dort befinden sich die Protagonisten die meiste Zeit.

Was sollte man bereit halten (nächstes Buch, Drink, Surfbrett, etc.):

Vielleicht Taschentücher und einen Bleistift, den man, möchte man alle schönen Sätze unterstreichen, allerdings sehr oft benutzen müsste.

Ariane liest: Die Bücherdiebin von Markus Zusak (Blanvalet)

Warum gerade dieses Buch?

Zwei Monate habe ich mich für meinen Urlaub auf die Suche nach DER passenden Sommerlektüre begeben. Aber wie das meist so ist, ist gerade wenn es DAS Buch sein soll irgendwie keins so richtig DAS Passende.Nachdem ich den Wunsch hatte, dass mich die Geschichte in eine komplexe, ferne Welt trägt, hatte ich mich schon für meine persönliche Erstlektüre eines Ken Follett entschieden. Letztendlich ist es Markus Zusaks „Die Bücherdiebin“ geworden. Absolut kein typisches Sommerbuch, aber eine sehr lohnenswerte Lektüreerfahrung! Das Besondere an diesem Buch ist die innovative Erzählperspektive, die gleichzeitig überblickshaft und persönlich die Geschichte der Bücherdiebin Liesel Meminger und des 2. Weltkriegs sowie der Judenverfolgung erzählt.

Wo möchtest du dieses Buch lesen?

Ich habe dieses Buch eigentlich überall im Urlaub gelesen, wo einige Minuten des Verweilens anstanden – während der Reise, im Café, auf meinem Handtuch, auf dem Balkon, im Bett.

Was sollte man bereit halten (nächstes Buch, Drink, Surfbrett, etc.)

Eigentlich sollte man „Die Bücherdiebin“ ganz ohne Ablenkung und in Ruhe lesen, um sich auf die Geschichte so richtig einlassen zu können. Vielfach ist sie berührend, erschreckend, etwas zynisch, teilweise aber auch beschwingt und unschuldig. Vor allem aber wohl bedingungslos ehrlich.

Katharina liest: 84, Charing Cross Road von Helene Hanff (btb)

Warum gerade dieses Buch?

Jeder Mensch, der Bücher liebt, sollte irgendwann diesen Briefwechsel zwischen einer New Yorker Schriftstellerin und einem Londoner Antiquar lesen. Helene Hanff kann mit den amerikanischen Taschenbüchern herzlich wenig anfangen und findet in Frank Doel den Buchhändler ihres Vertrauens. Er spürt für sie Liebhaberausgaben auf und sie bedankt sich mit Lebensmittelpaketen. Dazu muss man sagen, dass die Briefe in den 50ern geschrieben wurden und ein Päckchen mit Eipulver in London einem Festmahl gleichkam. Und die beiden Figuren schließt man nach der ersten Seite ins Herz. Versprochen!

Wo möchtest du dieses Buch lesen?

Es ist das perfekte Buch für einen Städtetrip. Im Idealfall nach London oder New York. Mir wurde das Buch für eine Reise nach London empfohlen. Ich las es im Flugzeug zur Hälfte durch und dann wurde es mir in der Jugendherberge geklaut. Ohne Witz! Passt auf dieses Buch auf. Am Wochenende war ich auf einem Festival und dort entdeckte ich in dem winzigen Örtchen auf einem Grabbeltisch dieses Buch. Ich habe nicht gezögert!

Was sollte man bereit halten (nächstes Buch, Drink, Surfbrett, etc.)

Leider, leider ist es ein sehr kurzes Lesevergnügen. Da man nach der Lektüre so sehr mit den beiden Städten verbunden ist, ist die Trennung nicht so schmerzhaft, wenn das nächste Buch auch dort spielt. Ansonsten empfiehlt sich ein voller Kühlschrank. Einfach nur um ihn anzugucken und zu wissen, dass man auf Eipulver nicht angewiesen ist. Und das Buch wurde verfilmt. Auf deutsch heißt er „Zwischen den Zeilen“ ist von 1987 und mit Anne Bancroft und Anthony Hopkins.

Eleonora liest: Eine Frau bei 1000° von Hallgrímur Helgason (dtv)

Warum gerade dieses Buch?

Weil es so herrlich skurril ist. Herbjörg, die Protagnistin, ist ein zäher, alter Knochen. Sie liegt – stets wie ein Schlot rauchend und ihre Facebookfreundschaften pflegend – in einer Garage im Nirgendwo und lässt ihr bewegtes Leben Revue passieren. Von einem Kuss mit John Lennon, über eine Irrfahrt durchs kriegsgeplagte Polen, bis hin zur Verwandtschaft mit dem ersten isländischen Präsidenten ist einfach alles dabei, was einer Europäerin im 20. Jahrhundert hätte passieren können. Ein Hagel von bizarren Anekdoten und Helgasons bisweilen bissiger Humor machen den eigensinnigen Roman zu einer literarischen Explosion. Erfrischend leicht ist „Eine Frau bei 1000°“ auch dank der liebenswert-schrulligen Protagonistin deren Lebensfreude ansteckend ist.

Wo möchtest du dieses Buch lesen?

In Island, Deutschland, Polen, Dänemark und auch auf einer Insel in der Nordsee.

Was sollte man bereit halten (nächstes Buch, Drink, Surfbrett, etc.)

Hummer, Krabbencocktail, Eine Stange Zigaretten

Claudia liest: Die Frau mit dem roten Tuch von Jostein Gaarder (dtv)

Warum gerade dieses Buch?

Mich hat dieses Buch von der ersten Seite an gefesselt und ich konnte es nicht mehr aus den Händen legen. Es ist die Liebesgeschichte zweier Menschen, die man bis zur letzten Seite verfolgen möchte.

Wo möchtest du dieses Buch lesen?

In der norwegischen Natur mit Blick auf einen Fjord. Oder in einem Café im verregneten Bergen.

Was sollte man bereit halten (nächstes Buch, Drink, Surfbrett, etc.)

Eine Person, mit der man nach dem Lesen über das Buch diskutieren kann und eine kleine Holzhütte mit Kamin.

Claudia liest außerdem: Pferde stehlen von Per Petterson (Fischer Verlag)

Warum gerade dieses Buch?

Das Buch erzählt die ergreifende Geschichte einer schwierigen Vater-Sohn-Beziehung. Umgeben von Natur und einem lauen skandinavischen Sommer erlebt man gemeinsam mit dem Protagonisten die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens.

Wo möchtest du dieses Buch lesen?

Am einem dahinplätschernden Fluss mit den Füßen im Wasser.

Was sollte man bereit halten (nächstes Buch, Drink, Surfbrett, etc.)

Fischbouletten, warmen Tee und ein Flugticket gen Norden.

 

Na, ist etwas dabei?

 

 

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Katharina Hierling

1986 in Kassel geboren. Studium der Germanistik und Ethnologie an der Uni Köln, nach einem kurzen Zwischenstopp bei der Neueren deutschen Literaturwissenschaft seit 2012 bei der Angewandten. Versucht nebenbei in einer Berliner Buchhandlung ihre Lieblingsbücher an den Mann zu bringen.

2 Gedanken zu „Litaffin empfiehlt Urlaubsbücher

  • 13. August 2013 um 16:40
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    Danke für die Lektüre-Tipps! Da weiß ich ja, was ich demnächst lesen werde;)

    Die Bücherdiebin hab ich bereits gelesen und kann mich nur anschließen: Das Lesen lohnt sich! Auch wenn manche Stellen nicht so leicht zu verdauen sind…Aber auf jeden Fall eine ungewöhnlicher Schreibstil und Perspektive.

  • 17. August 2013 um 15:11
    Permalink

    Vielen Dank für die Buchtipps! Ich habe soeben „The Imperfectionists“ von Tom Rachman ausgelesen und fand es einfach nur genial. Der Roman macht nicht nur Lust, nach Rom zu reisen, sondern ist auch angesichts der Dauermeldungen über das Printmedium Zeitung eine thematisch passende Sommerlektüre.

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