8. März-Special #1: Feministische Tipps rund um die Lese- und Buchkultur

Der 8. März ist Weltfrauen*tag oder vielmehr internationaler Frauen*kampftag – Anlass für ein kleines Feminismus-Special auf Litaffin. Wir beginnen mit einigen Tipps rund um die Lese- und Buchkultur und stellen euch Verlage, Initiativen und Wege vor, über die ihr gewiss keine feministischen Buchtipps mehr verpassen werdet. Wir freuen uns über eure Ergänzungen und Anregungen. Am 8. März folgt eine Rezension von Gemma Corrells „Das feministische Mach-Mit-Buch“ – mit *Trommelwirbel* einem Gewinnspiel um ein Exemplar des Buches.

Feministische Tipps rund um die Lese- und Buchkultur 8. März-Special © Angie Martiens
Feministische Tipps rund um die Lese- und Buchkultur 8. März-Special © Angie Martiens

 

FEMBooks – Der queere, feministische Online-Bookstore

Wer Interesse an feministischen, emanzipatorischen und queeren Büchern hat, ist mit einem Blick in den Online-Bookstore FEMBooks immer gut beraten. Von wissenschaftlichen Texten und Sachbüchern, über Belletristik und Kinder-/Jugendbücher, bis hin zu Filmen und CDs erstreckt sich das Programm. Heißer Tipp: FEMBooks sucht derzeit nach Mutigen für die Gründung eines kollektiv betriebenen feministischen Buchladens, eventuell mit integriertem Café, in Berlin.

Missy Magazine – Das Magazin für Pop, Politik und Feminismus

Das Missy Magazine besteht seit 2008. Die seit vergangenem Jahr alle zwei Monate erscheinenden Ausgaben sind immer nah dran an den aktuellen Diskursen und Debatten der queeren und feministischen Communitys – Dank der Diversität des Autor*innen-Netzwerkes sowie der Devise, sich auch in die ganz frischen und daher schmerz- und streithaften Aushandlungen einzuschreiben. Im Kultur-Ressort kommen auch Litaffine nicht zu kurz.

 

Edition Assemblage – Der Verlag für Begleiterscheinungen emanzipatorischer Theorie und Praxis

Edition Assemblage versteht sich als Netzwerk für links-politische und gesellschaftskritische Publikationen und hat als solches viele queere und feministische Bücher im Programm, ebenso wie Literatur zur Schwarzen Diaspora und antirassistischer und postkolonialer Kritik. Das aktuelle Frühjahrsprogramm 2018 bietet Literarisches beispielsweise aus der Position von Sexarbeiter*innen und Netzaktivist*innen sowie den alljährlichen queerfeministischen Taschenkalender – in diesem ist der 8. März mit Sicherheit schon vormarkiert.

 

ariadne – Die feministische Eroberung des männlichen Krimi-Genres

Die Reihe ariadne liefert seit 1988 Krimis von Autorinnen, die sich mit ihren Geschichten in das lange Zeit männlich dominierte Genre der Kriminalerzählung einschreiben. ariadne ist ein Programm des Argument Verlags, der wiederum 1959 von marxistisch orientierten Studierenden der Freien Universität Berlin gegründet wurde. Das Verlagsprogramm fokussiert sich auf kritische und linke Theorien sowie Wissenschaft bzw. Wissenschaftskritik und führte hier auch schon sehr früh Titel feministischer Theorie. Das ariadne-Projekt entstand übrigens auf Initiative der Soziologin und Philosophin Frigga Haug, die heute den Argument Verlag zusammen Else Laudan leitet.

 

Orlanda – Ein Verlag mit Wurzeln in der aktivistischen Bewegung der 1970er

Auch der Orlanda Verlag ist schon länger dabei, denn seine Ursprünge liegen in einem feministischen Projekt aus den 1970ern. Das Programm verortete sich schon damals im Bereich politischer Fragen sowie der Gesundheit. Mit den Jahren wurde es um die Themen Rassismus, Migration und schwarze Diaspora, Sexualität sowie auch sexualisierte Gewalt erweitert. Seit einigen Jahren liegt der Schwerpunkt auch insbesondere auf der Literatur von Frauen mit türkischem Hintergrund.

 

Queeres Verlegen – Die queere und feministische Buchmesse in Berlin

Noch ganz jung hingegen ist diese Institution. Seit 2015 findet in Berlin ein Mal im Jahr die queere und feministische Buchmesse Queeres Verlegen statt. Kleine Verlag und Kleinstverlage mit queerem und feministischem Schwerpunkt haben hier die Möglichkeit, sich zu präsentierten. Neben Lesungen stehen den Besucher*innen Diskussionsrunden rund um die Themen Schreiben und Publizieren sowie Buchkultur offen. Das Schlagwort ‚Indie‘ trifft dabei nicht nur auf die präsentierten Verlage zu, sondern auch auf die Initiative selbst: Geprägt vom familiären Flair fand die kleine Messe bisher in den Räumen der Beratungseinrichtung TransInterQueer e. V. in der Hermannstraße oder der queeren Szene-Location Südblock am Kottbusser Tor statt. Es bleiben hoffnungsvoll die Daumen zu drücken, dass sich das Format fest etablieren kann.

 

q[lit]*clgn – Das (queer)feministische, intersektionale Literaturfestival in Köln

Frisch geschlüpft ist diese Veranstaltung mit feministischer und intersektionaler Ausrichtung, denn das Festival findet in diesem Jahr zum ersten Mal statt. Dass im Literaturbetrieb neben gender auch ethnische, kulturelle und soziale Hintergründe Ausschlüsse produzieren, ist ein großes Problem – und gegen dieses positioniert sich q[lit]*clgn mit einem Begriff von Frauen* jenseits essentialistischer Grundannahmen und dem bewussten Fokus auf Schwarze Frauen* und Women* of Colour. In den Tagen rund um den 8. März bietet das Festival ein breites Programm: Lesungen, Podiumsdiskussionen, Ausstellungen und Partys. Ein tolles und wichtiges Projekt, dem man ebenfalls Erfolg und eine feste Etablierung wünschen kann – und vielleicht auch noch ein paar sister*-Veranstaltungen, zum Beispiel in Berlin.

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Angie Martiens

1991 in Berlin geboren, bleibt Angie der Stadt weitestgehend treu. Nach dem Studium der Germanistik und Politikwissenschaft in Berlin und Stockholm, dann was ganz Verwegenes: Neuere deutsche Literatur und Tanzwissenschaft. Mit Interesse für die Schnittstellen von Politischem und Kulturellem, Diskursivem und Künstlerischem bewegt sie sich gerne durch Texte, Räume und Theorien.

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