jung & unabhängig: Kabeljau & Dorsch

Bei Kabeljau & Dorsch ist immer full house! Begonnen haben die drei Fisch-Liebhaber Chris Möller, Malte Abraham und (Natalie Wübbolts Vorgänger) Sven Schaub im Neuköllner „Gelegenheiten“, zwischen Bars, Spätis und Imbissbuden auf der Weserstraße. 

Als die kleine Bar jedoch aus allen Nähten zu platzen drohte, zogen sie um. In den „Löwen“ – was den Vorteil hat, dass man dort auch nach Lesungs-Ende noch in Ruhe ein, zwei oder drei Gläser Wein (oder ein anders spritziges Getränk seiner Wahl) trinken und sich mit den Veranstalter*innen, Autor*innen oder anderen literaturaffinen Menschen unterhalten kann. Man könnte fast sagen, dass Kabeljau & Dorsch so etwas wie die Versammlung des „Who`s who“ der jungen Berliner Literaturszene ist, aber das würden sie selbst vermutlich nie von sich behaupten.

Natalie, Chris und Malte © Conny Mirbach
Natalie, Chris und Malte © Conny Mirbach

Eintritt: frei

Ort: Alter Roter Löwe Rein

Adresse: Richardstraße 31, 12043 Berlin

Anfahrt: U7 Karl-Marx-Straße

Homepage: www.kabeljau-und-dorsch.de

Nächste Lesung: 30. September 2016

 

Wie würdet ihr die Lesereihe Kabeljau & Dorsch in drei Wörtern beschreiben?

Liebe, Lust, Leidenschaft.

Wie kam es zu der Idee, eine Lesereihe zu etablieren?

Wir sind mit vielem im Literaturbetrieb nicht einverstanden gewesen und sind es auch heute noch nicht. Wir wollten dem was entgegensetzen, nach unseren Vorstellungen nachjustieren. Wir wollten Autoren eine Öffentlichkeit bieten, die zu Unrecht unter dem Radar der Literaturhäuser und des Feuilletons fliegen. Aber vor allem wollten wir weg von dem Bild, dass Literatur etwas Akademisches ist, das mit Nostalgie und alten Männern zu tun hat.

Nach welchen Kriterien wählt ihr Autor*innen aus?

Wir wählen keine Autor*innen aus, sondern Texte. Was ein guter Text ist, können wir an dem jeweiligen Text beschreiben, aber wirklich verallgemeinern lässt sich das nicht.

Was versteht ihr unter einer gelungenen Lesung? Für Publikum und Autor*in?

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Wie wichtig ist Interaktion mit dem Publikum?

Interaktion ist uns sehr wichtig, wir wollen nur die Form der Interaktion nicht vorgeben. Wir verstehen Kabeljau & Dorsch als einen freien Ort, an dem man sich treffen und austauschen kann.

Was müssen Literaturveranstaltungen zukünftig bieten, um neue Zielgruppen zu gewinnen?

Es gibt vielleicht zwei Wege ein neues Publikum zu erschließen. Einige Literaturhäuser setzen auf den demografischen Wandel, darauf dass immer neue Alte nachkommen. Ein anderer Weg ist, sich mit dem auseinanderzusetzten was Gegenwart bedeutet. Zurzeit könnte das zum Beispiel die Frage sein, wie eine Lesung aufgebaut sein muss, bei der die Autoren und das Publikum unterschiedliche Sprachen sprechen.

Seht ihr Performativität als wichtige Komponente, Literatur zu vermitteln?

Nein. Das ist ein Missverständnis. Das Problem bei Wasserglaslesungen ist nicht das Wasserglas, sondern die Lesung. Wenn sich ein Text nicht gegen ein Wasserglas durchsetzen kann, ist nicht das Wasserglas das Problem.

Was bietet die Bar „Alter Roter Löwe Rein“ als Veranstaltungsort?

Getränke, Technik, einen großen Raum, ein herzliches Team und die Möglichkeit, dass die Lesung nur der Auftakt für einen langen und schönen Abend ist.

Wie hat sich die Lesereihe über die Zeit verändert/entwickelt?

Am Konzept haben wir nichts verändert. Weiterhin lesen alle zwei Monate fünf Autor*innen ihre Texte, egal ob Prosa, Lyrik oder Drama, in einer Bar in Neukölln. Wir haben trotzdem einige Phasen durchlaufen. Wir hatten eine Korrespondenz in Wien, sind nach eineinhalb Jahren in einen größeren Raum umgezogen, haben das Rahmenprogramm vom PROSANOVA Festival 2014 mitgestaltet und haben immer wieder Sonderausgaben gemacht. In den letzten eineinhalb Jahren haben wir außerdem an etwas Großartigem gearbeitet von dem man bald hören wird. Darauf sind wir besonders gespannt.

Welche drei Gründe könntet ihr nennen, warum wir einen Abend bei euch nicht verpassen sollten?

Fun, Fun, Fun.

Anfang 2016 habt ihr eine Pause eingelegt, weil ihr nach einem Jahr Förderung keine Anschluss-Finanzierung bekommen habt. Was hat sich inzwischen getan?

Wir haben seit kurzer Zeit wieder eine Förderung. Worüber wir sehr glücklich sind. Wir würden allerdings gerne ein bisschen mehr Planungssicherheit haben über dieses Jahr hinaus. Wir haben viele Ideen, von denen nur ein Bruchteil umgesetzt ist. Je mehr Geld und also Zeit wir haben, desto mehr können wir davon realisieren. Einiges ist schon in Planung und wartet nur noch auf eine stabile Finanzierung.

© Conny Mirbach
© Conny Mirbach

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Marie Krutmann

Marie Krutmann

1991 in Freiburg geboren, zog es sie schon in viele verschiedene Städte, darunter Metropolen wie Kopenhagen, Stockholm oder Bielefeld (Liebefeld <3). Für`s Studium der Angewandten Literaturwissenschaft ging sie aber schließlich nach Berlin, wo sie am liebsten Lesungen in ihrem Lieblings-Kiez Neukölln lauscht.
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