Menschheitsekel ist für alle da! Christian Krachts „Imperium“ in kolonialliterarischer Tradition

Menschheitsekel ist für alle da! Christian Krachts „Imperium“ in kolonialliterarischer Tradition

Die Wellen an den Gestaden des ehemaligen Neupommerns könnten höher nicht schlagen als jene, die Christian Kracht mit seinem Roman „Imperium“ oder wohl doch eher der Spiegel-Redakteur Georg Diez mit seiner Kritik daran verursacht hat. Nähe zu rassistischem und totalitärem Gedankengut hatte Diez dem Schweizer vorgeworfen, der seit seinem Roman „Faserland“ 1995 als einer der wichtigsten lebenden Autoren deutscher Sprache gilt. Read more

Welcome to Bavaria. Das Erbe der Biermösl Blosn

Welcome to Bavaria. Das Erbe der Biermösl Blosn

Der Anlass der Nachricht ist irgendwie traurig, die Urheber dagegen gehören zum Komischsten, was das deutschsprachige (Musik-)Kabarett zu bieten hat: Die Biermösl Blosn lösen sich auf. Das haben die drei Brüder Hans, Christoph und Michael Well für Anfang 2012 angekündigt. Sie hinterlassen ein gewichtiges Erbe – für Bayern UND Preußen. Read more

LORIOT!

LORIOT!

Wie gebannt saß ich vor dem Fernseher, mit offenem Mund, weit aufgerissenen Augen. Kaum traute ich mich zu atmen. Ich konnte einfach nicht glauben, was da auf dem Bildschirm vor sich ging. An Lachen war gar nicht zu denken. Ich konnte alles so genau verstehen, wie ich noch nie etwas verstanden hatte – und doch war ich ganz aus dem Häuschen, dass so etwas möglich war. Dabei waren es doch einfach nur eine Skatrunde oder ein Konzertbesuch, was dort gezeigt wurde. Read more

Ein Baum der Erinnerung

Ein Baum der Erinnerung

Ein Gastbeitrag von Svenja Hoch

In der Reihe unserer Lieblingsbücher hat sich litaffin diesmal einen Gastbeitrag geangelt. Svenja Hoch schreibt über die Suggestivkraft der Erinnerung, heitere Poesie und tieftraurige Melancholie in Diese Liebe von Robert Cotroneo.

Edo hat das, wovon viele bibliophile Menschen wohl träumen: einen eigenen Buchladen. Er sagt „man müsse sich den Buchladen wie eine Apotheke vorstellen. Für die Leiden am Dasein.“ Zusammen mit seiner Frau Anna, die eigentlich Lehrerin ist, führt er das Geschäft. All das ändert sich, als Edo eines Morgens erwacht und sich an nichts mehr erinnert: nicht an die Koordinaten des Badezimmers im eigenen Haus, nicht an den besten Freund, nicht an die Kinder und auch nicht an Anna. Gab es zuvor nur ein „Wir“, das in der buchstabengefüllten Stille des Buchladens seinen Ausdruck fand, so lebt Edo jetzt allein in einer Welt, die ihm in jedem Winkel nur Unbekanntes bietet, dem „Land des Ungesagten“.

Read more