Lina Kokaly
Die offizielle JuryPluspunkte erhält der Autor beim Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt, wenn er Nagetiere, Raumfahrt, Leistungssport oder Stoffservietten in seinem Text vorkommen lässt. Minuspunkte gibt es für Markennamen, Clowns, Hunde, die in der Ferne bellen und eine Waffe, die knapp außerhalb der Reichweite liegt. Das sind allerdings nicht die Kriterien der offiziellen, dieses Jahr unter anderem aus Meike Feßmann, Hubert Winkels und Burkhard Spinnen bestehenden Jury, vielmehr handelt es sich um einen kleinen Auszug der Kriterien für einen alternativen Preis. Die Autoren des Blogs Riesenmaschine vergeben dieses Jahr zum dritten Mal den Automatische Literaturkritikpreis der Riesenmaschine.
Angela Leinen schrieb bei dessen Kriterienliste mit und beschäftigt sich darüber hinaus seit Jahren mit den Texten und Jurydiskussionen des Bachmannwettbewerbs. In ihrem neuen Buch Wie man den Bachmannpreis gewinnt nennt Leinen natürlich keinen todsicheren Weg zum Literaturpreis, sondern filtert vielmehr gängige Mittel und Klischees aus den vergangen Texten heraus und wägt diese ab. So resümiert sie über das Schreiben zum Thema DDR: Der Reiz sei hier, dass das Leben unter politischer Unterdrückung eines der großen Themen ist, aber das Risiko „für Westautoren: Protektionismus. Für Ostautoren: Ostalgie“. (weiterlesen …)







Als die Romanautorin Siri Hustvedt aufs Podium steigt, um eine Rede zur Ehren ihres verstorbenen Vaters zu halten, beginnt ihr Körper zu zittern. Mit ruhiger Stimme beendet sie ihren Vortrag, während ihr Körper bebt. Auch in Zukunft wird sie Vorträge halten. Bei manchen zittert sie, bei anderen nicht. Die konsultierten Ärzte, Therapeuten und Psychologen können keine eindeutige Diagnose stellen. Es könnte sich um Epilepsie oder gar Hysterie handeln. Hustvedt macht sich selbst auf die Suche nach einer Erklärung. Wie besessen liest sie die großen Psychologen, Poeten mit ähnlichen Leiden und vertieft sich in die Neuropsychatrie. Siri Hustvedt, die Autorin des wunderbaren 
