DSC 0340 2Benedict Wells ist der jüngste Autor, der bei Diogenes jemals unter Vertrag genommen wurde, und der mit gerade einmal 27 Jahren vor kurzem sein drittes Buch veröffentlicht hat. Letzten Sommer kam sein Roman „Fast genial“ auf den Markt, mit dem er zurzeit quer durch Deutschland tourt. Mit seinem neuen Buch in der Hand, an einem Tisch und mit einem Glas Wasser, befindet er sich fast jeden Tag in einer anderen Stadt und liest dabei für ein ständig wechselndes Publikum.

Soeben kommt er aus dem Süden Deutschlands und befindet sich nun wieder einige Tage in seiner alten Heimat Berlin, wo das mit dem Schreiben eigentlich erst so richtig angefangen hat. Wir haben ihn bei seiner Lesung in der Buchhandlung Kisch&Co im Park Café getroffen. Der Erlös dieser Lesung geht – „ganz wichtig“, so Benedict – an das Projekt „Ghetto Romantik“. Wir haben vorab mal nachgefragt, was er uns zum Leben auf Lesereise, zum Schreiben allgemein und auch zu „Fast genial“ speziell sagen kann und was er für Pläne und Projekte für die Zukunft hat.

Litaffin: Jetzt ganz ehrlich, hat man sein eigenes Buch irgendwann satt, wenn man Tag für Tag daraus vorlesen muss? » Weiterlesen…

Unser Adventsbeitrag zur allwinterlich-vorweihnachtlichen Geschenkproblematik.

Teil 1: “Gemeine Antworten auf Kinderfragen” aus der Reihe “Die kleinen bösen Bücher”, erschienen bei Onkel & Onkel.

Bücher statt Socken #1 from www.litaffin.de on Vimeo.

Präsentiert von Steffen Szary

Schreiben1Mit der Frage, ob und inwiefern sich literarisches Schreiben erlernen lässt, beschäftigt sich nicht nur das Deutsche Literaturinstitut in Leipzig, sondern auch ein aktueller Kurs der Angewandten Literaturwissenschaft. Geleitet wird der Kurs von der Autorin Larissa Boehning, die gerade ihren neuesten Roman „Das Glück der Zikaden“ im Galiani Verlag veröffentlich hat.

Unter der Überschrift „Schreiben, Erzählen, Erfinden“ geht es nämlich um nichts anderes als um das Schreiben. Natürlich wird auch die Theorie nicht ganz außen vor gelassen. Denn auch wenn die Leidenschaft fürs Schreiben sowie ein gewisses Talent von Vorteil sind, gibt es auch ein spezielles Handwerk, das man erlernen kann. Denn ob beim Singen, Schauspielern oder eben dem Schreiben geht es immer auch darum, bestimmte Techniken anzuwenden, mit Hilfe derer man sich beispielsweise in eine bestimmte Gefühlslage versetzen und diese dem Publikum – sei es der Zuhörer, Zuschauer oder Leser – glaubhaft vermitteln kann. » Weiterlesen…

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Ein Artikel von Sarah Ehrhardt und Joy Hawley.

Rot leuchtende Wohnzimmerlampen, Vogelkäfige, Plüschmäuse, tanzende Skelette aus Papier über einer mit Sofas und Sesseln bestückten Bühne – ja, das Freudenreich in Berlin-Neukölln ist ein ungewöhnlicher Ort. Schon die Wahl der schrägen Eckkneipe als Rahmen für die Veranstaltung ließ erahnen, dass hier keine konventionelle Lesung stattfinden würde. Vielmehr erwartete das Publikum eine, so versprach es die Ankündigung, „literarische Parade ungewöhnlicher Begebenheiten an einem seltsamen Ort“.

Im Mittelpunkt des Abends standen Nora Gomringer und Finn-Ole Heinrich, zwei junge deutschsprachige Autoren, die sich zwischen Kurzgeschichte und Film (Finn) und Lyrik und Slam-Poetry (Nora) bewegen. Speziell für diese besondere Lesung wurden die beiden von Studenten der Angewandten Literaturwissenschaft ausgewählt, um Text, Autor und Publikum gleichermaßen, jenseits bekannter Formate Raum zu geben. Aber wie genau sollte das funktionieren? » Weiterlesen…

Westend-50-Dinge„Heute schon die Welt gerettet?“
Mit dieser Überschrift versieht die taz-Chefredakteurin und Herausgeberin von „50 einfache Dinge“ ihr Vorwort. Zwar meint Ines Pohl den Titel durchaus ein wenig ironisch, dennoch ist sie der festen Überzeugung, „dass wir Verantwortung tragen, die nicht nur uns selbst anbelangt, sondern die ganze Weltgemeinschaft“. Und das ist in einer globalisierten Welt nicht weit hergeholt. Litaffin hat das Buch gelesen und sich mit der Herausgeberin unterhalten.

50 einfache Dinge, die Sie tun können, um die Gesellschaft zu verändern“ ist – nennen wir es so – ein Ratgeber. Die mitwirkenden AutorInnen stellen darin in 50 Artikeln Modelle vor, wie wir zu aktiven Teilnehmern dieser Veränderung werden können. Manchmal laden uns die AutorInnen zu gedanklichen Spielen ein: „Keine Revolution ist auch keine Lösung! Wir müssen vielleicht nur einen neuen Begriff dafür finden, denn »Reform« hat einen strengen Geruch angenommen“. Meist sind es aber ganz konkrete Hinweise darauf, wo wir selber anpacken können. Diese werden in drei Bereiche gegliedert: solidarische Ökonomie, Ökologie und soziale Kreativität. » Weiterlesen…

Plakat Parade

Am 17. November laden Studierende der Angewandten Literaturwissenschaft Nora Gomringer und Finn-Ole Heinrich zu einer literarischen Parade ins Neuköllner Freudenreich ein. Es soll gelesen, diskutiert, gefragt, gespielt und gefachsimpelt werden.

Am Anfang war da nur das Seminar mit dem verheißungsvollen Namen „Literatur als Event“, Seminarleiter Claudius Nießen (Geschäftsführer des Literaturinstituts Leipzig) und wir: 17 Studierende mit tausend verschiedenen Ideen, wie man eine Lesung auf die Beine stellt. Denn eine eigene Lesung zu organisieren, das war unser erklärtes Ziel! » Weiterlesen…

Bierm SlDer Anlass der Nachricht ist irgendwie traurig, die Urheber dagegen gehören zum Komischsten, was das deutschsprachige (Musik-)Kabarett zu bieten hat: Die Biermösl Blosn lösen sich auf. Das haben die drei Brüder Hans, Christoph und Michael Well für Anfang 2012 angekündigt. Sie hinterlassen ein gewichtiges Erbe – für Bayern UND Preußen.

Seit 1976 waren die Sprösslinge einer Musikerfamilie aus Günzlhofen bei Fürstenfeldbruck die prominentesten Garanten dafür, die subversive Tradition der Volksmusik gegen deren dümmliche und verdummende Kommerzialisierung („Jodelhorrormonstershow“) zu verteidigen. Ihre Auftritte mit dem großen Gerhard Polt oder den Toten Hosen machten sie auch bundesweit berühmt, ihre bissigen Spitzen vor allem gegen die bayerische Obrigkeit – oder auch die bayerische Selbstüberschätzung (siehe Video “Bayern” am Ende des Artikels) – sind jedoch schon länger berüchtigt. Legendär wurde dabei das BayWa-Lied, das zu den Klängen der Bayernhymne den Einsatz von umweltschädigender Chemie in der Landwirtschaft kritisiert, für den unter anderem die Münchner BayWA AG verantwortlich zeichnete. » Weiterlesen…

IMG 0468-1024x682Pünktlich zum Semesterstart findet sich unser Studiengang jedes Jahr zur Absolventen- und Immatrikulationsfeier zusammen, um die frisch gebackenen Mastertitelträger zu verabschieden und die Erstsemester zu begrüßen. Nicht fehlen darf dabei die Festrede. Nach dem Journalisten Gregor Dotzauer und der Agentin Petra Eggers in den vergangenen Jahren kamen erheiternde Worte und Wünsche in diesem Jahr vom Autor und Dramaturg John von Düffel.

Am Montag fand die diesjährige Absolventen- und Immatrikulationsfeier des Masterstudiengangs Angewandte Literaturwissenschaften im Luftraum Berlin statt. Der Luftraum strahlte seinen Charme aus, Dozenten, Studenten, Gäste aus dem Literaturbetrieb, Freunde und Familie versammelten sich für einen rundum gelungenen Abend. Der Studiengang feierte sein achtjähriges Bestehen, seine immer größer werdende Bekanntheit, beglückwünschte 17 Absolventen und begrüßte die 24 Erstsemester. » Weiterlesen…

EinkaufswagenBücher kann man nicht nur in Buchhandlungen, Antiquariaten oder im Internet kaufen, sondern auch im Supermarkt. Was ist vom Bücher-Shopping mit großem Einkaufswagen zu halten? Ist ein Supermarkt wirklich ein Ort, an dem Bücher verkauft werden sollten? Und wenn ja, welche? Eine Überlegung.

Neulich stand ich in der Filiale eines Drogeriemarkts in der Schlange. Sie war ziemlich lang und ich ziemlich genervt, also ließ ich gelangweilt meine Blicke schweifen. In Kassennähe zwischen Fotoecke und Lutschbonbons stach er mir plötzlich ins Auge: der Bücherständer. Nicht, dass ich ihn noch nie zur Kenntnis genommen hätte, aber bisher habe ich ihn einfach ignoriert. Meine Bücher kaufe ich in der Buchhandlung. Aufgrund meiner Langeweile und der nicht kürzer werden wollenden Schlange bleiben meine Blicke und Gedanken an jenem Tage aber an dem Bücherständer hängen. Was wird denn da eigentlich zum Verkauf angeboten? Hera Lindt neben Nora Roberts neben Dan Brown neben… Zum Glück rückt die Schlange jetzt doch weiter vor und ich verliere den Bücherständer aus dem Blickfeld.

Seitdem verfolgt mich aber der Gedanke: Warum verkauft man Bücher in einer Drogerie? Und warum gerade solche Bücher? » Weiterlesen…

40097 1 Weiss Bb Web3-657x1024Über den Begriff des enhanced eBooks ist schon viel diskutiert worden. Die Frage dabei ist immer wieder, wie dieser „enhanced content“, mit dem das Buch erweitert wird, aussehen kann und soll. Wo liegt die Grenze zwischen einem normalen und einem angereicherten eBook? Und noch viel wichtiger: Wann bietet dieser weitere Inhalt einen wirklichen Mehrwert? Wir haben uns den historischen Roman “Schandweib” in der enhanced Version angeschaut.

Der historische Roman als Genre scheint erst einmal gut geeignet für eine mediale Anreicherung des Inhalts. Er spielt an einem bestimmten Ort in einer vergangenen Zeit und knüpft oftmals an reale Ereignisse an: drei Komponenten, die in über das gedruckte Buch hinausgehender Form beleuchtet werden und dem interessierten Leser Fragen beantworten können; Fragen, die auch durch die Zuhilfenahme anderer Bücher, des Internets oder kundiger Menschen geklärt werden könnten. Das angereicherte eBook bietet aber den Bequemlichkeitsfaktor. Ein kurzer Klick, und ich sehe eine Porträtzeichnung des Landvogts, ein zweiter Klick und ich bin wieder im Text. Kein Suchlauf bei Google, kein Eintippen bei Wikipedia, und erst recht kein Blättern im Lexikon. » Weiterlesen…

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