Nachwendezeit in Mecklenburg-Vorpommern: Hendrik Bolz, eine Hälfte des Hip-Hop-Duos Zugezogen Maskulin, hat seine Jugend in Stralsund aufgearbeitet. Dabei herausgekommen ist ein Buch, von dem einem noch lange nach dem Lesen der Kopf dröhnt.
Rezension
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Tauchen im Bongwasser
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Ist das Kunst oder kann das weg? – Völlig falsche Frage!
Ai Weiweis 1000 Jahre Freud und Leid ist eine Autobiografie, die mehr sein will als das. Die gute Nachricht: Man muss sich nicht für Kunst interessieren, um dieses Buch in die Hand zu nehmen. Doch wenn man es am Ende weglegt, sieht man die Wirkkraft von Kunst mit anderen Augen.
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“I got me a man named Doctor Feelgood”
Mitreißend wie ein Drogenrausch ist Ulrike Sterblichs Debütroman The German Girl, in dem eine junge deutsche Frau in das glamouröse New York der 1960er und 70er Jahre eintaucht. von Harriet Finn
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Die Misogynie des Literaturbetriebs
Autorinnen haben es im Literaturbetrieb nach wie vor schwer. Sie erhalten weniger Literaturpreise und werden von der Literaturkritik systematisch abgewertet. Ihre Bücher werden immer noch als „Frauenliteratur“ abgestempelt und in die Schublade des Sentimentalen und Trivialen abgeschoben. Dass diese misogyne Abwertung eine lange Tradition hat, zeigt Nicole Seifert in ihrem Buch FRAUENLITERATUR. Abgewertet, vergessen, wiederentdeckt…
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Sitzen Verdi und Bach am Tisch und spielen Poker….
Leichte Kost, die ein paar Kohlenhydrate vertragen würde – Paul Austers „Die Musik des Zufalls“ ist ein Roman, der vom Zocken und dem Haken schlagenden Leben handelt. von Sophia Berger
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Kein Buch zur Pandemie
Daniel Schreiber hat mit „Allein“ ein Buch geschrieben, das genau zur richtigen Zeit kommt – dabei ist es kein Corona-Buch.
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Gefangen im Märchen
In ihrem Debütroman Mama entfaltet Jessica Lind eine beklemmende und intensive Geschichte über Mutterschaft, Misstrauen, Gewalt und Ausgeliefertsein. Diese Themenkombination hat es in sich, sodass man das Buch ab der ersten Seite kaum mehr aus der Hand legen kann.
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Die weibliche Stimme Japans und was sie uns über Deutschland verrät
Seit zehn Jahren wird die Autorin Mieko Kawakami in Japan gefeiert. Mit ihrem Roman „Brüste und Eier“ (2020) ist sie nun in den Weltrang aufgestiegen – und gewährt einen sehr intimen Einblick in die japanische Gesellschaft – und damit auch in die deutsche.
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Der Hunger frisst mich auf
Bananenangst. Der Titel von Patricia Modispachers Roman klingt im ersten Moment witzig, macht neugierig. Was mag sich hinter diesem Wortspiel verbergen? Liest man interessiert den Klappentext, wandern die Mundwinkel schnell in den Keller, aber das Interesse ist nicht verloren. Der Klappentext erklärt das Thema dieses Romans in wenigen kurzen Sätzen: Die Protagonistin Scarlett hat nur…
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“es ist zeit für ruhige und positive gedichte“
„Dies ist der Gedichtband YIN von Marius Goldhorn, in dem alles fließt“, heißt es auf den ersten Seiten. Ein Gedichtband entwerfen, in dem alles fließt, ist ein hehres Ziel und eines, das in seiner stilvollen Aufmachung auf den ersten Seiten des Buches bereits die drei zentralen Motive enthält: Ästhetik, Ironie, Ernsthaftigkeit. Wie YIN dieses Ziel…
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Die Variablen des Lebens und Schreibens
„Ich. Sie. Die Frau“ von Niña Weijers umreißt durch eben diese drei Perspektiven eine Protagonistin mehrerer Distanzierungsgrade, die sich absolut frei in Raum und Zeit fortbewegen kann und in eine Vielzahl an möglichen Leben schlüpft, als würde sie ein paar Schuhe anprobieren. Es gibt „M.“ als Freundin, die drei Varianten einer Protagonistin, die schreibt und…
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Wenn unerhörte Stimmen sprechen
In ihrem Roman Unerhörte Stimmen erzählt Elif Shafak von geteilten Schicksalen, von Frauenfreundschaften und davon, wie es ist, am Rande einer tief gespaltenen Gesellschaft zu leben. von Juliane Korneli
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Ich heiße Fatima Daas
Fatima Daas ist Französin, gläubige Muslima, Feministin und Lesbe. Gefangen zwischen den traditionellen Rollenbildern ihrer muslimischen Eltern und ihrer Homosexualität versucht sie, ihre inneren Widersprüche zu vereinbaren. Sie fühlt sich zerrissen zwischen den Welten und will sich nicht für eine entscheiden müssen. Stattdessen erhebt sie ihre Stimme: Mutig, laut und entschlossen stellt sie sich uns…
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Geisterwand: Von Vergangenheit und Gegenwart
In Sarah Moss‘ jüngst in deutscher Übersetzung erschienenem Roman Geisterwand lebt eine Gruppe im northumbrischen Wald wie in der Eisenzeit. Dabei verknüpft die Autorin die Kultur der Vergangenheit mit gegenwärtigen Themen und Pressionen zu einer packenden Geschichte. von Laura Potisch
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Indiebookchallenge: Mit einem Gemälde auf dem Umschlag #3
Die Zeichnung geht dem Gemälde voraus: In ihrer autobiografischen Erzählung „An das Wilde glauben“ schreibt Nastassja Martin über ihre Begegnung mit einem Bären, eine intime Zeichnung, die das Gemälde einer Metamorphose offenbart.