„Das Schreiben bewahrt mich davor, wütend zu werden.“

„Das Schreiben bewahrt mich davor, wütend zu werden.“

Die französische Schriftstellerin Véronique Ovaldé hat seit dem Jahre 2000 sechs Romane veröffentlicht, von denen zwei ins Deutsche übersetzt wurden: „Alles glitzert“ und „Die Männer im Allgemeinen gefallen mir sehr“ (beide erschienen im Kunstmann Verlag). In ihren Romanen erzählt sie märchenartige Geschichten, deren Inhalte tief im realen Leben verwurzelt sind. litaffin sprach mit ihr im Rahmen des rendez-vous littéraire über ihren neuen Roman, die Verhängnisse des Weiblichen und den Umgang mit Feminismus im 21. Jahrhundert.

Litaffin: Worum geht es in Ihrem neuesten Roman „Ce que je sais de Vera Candida“?

Ovaldé: Der Roman erzählt von vier Frauengenerationen, die auf einer imaginären Insel in Lateinamerika leben. Ich verwende in meinen Büchern immer imaginäre Orte. Mein Text erzählt von Frauen und ihrer Befreiung, von ihrem familiären Schicksal. Denn wie in vielen Familien hat man auch hier den Eindruck, dass die Dinge immer wiederholt werden.
Die Geschichte beginnt wie ein lateinamerikanisches Märchen. Mit Rose Bustamente, die Fischerin von fliegenden Fischen ist und Prostituierte war. Schließlich kommt die Geschichte im Alltag ihrer Enkelin an, die die Insel verlässt und zum Kontinent aufbricht. Um sich zu emanzipieren, muss sie allerlei Ereignisse und verschiedene Arten von Gewalt überwinden.
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To: Stephen@StephenKing.com; Subject: There’s no place like Dome

To: Stephen@StephenKing.com; Subject: There’s no place like Dome

Quelle: Scribner

 

Dear Mr. King,

 

I’d like to start off by letting you know that I am not your biggest fan.

I have not read all your books.

In fact, I’m fairly certain that it is quite impossible to read everything you’ve ever written and if anyone tells you they have – which I’m sure many, many people do – they’re flat-out lying. No offense, but nobody does that. Mehr lesen

Intensives Lauschen. Das französisch-deutsche Literaturfest „Rendez-vous littéraire!“ bringt zusammen, was zusammengehört.

Intensives Lauschen. Das französisch-deutsche Literaturfest „Rendez-vous littéraire!“ bringt zusammen, was zusammengehört.

Am vergangenen Wochenenende kamen in der Berliner Akademie der Künste französische und deutsche AutorInnen zum Lesefest zusammen. Litaffin war dabei und fand viel Gutgemeintes…

Jetzt konnte nur noch die französische Botschaft helfen. Marie sei verhaftet worden, hatte Ingo Schulze eben mit verschmitztem Lächeln unter der Hand seine Informationen weitergeleitet, als besagte Marie Darieussecq doch noch den Plenarsaal der Akademie der Künste in Berlin betrat. So begann die dritte Paarung dieses Abends zwar nur beinahe pünktlich, dafür aber mit dem Klischee vom übereifrigen deutschen Beamten, der die Schriftstellerin aus dem Baskenland aufgrund eines nicht entwerteten Fahrscheins vorübergehend in Gewahrsam genommen hatte. Stolz reckte sie Fahrschein und Strafzettel in die Höhe, in ihrem Rücken durch die großen Panoramafenster gut erkennbar: die französische Botschaft vis-à-vis. Für ihre glückliche Freilassung gebühre den dort arbeitenden Menschen der Dank. Mehr lesen

„Von der Kommerzialisierung zurück zum Buch“

„Von der Kommerzialisierung zurück zum Buch“

Das Buch: Nur noch Konsumartikel?
Quelle: Leipziger Messe GmbH/N. Rembarz

Weiterer Seitenhieb auf Hegemann: Offener Brief des Bundesverbandes junger Autoren und Autorinnen (BvjA) am Welttag des Buches.

„Mit Sorge betrachtet der Bundesverband junger Autoren und Autorinnen (BVjA) seit geraumer Zeit den in der Verlagsbranche allgemein zu beobachten- den Trend, dass eine Sensation mehr wiegt, als ein sorgsam gearbeitetes Buch“, heißt es im Offenen Brief, der im Wortlaut auf der Webseite des Börsenblatts nachzulesen ist. Mehr lesen

Von Maklern und Mackern – wenn Literaturagenturen Literatur machen

Von Maklern und Mackern – wenn Literaturagenturen Literatur machen

©jugendfotos.de/jonasm

In Deutschland sind innerhalb weniger Jahre Literaturagenturen zu dem geworden, was sie im angloamerikanischen Raum schon lange sind: ein wichtiger Faktor im Literaturbetrieb. Sie profitieren nicht nur vom raschen Wandel in der Buchbranche und vom freudigen Geschäftssinn junger Autoren, sondern nehmen auch schon mal Einfluss auf literarische Moden selbst.

Einfach hatte man es ihr im Land der Dichter und Denker ja nicht gemacht. Jahrzehntelang war Literatur „made in Germany“ eine schwer verkäufliche Ware, im Inland wie im Ausland. Sie galt als kopflastig, reflexionsbetont, plotarm und provinziell. Dann wurde auf einmal alles anders. Mit einer in den Siebzigern und Anfang der achtziger Jahre geborenen nachrückenden Autorengeneration veränderten sich die ästhetischen Kategorien des Erzählens und das Selbstverständnis der Autoren. Literaturkritiker griffen das rasch auf, feierten die „Pop-Literaten“, zu denen etwa Autoren wie Benjamin von Stuckrad-Barre, Benjamin Lebert oder Christian Kracht zählen und riefen unter anderem anhand von Zoë Jenny, Karen Duve, Jenny Erpenbeck, Judith Hermann und Katja Lange-Müller ein neues „Literarisches Fräuleinwunder“  aus. Die verspätete deutsche Beat Generation sozusagen. Es hatte aber nicht nur die Stunde der deutschen Literatur geschlagen – sondern auch die der deutschen Literaturagenturen.

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„Ich kann mir vorstellen, dass man da das Kotzen bekommt“

„Ich kann mir vorstellen, dass man da das Kotzen bekommt“
© Dylan Thompson (kamerakopf.de)

Finn-Ole Heinrich, der 2007 mit seinem Debütroman „Räuberhände“ auf sich aufmerksam machte, ist nicht nur Autor, sondern auch Filmemacher. Als er vor zwei Jahren drei kurze Filmsequenzen zu seinem Roman auf Youtube stellte, war der Hype um Buchtrailer gerade erst am entstehen. Litaffin sprach mit dem 27-Jährigen übers Bücherschreiben und Filmemachen, über perfekte Eltern und Putzfrauen im Schneideraum.

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Das neue Pixibuch

Das neue Pixibuch

Irgendwie hatten alle die gleichen. Über Generationen hinweg. Deswegen eignen sie sich auch so gut zum Partygespräch. Da so kurz, ließen sich Verwandte schneller noch zum Vorlesen überreden und da so leicht, werden sie immer in diesen Netzen an Buggys und Kinderwagen mitgeschleppt. Pixibücher sind eine der erfolgreichsten Marketingstrategien auf dem Buchmarkt. Die überlebensgroße Pixi-Figur in Buchhandlungen trägt eine durchsichtige Schüssel voll von Büchleins, Kind kann von allen Seiten schauen und wühlen. Perfekt. Auch ein „Grabbel- und Mitnahmeprodukt“ nennt Verleger Lou A. Probsthayn seine neue Kreation. Er gründete den Literatur Quickie Verlag und gibt Pixis für Erwachsene heraus: Booklits. Man hört es an den Begrifflichkeiten – Probsthayn kommt aus der Werbung. Doch Literaturvermittlung ist ihm schon länger eine Herzensangelegenheit. Gemeinsam mit Freund Gunther Gerlach organisiert er seit Jahren erfolgreich Kurzzeitlesungen in einer Hamburger Bar. Die Booklits sind zwar ebenso kurzweilig, bestechen aber nicht nur durch ihr hübsches Design, sondern liefern anspruchsvolle, nach-hallende Geschichten. Neben den Großen der jungen deutschen Literatur, Juli Zeh und Jasmin Ramadan („Soul Kitchen“), stehen eher unbekanntere Autoren mit lesenswerten Kurzgeschichten. Die Texte machen Lust auf mehr, sind aber keine bloßen Leseproben, sondern abgeschlossene Erzählungen. Vertrieben über den Buchhandel, trägt sich der Verlag mittlerweile selbst. Ein Zeichen dafür, dass sich Büchermachen, echte aus Papier, noch lohnt.

Eine Liste der bereits erschienen Titel findet sich hier, jedes Booklit kostet 3 Euro.