Rezension
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Das rote Schaf der Familie
Was hat “Six Feet Under”, die amerikanische Serie über ein Beerdigungsinstitut, wohl mit dem britischen Straßenfeger “Downton Abbey” gemeinsam, einmal abgesehen davon, dass es sich bei beiden um ausgesprochen populäre Fernsehproduktionen handelt? Die Antwort liegt in der Inspirationsquelle, die, so unwahrscheinlich es auf den ersten Blick scheinen mag, in beiden Fällen bei einer berühmt-berüchtigten englischen… Weiterlesen
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Mit den täglichen Ängsten leben – Wurfschatten
Der literarische Herbst 2014 ist alles andere als grau und trüb, sondern kommt in einer bunten Vielfalt daher, mit einer auffallend hohen Frauenquote und nicht zu verachtenden Debüts. Mittendrin ist auch Simone Lappert. Mit ihrem Debütroman Wurfschatten schaffte sie es auf die Shortlist des ZDF-„aspekte“-Literaturpreises für das beste literarische Debüt des Jahres. Weiterlesen
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Hasenspur mit Literaturbeilage
Die Buchmesse ist geschafft; die Finnen sind nach ihrem sehr erfolgreichen Auftritt als “Finnland.Cool” wieder abgereist. Glücklicherweise haben sie uns viele Lese-Anregungen für den kommenden Winter dagelassen. Lauras Verschwinden im Schnee ist das perfekte Buch für lange Winterabende. Der Autor Pasi Ilmari Jääskeläinen, heißt es, ist Finnlands am besten gehütetes literarisches Geheimnis. Lumikko ja… Weiterlesen
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Roadtrip ohne Road
Im Jahr 2010 sorgte Helene Hegemann mit ihrem Debüt „Axolotl Roadkill“ für Aufruhr in den Feuilletons. Im letzten Jahr entließ die polarisierende Jungautorin ihren zweiten Roman auf den deutschen Buchmarkt. „Jage zwei Tiger“ ist nicht nur eine Geschichte über das Erwachsenwerden. Es ist ein Roadtrip ohne Road, frech, schrill, unsexy. Auch dieses Mal scheiden sich… Weiterlesen
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litaffins Sommerlektüre
Es ist Sommer und wir haben endlich wieder richtig Zeit zum Lesen. Ob beim Strandurlaub oder beim entspannten Herumliegen im Park – das richtige Buch muss auf jeden Fall ins Gepäck. Für den einen ist es vielleicht der leichte Sommerroman, für den anderen ein spannender Krimi. Oder doch lieber der dicke Wälzer, an den man… Weiterlesen
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Die Erkenntnis zwischen den Welten: Americanah
Schon zu Beginn des Romans wird klar: Ifemelu plant, die USA nach dreizehn Jahren wieder zu verlassen. Dabei war ihr amerikanisches Leben nach anfänglichen Schwierigkeiten durchaus von Erfolg geprägt. Sie war Stipendiatin der Princeton University und führte einen landesweit erfolgreichen Blog, auf dem sie ihre Erfahrungen und Überlegungen zum Schwarzsein in Amerika festhielt. Während sie… Weiterlesen
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Und du, bist du glücklich?
Ein Buch, über das alle sprechen. Yasmina Reza geht in ihrem aktuellen Prosawerk einem menschlichen Grundbedürfnis auf den Grund – dem Glücklichsein. Nur ein weiterer Roman, der den Problemen der Wohlstandsgesellschaft auf den Zahn fühlt? Weiterlesen
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Zauberhaft schreckliche Realität – Eva Roman mit ihrem Debüt „Siebenbrunn“
2014 – das 50. Jubiläumsjahr des Wagenbach-Verlags ist für Eva Roman zugleich ihr Debütjahr. Nach einigen Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien erschien im März nun ihr Roman „Siebenbrunn“. Dabei wagt sich die junge Autorin an Tiefgründiges, ja an schwere Kost, arbeitet sich an großen Emotionen ab. Und doch ist es ein leichtfüßiges Stück geworden. Weiterlesen
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Zwischen Krieg und Putzlappen
Der umstrittene Büchnerpreisträger Martin Mosebach hat einen neuen Roman geschrieben: „Das Blutbuchenfest“ schaffte es sogleich auf die Shortlist des Preises der Leipziger Buchmesse 2014 – und ging leer aus. Marc Dieke erklärt, warum sich der Blick ins Buch lohnt. Weiterlesen
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Freundschaft hat ihren Preis
„Jeder Mensch hat seine eigene Farbe“, aber ausgerechnet Tsukuru Tazaki scheint völlig farblos zu sein. Farben spielen eine wichtige Rolle in Haruki Murakamis neuestem Roman Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki – immer wieder wird der Hauptcharakter damit konfrontiert. Die dramatische Geschichte seines Lebens beinhaltet aber viel bedeutendere Themen. Was passiert, wenn deine Freunde dich… Weiterlesen
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Auf Magical Mystery-Tour – Sven Regener holt Karl Schmidt zurück
Man nehme einen gescheiterten Helden, ganz viel Musik und planlose Fahrten durchs Land – fertig ist der Pop-Roman. Mal ganz vereinfacht gesagt. Das ist nichts Neues, das ist nicht innovativ. So steht bei einigen deutschen Pop-Romanen am Ende der Lektüre eher ein Schulterzucken: kann man lesen (und kann geschrieben werden) – muss aber auch nicht… Weiterlesen
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Die Entsprechung einer Oase – Alexander Kluges Essay an die digitale Generation
Alexander Kluge ist lange vor dem Digitalzeitalter geboren. Was ist also von seinem Essay Die Entsprechung einer Oase zu erwarten, mit dem er sich explizit an die „digitale Generation“ wendet? Lesen kann man den Text jedenfalls nur digital – beim ambitionierten Kleinverlag mikrotext. Weiterlesen
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Eine Jugend in Metaphern
Nachhinein ist Lisa Kränzlers zweiter Roman, mit dem sie für den Preis der Leipziger Buchmesse 2013 nominiert war. Wie schon in ihrem Debüt geht es um das Erwachsenwerden, um Freundschaft und um die Identitätsfindung junger Menschen. Vor allem aber um das, was dabei verloren geht. Weiterlesen
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Gottes verfaulte Welt – Über Stefanie de Velascos Roman „Tigermilch“
Jugendsprache, die von Erwachsenen geschrieben wird, geht gemeinhin in die Hose. Dass es funktionieren kann, hat uns Wolfgang Herrndorf mit seinem wunderbaren Roadtrip „Tschick“ gezeigt. Jetzt beweist auch Stefanie de Velasco mit ihrem Debütroman „Tigermilch“, dass sogar die etwas derbere Variante gute Literatur sein kann. „Tigermilch“ ist ein Jugendroman, es ist ein Freundschaftsroman und ein… Weiterlesen