Roman

Indiebookchallenge: Mit einem Gemälde auf dem Umschlag #1

Dekorativ, farbenfroh, leicht eingestaubt, muss ich zugeben – wie ein schönes Gemälde – stand „Ein Mann der Kunst“ in meinem Bücherregal. Wer wie ich ein Buchnerd ist, kennt dieses Phänomen, dass man immer mehr Bücher in den Buchhandlungen kauft, als man eigentlich Zeit zum Lesen hat. In einem Interview sagt der Autor Kristof Magnusson: „Die …

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Emma Jane Unsworth: Adults

Emma Jane Unsworths neuer Roman „Adults“ zeigt schonungslos die Tücken unserer heutigen Gesellschaft auf. Social-Media-Abhängigkeit, ungesunde Work-Life-Balance und die kaputte Beziehung zur Mutter sind nur einige der Laster, denen Protagonistin Jenny McLaine ausgeliefert ist. Als sie dann noch entlassen wird, ihr Freund sie ausgerechnet für ihr Instagram-Idol verlässt und ihre Mutter bei ihr einzieht, ist das Chaos perfekt und die Midlife-Crisis in vollem Gange. Ein rasanter, witziger und brutal ehrlicher Roman, der sich als ziemlich tiefgründig entpuppt.

Diverse Verschmelzung(en)

Ein sensationelles Identitätspanorama: Bernardine Evaristo verwischt in Girl, Woman, Other vermeintlich fixe Grenzen und zelebriert die Vielfältigkeit subjektiver Erfahrung.

Wie im Nu ist ein weiteres Jahr vergangen und der Booker-Prize-Träger 2020 steht mit Douglas Stuart fest. Dabei hatten wir hierzulande noch kaum die Möglichkeit, auf eine der Gewinnerinnen des vorletzten Jahres zu schauen. Erst gestern ist Bernardine Evaristos preisgekrönter Roman Girl, Woman, Other in deutscher Übersetzung erschienen. Höchste Zeit, das Werk der ersten schwarzen Preisträgerin des renommierten britischen Literaturpreises genauer unter die Lupe zu nehmen.

Offene See von Benjamin Myers

England 1946: Der sechzehnjährige Robert Appleyard beschließt, einmal noch die offene See zu sehen, bevor er den Rest seines Lebens unter Tage arbeiten muss. Auf seiner Wanderung trifft er auf Dulcie Piper, welche ihn seine düstere Zukunft einmal mehr in Frage stellen lässt. Ist für ihn ein Leben abseits von Wohlanständigkeit und Pflichterfüllung vielleicht doch …

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Der Defekt

Mina hat sich schon immer anders gefühlt, als hätte sie einen Defekt. Sie ergründet diese Andersartigkeit mit Vetko und findet dabei die Stimme ihres Körpers. Leona Stahlmanns Debüt Der Defekt beschäftigt sich mit dem Entdecken der weiblichen Lust.

Die Glasschwestern

Zwei Zwillingsschwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten – Dunja und Saphie – durchleben plötzlich ein ähnliches Schicksal. Ihre Männer sterben am gleichen Tag. Daraufhin verarbeitet jede die Trauer auf ihre Weise. Während Dunja, die vorher nur für Mann und Kinder gelebt hat, aufblüht, zieht sich Saphie, die sonst so selbstbewusst und willensstark ist, immer mehr zurück. Franziska Hauser beschreibt die Wendepunkte der beiden Frauen eindrucksvoll und mit viel Liebe zum Detail.

Der Zopf meiner Großmutter und die Seite 99

Alina Bronsky schafft es auf nur einer Seite ihres Romans Der Zopf meiner Großmutter unfassbar dicht die Geschichte einer Familie zu erzählen. Das gelingt ihr mit scharfen Charakterzeichnungen, wenigen Worten und mit Leerstellen, die dank ihrer klaren Sprache genauso lesbar werden, wie der tatsächlich gedruckte Text. Für den Page-99-Test wird die zufällige Seite 99 eines …

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Ein Wald, ein Haus, ein Milchzahn

Helene Bukowskis Debüt Milchzähne führt die Leser*innen in eine Welt, in der das Vergangene überwunden oder die Zukunft noch nicht begonnen hat. In einer kleinen Gemeinschaft, der sogenannten Gegend, lebt Skalde mit ihrer Mutter Edith. Als ein rothaariges Kind auftaucht und Skalde beschließt es aufzunehmen, stellt sich nicht nur Edith, sondern die ganze Gegend gegen …

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Die Apokalypse der Millennials

Die Vogelabbildungen auf dem Umschlag erinnern an ein ornithologisches Lexikon, der Titel wirkt wie eine Krimi-Überschrift. Jedoch ist Victor Pouchets Debütroman „Warum die Vögel sterben“ keines von beiden, sondern ein selbstreflexiver Bericht über die bis zur Aussichtslosigkeit banalisierte Leistungsorientiertheit der Generation Y.