Vom Sprechtext zum Debütroman: Zwei Rezensionen

Vom Sprechtext zum Debütroman: Zwei Rezensionen

Die Frage, ob Spoken Word und gedrucktes Wort miteinander vereinbar sind, hat die Poetry Slam Szene in den letzten Jahren vielfach diskutiert und häufigst fröhlich bejaht. Etliche Bühnenpoeten haben ihre Sprechtexte mittlerweile veröffentlicht – und gezeigt, dass ihre Texte auch ohne Performance ein Publikum finden. Immer wieder haben einzelne Performer auch die Großform der Erzählung, den Roman gewagt, so wie jetzt auch Xochil A. Schütz und Mirco Buchwitz. Mehr lesen

Enhanced ebooks: Digitale Wundertüten oder echter „Mehrwert“?

Enhanced ebooks: Digitale Wundertüten oder echter „Mehrwert“?

Enhanced ebooks gleichen derzeit noch großen multimedialen Wundertüten: Es summt und tüdelt, blinkt und glitzert. Die Verlage packen erst mal alles rein, was geht: Da gibt es Audiokommentare und Gewinnspiele, Rätselspaß und Videomaterial, Skizzen und Karten, Lexika und Stichwortverzeichnisse. Doch die Zukunft des enhanced ebooks liegt sicherlich im Weniger statt im Mehr. Mehr lesen

Mixtape: Die 10 besten Songtexte

Mixtape: Die 10 besten Songtexte

Sie sind hochpoetisch, mal melancholisch, mal gewitzt, absurd oder einfach nur schön: Songtexte deutscher Musiker können sich hören lassen – und das auch ohne akustische Stütze. Das bewies beispielsweise Max Herre, füherer Freundeskreis-Frontman, der im letzten Jahr auf der lit.Cologne zu Gast war: Er las seine Texte ohne Band im Rücken – ein voller Erfolg, wie ihr bei einem meiner Lieblingsblogger nachlesen könnt.

Das Verhältnis von Poesie und Songtext lotet nun zum ersten Mal auch das Poesiefestival Berlin aus: Am Freitag diskutieren zunächst Literaturwissenschaftler, Autoren und Musiker zum Thema „Lyriks. Songtexte als Dichtung“ – im Anschluss daran verwirklichen PeterLicht, Gustav und Thomas Meinecke die Theorie in tanzbare Praxis. Ein schöner Anlass, um meine Lieblingszeilen aus den 10 besten deutschen Songs zusammenzustellen. Voilà! Mehr lesen

Die Leben kleiner Leute

Die Leben kleiner Leute

Claudia WiedelmannIn Verlagslektoraten gehen sie zuhauf ein: Die Memoiren „durchschnittlicher“ Menschen, die keinerlei Berühmtheit haben, aber dennoch auf ein bewegtes Leben zurückblicken können. Im Lektorat landen diese Manuskripte zumeist direkt im Papierkorb oder werden bestenfalls mit einer Standardabsage an den Verfasser zurückgeschickt. In wirklich guten Händen sind diese Lebenserinnerungen dagegen bei Claudia Wiedelmann, die mit Hingabe und Vergnügen am Detail Aufzeichnungen dieser Art liest. Litaffin schaute der 28-jährigen Berlinerin bei der Lektüre über die Schulter und sprach mit ihr über ihr ungewöhnliches Ehrenamt.

Litaffin: Claudia, wirst du merkwürdig angeschaut, wenn du erzählst, dass du in deiner Freizeit Tagebücher wildfremder Menschen liest?

Claudia Wiedelmann: Es bedarf zumindest der Erklärung. Aber wenn ich erzähle, was genau ich da mache, stößt das eigentlich immer auf Faszination.

Litaffin: Du bist ehrenamtliche Leserin für das Deutsche Tagebucharchiv in Emmendingen, das private Aufzeichnungen aus dem gesamten Bundesgebiet archiviert und der Forschung zugänglich macht. Wie funktioniert das? Mehr lesen

Comics sind nicht nur lustig…

Comics sind nicht nur lustig…


Verschiedene Zeichenstile – unterschiedliche Arten etwas zu erzählen… (© Reprodukt)

Graphic Novels haben ihre ganz eigene Faszination: Irgendwo zwischen Bild und Text, zwischen Kunst und Kommerz bilden sie Themen der unterschiedlichsten Couleur ab: Da gibt es Kriegsdokumentationen und Reisetagebücher, laute Großstadtporträts und leise Liebesgeschichten, Kriminalfälle, Weltuntergangsszenarien und Kafka-Adaptionen. Schwer haben sie es nach wie vor im Feuilleton und im Buchhandel. Ein Verlag, der dies gerne ändern möchte, ist der Berliner Verlag Reprodukt, der neben klassischen Comicalben auch Graphic Novels verlegt und in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert. Litaffin sprach mit Jutta Harms, langjährige Mitarbeiterin und Pressefrau, über den Begriff der Graphic Novel, über üble Comicläden, Konkurrenz aus Literaturverlagen und berührende Zeichnungen. Mehr lesen

Ein Jahr auf hoher See: Happy Birthday, litaffin!

Ein Jahr auf hoher See: Happy Birthday, litaffin!

SegelbootSeit einem Jahr gleitet litaffin.de auf den großen und kleinen Wellen des Literaturbetriebs, erkundet unbekannte Bücherinseln, kommentiert, fragt nach und schippert durch die Untiefen der Berliner Kulturmeere. Über 100 Berichte, Kommentare und Interviews sind dabei zustande gekommen – und der Kompass zeigt weiterhin „Volle Literatur voraus!“

Ein Beitrag von Nora Böckl und Franziska Schramm

Im Oktober 2009 saßen etwa 20 Studierende im Seminar „Schöne Neue Onlinewelt“ und Dozentin Nikola Richter stellte die Gretchenfrage: „Was lest ihr im Netz?“ Onlineauftritte großer Tageszeitungen, Perlentaucher, Spiegel Online, das fiel uns ein. Aber Blogs? Literaturblogs? Komplette Fehlanzeige. In den kommenden Wochen sollte sich das von Grund auf ändern: Wir beschäftigten uns sowohl theoretisch als auch ganz praktisch mit dem Internet und seinen Phänomenen, tauchten ein in die Welt von Twitter, Facebook und Co., nahmen Nachhilfe in  Sachen WordPress und konzipierten schließlich: unser eigenes Blog.

Worüber wir bloggen wollten, war relativ schnell klar: Literatur. Wesentlich länger brauchte es, um zu entscheiden, welchen Kurs wir einschlagen sollten, um als Blog unverwechselbar zu werden. Wir hatten den Anspruch, nicht nur Bücher zu rezensieren, sondern auch rund um das Büchermachen zu berichten; die Inhalte unseres Studiums – womit wir uns beschäftigen und was uns bewegt – sollten Thema werden. Im Januar 2010 ging es dann los: Mit E-Books und dem Google Books Settlement, mit Lesebühnen, Lyrik und Literaturzeitschriften, mit Wunderkindern, literarischen Fräuleinwundern und wunderbaren Büchern.

Plötzlich waren wir online, hatten Follower und Fans und eine neue „schöne“ Welt tat sich auf, die wir mit Faszination (und vielleicht auch einer gewissen Portion Skepsis) beobachteten. Als die Klickzahlen zeigten, dass es mehr Besucher auf unserer Seite gab als Studierende in unserem Studiengang, waren wir begeistert. Aus Seminarrahmen heraus entstand eine freie Redaktion, die das Projekt seitdem am Laufen hält. Von saisonalen Schwankungen mal abgesehen, sind etwa 15 Studierende mit an Bord – litaffin ahoi! Meist treffen wir uns einmal im Monat, tauschen Neuigkeiten aus, besprechen Themen und überlegen uns, wo es hingehen soll mit unserer Fahrt.

Dass wir nun den ersten Geburtstag feiern, macht uns ein klein wenig stolz – und gibt uns die Gelegenheit, so richtig die Korken knallen zu lassen:  Am Samstag, den 19.02. im Buchhändlerkeller (Carmerstr. 1, Charlottenburg) ab 21 Uhr!

Wer litaffin nicht von Anfang an miterlebt hat, ist eingeladen im Archiv zu stöbern und Altes neu zu entdecken. Hier ein kleines, sehr subjektives Best Of:

Was war euer Lieblingsartikel? Worüber würdet ihr euch einen Bericht wünschen? Anmerkungen, Lob und Glückwünsche willkommen!

Foto: ricardodiaz11 (cc, flickr.com)

Lesung + Konzert = Leszert

Lesung + Konzert = Leszert

Autor Finn-Ole Heinrich und Musiker Spaceman Spiff machen gemeinsame Sache. Und was für eine! Unter dem Motto „Du drehst den Kopf, ich dreh den Kopf“ sind sie auf Deutschlandtournee.

Auf einer leeren Tanzfläche hat Finn den Weltraummann kennengelernt und sich „sofort verliebt“, wie er sagt. Es war auf irgendeiner Party, niemand hat getanzt, nur die beiden, studenlang und ausdauernd. Der damals übergesprungene Funke ist der Grund, warum die zwei jetzt hier sind, im Studio der Schaubühne, zwischen Sofas, Beamer und Bier. Zwei Geschichtenerzähler stehen auf der Bühne, der eine mit Buch, der andere mit Gitarre.

Finn-Ole Heinrich ist Filmemacher und Autor, zuhause im sympathischen Hamburger mairisch Verlag; letztes Jahr erschien sein zweiter Erzählband, eben war er Stipendiat im LCB. Spaceman Spiff heißt eigentlich Hannes Wittmer. Er macht Lieder mit verdammt guten Texten; seine CDs bringt er selbst zur Post und malt für den Empfänger noch ein Tierchen dazu. Zusammen sind sie gerade auf deutschen Bühnen unterwegs und geben – ja was eigentlich? „Leszerte“ trifft es vielleicht am besten. „Komm, nimm deine Tanzschuhe mit, wir verschwinden in Musik“, eröffnet Hannes mit einigen Akkorden die Nacht. Gerne doch. Mehr lesen

18. Open Mike Wettbewerb: Tag 2

18. Open Mike Wettbewerb: Tag 2

Lange brauchte die Jury, bestehend aus Hanns-Josef Ortheil, Ilija Trojanow und Anja Utler, bis sie zu einer Entscheidung kam. Das 3:0 wollte sich nicht einstellen. Doch schließlich waren die Gewinner des Open Mike gefunden, beglückwünscht und ausgezeichnet. Aber immer langsam, mit den jungen Pferden. Stop and Rewind.

12:00 Uhr: Anthologie erstanden, Platz gefunden, noch ist das einfach, die WABE ist nur zu drei Vierteln gefüllt. Ist ja auch noch früh morgens. Naja, fast.

12: 15 Uhr: Eine „Schleuse“ in den Literaturbetrieb nannte Literaturwerkstatt-Leiter Wohlfahrt den Literaturwettbewerb am Freitagabend bei „Lesen und Schreiben nach dem Open Mike“, zu dem ehemalige Gewinner geladen waren. Judith Zander berichtete, sie habe ihren Lektor im Rahmen des Wettbewerbs gefunden, bei Inger-Maria Mahlke war es ebenso. Beide betonten jedoch, dass sie nicht aus dem Nichts gekommen waren, Kontakte in den Literaturbetrieb bestanden bereits über Wettbewerbe, Lesungen, Literaturzeitschriften. Auch die Autoren des zweiten Tages sind nicht so unbedarft, wie man es bei einem Nachwuchswettbewerb erwarten dürfte. Andreas Lehmann, der erste Lesende des Tages, nahm letztes Jahr an der Textwerkstatt Darmstadt teil und befand sich auch beim Open Mike schon einmal in der Finalrunde. Sein Text erzählt in unaufgeregtem Ton von irritierenden Ereignissen im sonst so eingespielten Alltag eines Ehepaares. Der Applaus noch etwas müde – mehr davon bekommt Katharina Hartwell mit ihrem Text „Göteborg“, erzählt aus der Perspektive eines Mädchens, dessen Bruder mit Depressionen zu kämpfen hat. Die Hoffnung der kleinen Louise richten sich auf die versprochene Reise nach Schweden, auf Elche und Köttbullar. Mehr lesen

Reden wir mal über Geld: Auch in der Buchbranche verdienen Frauen weniger als Männer

Reden wir mal über Geld: Auch in der Buchbranche verdienen Frauen weniger als Männer

MünzenWer glaubt, mit der Gleichberechtigung in Deutschland sei schon alles okay, muss bei diesen Zahlen kräftig schlucken: Frauen in der Bundesrepublik verdienen im Schnitt 23% weniger als Männer. Das bedeutet konkret: 2009 lag ihr Bruttostundenverdienst bei 14,90 Euro, der der männlichen Beschäftigten bei 19,40 Euro. Die Buchbranche trägt zu dieser traurigen Statistik das ihrige bei.

Einen Anhaltspunkt dafür, wie es um die Arbeitssituation in der Buchbranche bestellt ist, gibt die Studie „MehrWert“, die im Auftrag des Vereins Bücherfrauen e.V. durchgeführt wurde. Mehr als 1.200 angestellte und freiberufliche Beschäftigte aus Verlagswesen, Zwischen- und Sortimentsbuchhandel haben sich an der Onlineumfrage beteiligt und Auskunft über Ausbildung, Arbeitsbedingungen und Gehalt gegeben. Das ernüchternde Ergebnis: Frauen verdienen bis zu 25% weniger als ihre männlichen Kollegen. Hier einige Details aus der Studie:

  • Familie: Kinder werden bekanntlich als Karrierehemmnis Nummer Eins betrachtet. Frauen müssen während der Schwangerschaft pausieren und arbeiten danach oft in Teilzeit. Wirklich erstaunlich ist jedoch, dass 70 % der Befragten kinderlos sind. Das heißt, die Gehaltsunterschiede lassen sich nur bedingt mit dem Argument „Familie“ erklären. Bei denjenigen Befragten, die jedoch Kinder haben, zeigt sich ein bekannter statistischer Effekt: Bei Frauen wirkt sich Elternschaft negativ auf Gehalt und Einkommen aus – bei Männern dagegen positiv. Mehr lesen

Lese lieber ungewöhnlich

Lese lieber ungewöhnlich

Die Programme sind speziell, ihre Verleger oft auch. Kleine, unabhängige Verlage haben seit einigen Jahren längst mehr als nur einen Platz in der Nische, sie fallen durch mutige, nicht unbedingt marktgängige Literatur, liebevoll gestaltete Covers sowie ungewöhnliche Publikationsformen auf. Hörspiele, Schallplatten oder Scherenschnitte haben ebenso ihren Platz wie abgedrehte Graphic Novels oder hochphilosophische Essaybände.

Ihre Bücher sind allerdings nach wie vor eher selten neben den Titeln der großen Verlagshäuser auf den Präsentiertischen der Buchhandlungen zu finden, viele unter ihnen kämpfen Programm für Programm aufs Neue ums Fortbestehen. Aber schwierige Situationen erfordern kreative Ideen. So wurde im letzten Jahr etwa die „Hotlist“ ins Leben gerufen, die alternativ zum deutschen Buchpreis die besten Bücher der Saison aus unabhängigen Verlagen prämiert. Was die „Indies“ aber letztendlich so spannend macht, ist der Entdeckergeist, der Mut zu Ungewöhnlichem und nicht zuletzt die gute Portion Idealismus ihrer oftmals jungen Verleger.

Die geballte Kreativität der „Jungen Wilden“ konnte man vergangenen Samstag beim „Fest der kleinen Verlage am großen Wannsee“ im Literarischen Colloquium Berlin kennen lernen. Büchertische luden zum Stöbern und Entdecken, Lesungen zum Zuhören ein. Litaffin hat sich ein wenig bei den Verlegern umgehört: Wie ist die Stimmung? Was macht euch froh, mit welchen Schwierigkeiten habt ihr zu kämpfen? Und was haltet ihr von der Hotlist?
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Gegen den Sprachmatsch

Gegen den Sprachmatsch

57 Gedichte, neun Poeten, sieben Sprachen: Das Poesiefestival Berlin eröffnete mit babylonischem Sprachgewirr.

Ein wenig ist es, als hätten sich hunderte von Menschen in einem Raum versammelt, um gemeinsam unter der Bettdecke zu lesen. Unzählige Lämpchen brennen im Dunkel des Studios in der Akademie der Künste, es herrscht konzentrierte Stille. Auf der Bühne steht Yang Lian, der etwas liest, was nach „tjodee sijun tschauschu“ klingt. Es könnte Bahnhof heißen. Oder auch „Auf asphaltiertem Meer ist ein Vogel in den Lüften so weiß wie eine arme Seele“.

Nicht umsonst heißt dieser Abend „Weltklang. Nacht der Poesie“. Alle geladenen Dichterinnern und Dichter lesen in ihrer jeweiligen Muttersprache – ohne Untertitel, ohne Simultanübersetzung. Damit wendet sich die Veranstaltung gegen den „Sprachmatsch“, wie er beim Grand Prix zu hören gewesen ist, erklärt Moderatorin Luzia Braun, gegen das immergleiche Englisch, das die Sprachunterschiede einebnet wie eine Dampfwalze.

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Hämorrhoiden für den Weltfrieden: Warum Lyrik geil ist

Hämorrhoiden für den Weltfrieden: Warum Lyrik geil ist

Lyrik ist etwas Wunderbares! Mit dieser Meinung stehe ich manchmal ganz schön alleine da. Auch unter Literaturwissenschaftlern höre ich immer wieder: „Gedichte sind ehrlich gesagt nicht so mein Ding, da hab ich keinen Zugang zu“.

Irgendwie auch kein Wunder. Da lernt man in der Schule hinter Versenden a-b-b-a zu schreiben. Kreuzchen und Häkchen über betonte und unbetonte Silben zu machen. Eine Anapher von einer Alliteration zu unterscheiden. Aber niemand sagt einem, dass das Lesen von Gedichten verstörend und aufregend sein kann, lustig und unterhaltsam, mitunter tröstend und heilsam.

Fünf Schlüssel, die das Tor zur Lyrik öffnen…

Ich glaube eigentlich, dass jeder, der irgendwie Sprache und Musik mag, auch etwas mit Gedichten anfangen kann. Weil man den Rhythmus eines Gedichts auch ohne Silbenzählen fühlen kann. Weil der Reim ein absolutes Wunder ist, bringt er doch zwei Wörter mit völlig unterschiedlichem Sinngehalt ganz nah zusammen. Weil Poesie Selbsterfahrung ist und zu Gedanken führt, die man so noch nie gedacht hat.

Deshalb hier meine fünf besten Tipps, Zugang zu Gedichten zu finden: Mehr lesen

Zu wenig Zeit für Bücher: „Die Vorleser“ nerven

Zu wenig Zeit für Bücher: „Die Vorleser“ nerven

„Die Vorleser“ kommen? Lieber abschalten…

Dass es sie immer noch gibt, ist das erstaunliche an den „Vorlesern“. Seit ihrem Start im Juli letzten Jahres hagelt es Kritik für die Literatursendung im ZDF: Zu glatt das Format, zu hektisch der Ablauf, zu aufgesagt die Texte der Moderatoren. Doch geändert hat sich bislang nichts. Noch immer versucht die Sendung das Unmögliche: Acht Bücher in 30 Minuten vorzustellen – dass das nicht gut gehen kann, ahnt jeder, der versucht in 30 Sekunden alle acht Buchtitel plus Autorennamen aufzusagen.

Eigentlich war die Sache gut ausgedacht: Ein literarisches Duo mit zwei unterschiedlichen Perspektiven nimmt sich den Neuerscheinungen des Buchmarkts ebenso wie den zeitlosen Klassikern an. Ijoma Mangold, Literaturkritiker der ZEIT, liefert fundierte Analysen, Amelie Fried, Fernsehmoderatorin und Schriftstellerin, argumentiert aus Sicht der leidenschaftlichen Leserin. Das hätte durchaus Potential – würde man sich Zeit nehmen. Das erste Buch der gestrigen Sendung, „Der Jesus vom Sexshop“ von Helge Timmerberg, wird nach einer Minute wieder beiseite gelegt. „Das beste, was wir hierzulande an Reiseliteratur haben“, sind sich die Moderatoren einig. Was genau die Aufzeichnungen so lesenwert machen soll, bleiben sie den Zuschauern schuldig.

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„Ich kann mir vorstellen, dass man da das Kotzen bekommt“

„Ich kann mir vorstellen, dass man da das Kotzen bekommt“
© Dylan Thompson (kamerakopf.de)

Finn-Ole Heinrich, der 2007 mit seinem Debütroman „Räuberhände“ auf sich aufmerksam machte, ist nicht nur Autor, sondern auch Filmemacher. Als er vor zwei Jahren drei kurze Filmsequenzen zu seinem Roman auf Youtube stellte, war der Hype um Buchtrailer gerade erst am entstehen. Litaffin sprach mit dem 27-Jährigen übers Bücherschreiben und Filmemachen, über perfekte Eltern und Putzfrauen im Schneideraum.

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Buchmesse, wir kommen!

Buchmesse, wir kommen!

Wir sind auf der Leipziger Buchmesse, denn wir machen „was mit Büchern“. Was sich aber genau hinter dem Masterstudiengang „Angewandte Literaturwissenschaft“ verbirgt, erklären wir euch beim Karrieretag „Buch und Medien“. Unseren Stand findet ihr am Freitag, den 19. März, im Congress  Center. Kommt vorbei, wir beantworten all eure Fragen!

Wir Litaffine, die Macher dieses Blogs, treiben auf der Messe ebenfalls unser Unwesen. Wir führen Interviews,  lauschen bei Lesungen, schwingen unser Tanzbein, essen mit anderen Twitterern zu Mittag und und und… Erkennen könnt ihr uns an kleinen litaffin-Buttons. Wir freuen uns über Gespräche mit anderen Studenten, Bloggern, Twitterern und Was-mit-Büchern-machenden-Menschen!